regensburg-digital: Hyperlokale wunde Punkte

Noch haben Blogs keine Möglichkeit, ohne Furcht vor Existenz bedrohenden Unterlassungsklagen eine unabhängige, lokale Berichterstattung zu leisten, meint Lara Brünjes im Perlentaucher. Spenden sind für sie auch keine Lösung.

Nicht nur der Perlentaucher steht vor Gericht: Lara Brünjes beschreibt im Perlentaucher-Redaktionsblog, dass auch kleine regionale Blogs sowohl wirtschaftlich, als auch juristisch noch viel zu leicht angreifbar seien. Sie würdigt die neuen Alternativen zu etablierten Lokalzeitungen am Beispiel von regensburg-digital.de und dem Heddesheimblog, macht jedoch gleichzeitig auf ein Problem aufmerksam, dem sich diese ebenso wie von Werbeerlösen abhängige Lokalzeitungen stellen müssen:

Solange sich also die lokalen Blogs unpolitischer Themen annehmen, scheinen sie nichts befürchten zu müssen. Doch sobald der Betreiber eines kleinen Blogs sich anmaßt, über politische, soziale und institutionelle Missstände vor Ort zu berichten, stehen ihm Prozesse ins Haus, die das Recht auf freie Meinungsäußerung in von Klientel- und Mauschelpolitik bestimmten Orten unterdrücken, indem sie die Blogs durch einen Rechtsstreit finanziell ruinieren.

Regensburg-digital.de würde jetzt schon den zweiten Prozess durchfechten und dafür glücklicherweise nicht unerhebliche Spenden bekommen. Auch hat der Betreiber Stefan Aigner einen Förderverein gegründet, um mit einer Art Abomodell finanzielle Unterstützung sammeln zu können. Das ist für Brünjes jedoch keine langfristige Lösung:

Trotz dieser breiten Rückendeckung aus der Bevölkerung können Spendenbuttons und -aufrufe natürlich nicht die einzige Geldquelle eines unabhängigen Lokalblogs wie diesem sein; so fehlt gerade hinsichtlich etwaiger Rechtsstreits nach wie vor ein realistisches Finanzierungs- oder Geschäftsmodell für lokale Blogs, das auch Gerichtskosten tragen kann.

weiterlesen…

Mehr zum Thema gibt es auch im Abmahnungsblog auf Carta.