ACTA-Studie: Internet gewinnt leicht, TV stabil und weiter vorne, Print verliert

Neue Zahlen aus Allensbach: Die junge, formal höher gebildete Zielgruppe verfolgt das aktuelle Geschehen zunehmend elektronisch - über Internet und TV. Print verliert deutlich. Das Fernsehen zeigt sich robust.

Welches Image haben eigentlich die Mediengattungen TV, Zeitung und Internet, wenn es um die Vermittlung des aktuellen Geschehens geht? Man kann sich dieser Frage nähern, indem man die Nutzer fragt, welche Medien sie persönlich zur ihren “wichtigsten Informationsquellen” in diesem Bereich zählen.

Die Allensbacher Computer- und Technik-Analyse (ACTA) stellt diese Frage seit 2004 jährlich. Seit einigen Jahren verfolge ich die Zeitreihe, welche Medien in diesem Zusammenhang von der Gruppe der 20- bis 39-Jährigen mit (Fach-)Abitur genannt werden.

Man erhält so einen guten Überblick, wie sich das Image der einzelnen Medien in dieser eher jungen, formal gut gebildeten Gruppe entwickelt. Die Eingrenzung auf ein solches Segment macht Trends deutlicher sichtbar.

Mit dem jüngsten ACTA-Jahrgang 2010, der heute in München vorgestellt wurde, zeigt sich nun folgendes Bild:

TV bleibt vorn, knapp vor dem Internet: Die bevorzugten Medien beim formal gebildeten Nachwuchs.

Die Abbildung zeigt den Prozentsatz der Nutzer, die das jeweilige Medium zu ihren wichtigen Informationsquellen über das das aktuelle Geschehen zählen. Für die drei Mediengattung zeigen sich dabei folgende Trends:

  • Das Internet gewinnt leicht hinzu; aber die Zuwächse haben sich etwas abgeschwächt.
  • Die Werte für das Fernsehen sind stabil und sogar wieder leicht angestiegen.
  • Die Zeitungen verlieren mit einem Rückgang von 45 auf 40 Prozent deutlich.
  • TV liegt weiterhin knapp vor dem Internet.

Wie lassen sich diese Werte interpretieren?

  1. Die betrachtete Zielgruppe verfolgt das aktuelle Geschehen zunehmend über elektronische Medien – TV oder Internet. Das Printmedium hat es hier zunehmend schwer, TV bleibt ein starker Faktor.
  2. Das Wachstum des Internets scheint sich etwas verlangsamt zu haben. Der DSL-Breitbandboom ist vorbei und Tablets/das mobile Internet scheinen ihre Wirkung noch nicht in der Breite zu entfalten.

Der Medienwandel schreitet also voran – nicht ganz so radikal, wie mancher vermutet hätte. Das Internet gewinnt nur noch leicht, TV liegt noch immer knapp vorne. Bitter sind die deutlichen Einbußen für die Zeitungen.