Spiegel TV im Konflikt um Islam-Berichterstattung [Update]

Spiegel TV wollte am Rande einer radikal-islamischen Veranstaltung O-Töne einsammeln. Aber auch die Gegenseite war vorbereitet...

Dieses Video sorgte in den letzten Tagen für einigen Wirbel und auch Häme:

Unser ursprünglicher Text übernahm doch etwas vorschnell die Lesart von Markus Kompa („Unfreiwillige Sternstunde von SPIEGEL-TV„), ohne zu thematisieren, dass es sich um eine gezielte Gegen-PR-Maßnahme aus demUmfeld von Pierre Vogel handeln könnte.

Dominic Herzberg beschreibt die Problematik sehr treffend:

Natürlich hat das Spiegel TV Team einen Plan und möchte einen bestimmten O-Ton für seine Reportage bekommen. Dennoch ist die Situation, die wir im Video sehen, genauso gestellt, wie der Beitrag den das Spiegel-Team drehen wollte. Es ist ein kleiner Propaganda-Film, welcher zweifellos gut gemacht ist. Dennoch darf man ihm nicht verfallen.

Spiegel TV hat die Szene übrigens letztlich so verwendet: Link, ca. Minute 8.

Im konkreten Fall hätten wir von Carta uns besser noch einmal über die Quelle informiert.

Das Phänomen aber, dass Leute Interviews auch „gegenfilmen“, finden wir nach wie vor richtig, gut und sehr begrüssenswert. Journalisten können nicht das Recht für sich reklamieren, zu filmen ohne gefilmt zu werden. Und das Privileg des tendenziösen Schnitts liegt auch nicht mehr bei ihnen.