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Bundestag-App heute gestartet

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Der Bundestag bietet seine Informationen nun auch als App an: Sie richtet sich aber vornehmlich an professionelle Nutzer – und besonders hoch ist der Spaßfaktor leider nicht.

09.09.2010 | 

Der Bundestag hat heute sein mobiles Online-Angebot inklusive iPhone-App gestartet. Ab sofort kann sich der Nutzer auch Smartphone-optimiert darüber informieren, welche Debatten im Bundestag gerade laufen, welche Abgeordneten gerade sprechen und welches die nächsten Tagesordnungspunkte sind. Daneben gibt es Informationen über die einzelnen Abgeordneten, über die Zusammensetzung der Ausschüsse und auch über die Öffnungszeiten der Reichstagskuppel.

Unschwer zu erkennen: Die Bundestags-App bietet einen echten Mehrwert vor allem für Abgeordnete, ihre Mitarbeiter und professionelle Berichterstatter. Zukünftig kann man sich in den Hallen der Bundestagsverwaltung frei bewegen – ohne eine Debatte oder einen Tagesordnungspunkt zu verpassen. Bislang war dazu ein stationärer PC oder der Videotext des internen Bundestagskanals erforderlich. Für interessierte Bürger ist die Bundestag-App eine praktisches Schaufenster in die Bundestags-Abläufe.

Die Bundestag-App arbeitet die trockenen Nachrichten und Informationen von Bundestag.de für das Mobiltelefon auf – besonders hoch ist der Spaßfaktor nicht. Einen Video-Livestream zu den Debatten gibt es leider nicht (offenbar aufgrund der bekannten iOS/Flash-Inkompatibilität). Im Rahmen eines Updates ist, wie die zuständige Referatsleiterin auf Carta-Anfrage mitteilte, immerhin ein Audio-Stream geplant.

Ein Download-Schlager dürfte die App also vorerst nicht werden. Sie wirkt eher wie ein technisch solide umgesetzter symbolischer Akt der Bundestagsverwaltung, auf der Höhe der Zeit zu sein. Bundestag 2.0 sozusagen.

Screenshot Bundestag-App: "Eines der ersten europäischen Parlamente"

Der Bundestag sei “eines der ersten europäischen Parlamente”, das auch eine App anbiete, verkündet die Pressemitteilung. Die App sei plattformübergreifend konzipiert und könne daher auch bald für andere Mobilfunk-Systeme angeboten werden.

Vorerst gibt es die App aber nur für Apple-Produkte und im iPhone-Format (kompatibel mit iPhone, iPod Touch und iPad, allerdings keine HD-Version für das iPad). Man kann die Bundestag-App hier kostenfrei herunterladen. Und dann gibt es ja noch die optimierte Mobilversion der Website.

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20 Kommentare

  1. DR |  09.09.2010 | 13:57 | permalink  

    Der Bericht ist in einigen Punkten irreführend:

    “Vorerst gibt es die App aber nur für Apple-Produkte – und auch nur für das iPhone-Format (keine eigenständige iPad-Version).”

    Die App ist kompatibel mit dem iPhone, dem iPod-Touch und dem iPad.

    “Einen Live-Stream zu den Debatten gibt es leider nicht.”

    Das liegt weniger an der Bundestags-App, sondern mehr an der Unverträglichkeit von iPhones mit Flash-Videos. Android Nutzer z.B. können über m.bundestag.de sehr wohl das Parlaments-Fernsehen verfolgen.

    “Im Rahmen eines Updates ist immerhin ein Audio-Stream geplant.”

    Hier wäre es nett gewesen, den Urheber der Information wenigstens zu nennen.

  2. Robin |  09.09.2010 | 14:07 | permalink  

    @ DR: Vielen Dank für die Hinweise:

    “Die App ist kompatibel mit dem iPhone, dem iPod-Touch und dem iPad.”

    Stimmt ist so korrigiert – ergänzt um den Hinweis, dass es keine HD-version für das iPad gibt.

    “Das liegt weniger an der Bundestags-App, sondern mehr an der Unverträglichkeit von iPhones mit Flash-Videos. Android Nutzer z.B. können über m.bundestag.de sehr wohl das Parlaments-Fernsehen verfolgen.”

    Stimmt. Richtig ist aber auch, dass die derzeitige Bundestag-App eben keinen Stream kann.

    “Hier wäre es nett gewesen, den Urheber der Information wenigstens zu nennen.”

    Quelle ist eingefügt.

  3. stomi |  09.09.2010 | 15:01 | permalink  

    Den Video Stream könnte man auch einfach über http streaming und mit Html5 realisieren, dafür braucht man nicht zwangsläufig Flash.

  4. Herkens |  09.09.2010 | 15:27 | permalink  

    “Die App sei plattformübergreifend konzipiert und könne daher auch bald für andere Mobilfunk-Systeme angeboten werden.”

    Ich habe zuletzt gelesen, dass Apple durch seine Richtlinien für Programmierer gerade der plattformübergreifenden Programmierung einen Riegel vorschieben möchte. Dementsprechende Programmierumgebungen für die plattformübergreifende Programmierung sind demnach “unzulässig”.
    Kann jemand vielleicht mehr dazu sagen und evtl. inwieweit diese Plattformunabhängigheit hier realisiert wird.

  5. Robin Meyer-Lucht |  09.09.2010 | 16:00 | permalink  

    @ Herkens: Leider weiss ich da auch nicht mehr drüber als ein der Pressemitteilung steht:

    “Die App ist plattformübergreifend konzipiert, so dass sie künftig auch für andere Betriebssysteme angepasst werden kann.”

    Solltest Du beim Bundestag nachfragen, würde ich mich über Hinweis zur Umsetzung hier freuen.

  6. Fusions-Ranking: Die 20 erfolgreichsten Politik-Blogs in Berlin und Brandenburg – Von Stefan Stahlbaum |  09.09.2010 | 16:32 | permalink  

    [...] 2. Carta (4) 3. saschalobo.com (41) 4. annalist (101) 5. Metronaut (192) 6. Burks Blog (319) 7. Politicool [...]

  7. rewhcs |  09.09.2010 | 17:18 | permalink  

    Zum Thema Plattformen denke ich mal, dass die Quellformate aller Inhalte der App übergreifend genutzt werden können. Das wäre zumindest mal eine wesentliche Erleichterung.

  8. Robin Meyer-Lucht |  09.09.2010 | 17:26 | permalink  

    @ Rewhcs: Danke – klingt plausibel.

  9. Jens Best |  09.09.2010 | 23:57 | permalink  

    1. Smartphones gbit es nicht nur von apple.

    2. Mal sehen wir lange es dauert, bis es eine API gibt, damit der “professionelle Berichterstatter” selbstbestimmt auf mehr und besser aufbereitete Daten zugreifen kann. Im fünften Jahr des Informationsfreiheitsgesetzes ist eine iPhone-App auf diesem Niveau ein Armutszeugnis.

  10. Warum gibt es eine native Bundestag-App für das iPhone? |  10.09.2010 | 00:35 | permalink  

    [...] Bundestag-App heute gestartet — CARTA. [...]

  11. Sammelsurium: Apples-AirPlay-Helfer Bridgeco, kein drahtloser Notiz-Sync beim iPhone 3G, neuer iPad-Werbespot, Bundestags-App, etc. | www.iphone-live.de |  10.09.2010 | 08:20 | permalink  

    [...] App Store: Deutscher Bundestag von Deutscher Bundestag. (via Carta) [...]

  12. Herkens |  10.09.2010 | 09:17 | permalink  

    Apple hat wohl die Restriktionen für die plattformübergreifende App-Entwicklung “freiwillig” etwas gelockert! Nicht das die FTC, die Entwickler oder sogar Android Apple unter Zugzwang gesetzt hätten… ;)

    http://www.readwriteweb.com/archives/apple_relaxes_restrictions_on_mobile_app_development.php

  13. Sammelsurium: Apples-AirPlay-Helfer Bridgeco, kein drahtloser Notiz-Sync beim iPhone 3G, neuer iPad-Werbespot, Bundestags-App, etc. :TKX |  11.09.2010 | 18:39 | permalink  

    [...] App Store: Deutscher Bundestag von Deutscher Bundestag. (via Carta) [...]

  14. Kurzgefasst: Interessante Debatte um Open Data, Bundestags-App und data.worldbank.org » Kurzgefasst » E-Demokratie.org |  12.09.2010 | 15:35 | permalink  

    [...] sowie die Ausschüsse zugegriffen werden. Die App ist einfach und gut. Mehr auch im Beitrag auf Carta.info sowie in den empfehlenswerten Kommentaren, in denen auch ein Audiostream für eine nächste Version [...]

  15. Wenn der Deutsche Bundestag eine App bekommt …  | Mind the App! |  13.09.2010 | 08:46 | permalink  

    [...] Aber: Ein künftiges Update soll einen Audio-Stream ermöglichen, so eine Mitarbeiterin zum Blog Carta. Trotzdem will ich die App behalten und auch nutzen. Ich möchte mir anschauen, welche Themen den [...]

  16. Government 2.0 Netzwerk Deutschland » Blog Archive » Bundestag hat App gestartet |  14.09.2010 | 06:34 | permalink  

    [...] CARTA, 9. September 2010, Bundestag-App heute gestartet [...]

  17. amüsiert |  15.09.2010 | 16:27 | permalink  

    Also ich habe auch ein Smartphone, nur gehört es nicht zu den täglich 14.000 verkauften Produkten der Firma “Apple”, sondern zu den täglich 20.000fach verkauften Produkten verschiedener Hersteller, die alle mit dem Btreibssystem Android kompatibel sind (Zahlen: Heise). Und ich finde es etwas merkwürdig, dass ich nun keine Bundestagsapp kriege, weil ich mir kein Angebertelefon kaufen wollte. Ganz zu schweigen von den Hunderttausenden Konsumenten, die “nur” ein “normales” Telefon nutzen, auf dem Java-Midlets (MIDP) laufen, die ja eine ähnliche Funktionalität wie Apps schon länger bieten.

    Auf welcher Grundlage wurde denn da beschlossen, eine “Bundestag-App” nur für die Nutzer eines überteuerten modischen Edeltelefons/”Pads” anzubieten, und wie verhält sich das zum Anspruch des Bundestags, nicht nur eine vermeintliche Elite, sondern die Bevölkerung zu vertreten? Geht man davon aus, dass nur Blender, Reiche und Trendjunkies sich per Mobiltelefon über den Bundestag informieren möchten? Und warum macht man nicht einfach eine schlanke HTML-Seite, die alle Mobiltelefonnutzer in ihrem Browser besuchen können, warum muss es überhaupt eine “App” sein? Muss ich mir demnächst die “App” “Bundestag.exe” auf dem PC installieren, wenn ich Informationen zum Bundestag brauche? Hätte man nicht jemanden beauftragen können, der sowas schon in den Planungs-Meetings angesprochen hätte? Es mag kleinlich klingen, aber ich möchte nicht mit meinen Steuergeldern eine Apple-App finanzieren, die ich gar nicht nutzen kann.

  18. amüsiert |  15.09.2010 | 16:28 | permalink  

    Korrektur: Ich lese gerade in den Kommentaren von m.bundestag.de, Schande über mein Haupt. Aber trotzdem.

  19. Christoph Salzig |  20.09.2010 | 11:23 | permalink  

    “Ein Download-Schlager dürfte die App also vorerst nicht werden.” Ich empfehle einen Blick in die iTunes Charts, hier rangiert die App seit dem ersten Tag in der Kategorie “Nachrichten” auf Platz Eins und ist bei den Gratis Charts hartnäckig unter den Top Ten (aktuell Platz 4). Ich weiß zwar nicht, wie “Download-Schlager” genau definiert ist, meine aber, dass die Prognose falsch war.

  20. Jens Best |  20.09.2010 | 19:20 | permalink  

    download-zahlen sagen nichts über die nutzung aus. dennoch ein erster aufmerksamkeitserfolg.

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