Michael Seemann

StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen.

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Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die Füße des analogen Menschen. Es symbolisiert das Ende dieses Rückzugsraums, denn Street View ist die greifbarste Verwandlung der analogen Realität in die digitale Öffentlichkeit. Damit wird der Kontrollverlust zum Mainstream.

19.08.2010 | 

Nun also Google Street View. Der Kontrollverlust über die Daten, der die Netzöffentlichkeit seit vielen Jahren auf mannigfaltige Weise umtreibt, ist nun im Diskurs der Massenmedien – und damit im Kern der Gesellschaft – angekommen. Es geschah plötzlich und es geschah durch ein Thema, das dazu eigentlich nicht geeignet ist. Die Daten, um die es bei Street View geht, waren nie einer privaten, wirtschaftlichen oder staatlichen Kontrollgewalt zugesprochen. Folglich ist der Verlust ihrer Eingrenzung kein Kontrollverlust im eigentlichen Sinne. Öffentliche Daten werden öffentlich gemacht. So what? – fragt der Eingeweihte und wundert sich.

Aber wenn man die Situation genau besieht, erscheint diese Entwicklung durchaus folgerichtig. Der Kontrollverlust, die tendenzielle Unbeherrschbarkeit der Daten im Netz, ist eine Erfahrung, die jeder Internetbewanderte im Großen oder Kleinen bereits erlebt hat. Aber diese Grenze wurde nun überschritten. Egal, ob man sich mit dem Internet auseinander gesetzt hat oder nicht, ob man bei Facebook, Twitter oder Flickr ist oder nicht, das Street-View-Auto steht plötzlich vor der Tür – und damit das Internet.

Das Unbehagen um Street View rührt eben nicht davon, dass die Daten, die Google sammelt, tatsächlich sensibel wären. Nein, Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die Füße des analogen Menschen. Es ist das Signal an alle, die sich bis dato in ihrer analogen Sphäre sicher fühlten, dass diese Sicherheit nun ein Ende haben wird.

“Macht ihr mal, ich bin dafür zu alt” habe ich von meinen Eltern oft zu hören bekommen. Gleichaltrige Freunde, die einem ob der eigenen Onlineaktivitäten mitleidig auf die Schulter klopften und das alles bis heute (oder gestern?) für ein Kinderspiel hielten. Rentner, die von diesem schaurigen Internet im Lokalblatt gelesen haben, diesem ungreifbaren Ort voll von Kinderpornographie und Betrügereien. Sie alle dachten, dass sie, so lange sie sich aus dem Internet heraus hielten, sicher seien. Wer nicht mit dem Feuer spielt, der kommt darin auch nicht um, so die einleuchtende Gewissheit.

Damit ist es nun vorbei. Street View symbolisiert das Ende dieses Rückzugsraums, denn Street View ist die greifbarste Verwandlung der analogen Realität in die digitale Öffentlichkeit.

Nach seinem Vortrag “Gestern Volk, morgen Netz” über die Zukunft der Politik auf der Konferenz Atoms & Bits letztes Jahr wurde Christian Heller gefragt, wie er sich denn vorstelle, die nichtdigitalen Bürger in seine wilde Vision einer das Individuum überwindenden Politik abzuholen. Nach kurzer Überlegung entgegnete er, dass er das eher als eine Bringschuld der Analogen ansehe. Ich erschrak angesichts der mangelnden Empathie und der offensichtlichen Arroganz dieser Antwort. Heute weiß ich, dass er recht gehabt hat. Und alle anderen beginnen es derzeit zu spüren.

Die Überlegung ist einfach: Wenn alle Kommunikation über die Welt in das Internet auswandert, dann wird sich früher oder später die ganze Welt im Internet repräsentiert finden. Wir ahnen das schon lange, aber für viele kommt es überraschend. Street View ist genau der Dienst, der dieses Versprechen – bzw. diese Drohung – nun auch dem Letzten vor Augen führt.

Es gibt kein analoges Leben im digitalen. Ist man Teil der Welt, wird man auch Teil des Internets sein. Zwangsläufig und unausweichlich.

Diese Erfahrung, dieser Schock des Digitalen ist es, was sich derzeit in der gesellschaftlichen Debatte entlädt. Und – so albern vielen Interneterfahrenen die Angst vor Street View auch vorkommt – tief im Inneren stellen die Leute die richtigen Fragen.

Exemplarisch dafür ist die heute erscheinende Zeit. Obwohl der Artikel von Heinrich Wefing “Die neue Welt ist nackt” vor sachlichen Fehlern nur so strotzt, schafft es der Autor, Street View richtig einzuordnen. Im Gegensatz zu den oft üblichen “haltet den Dieb”-Rufen, wird der Dienst durchaus treffend in den Gesamtkontext einer sich im digitalen Raum auflösenden Welt eingebettet. Und die Fragen, die sich daraus ergeben, werden gestellt. Sie werden ängstlich gestellt, aber sie werden gestellt.

Die Gesellschaft holt gerade im Hauruckverfahren nach, was sie 15 Jahre versäumt hat. Dass hier die Ängste undifferenzierter sprießen als es angemessen wäre, ist dabei nicht verwunderlich. Dennoch wäre es falsch, jetzt allzu beschwichtigend einzugreifen. Der Sprung ins kalte Wasser wird niemandem erspart bleiben, so oder so.

Den Menschen jetzt die Angst zu nehmen, wäre der falsche Weg. Man darf sie nicht wieder in falscher Sicherheit einlullen. Schon morgen werden es echte Kontrollverluste sein: echte persönliche Daten, echte eigene Profile im Internet, echte Eindrücke aus dem Privatleben. Die Kanäle dazu sind zu vielfältig, die Verbindungen zu komplex, die Verknüpfungen zu unvorhersehbar, als dass sie in naher Zukunft noch zu überblicken wären. Nichts ist gewonnen, wenn das Haus verpixelt ist – und das wissen eigentlich alle.

Deswegen ist die Aktion “Verschollene Häuser” von Jens Best richtig. Sie klärt erstens über die tatsächlichen Risiken und Vorteile des Dienstes auf, indem sie die Leute zwingt, sich damit zu beschäftigen: Mit Street View, dem Internet und seiner Bedeutung für die Gesellschaft und der digitalen Öffentlichkeit, für die jemand wie Best ja anscheinend zu kämpfen bereit ist. Zweitens macht diese Aktion klar, dass es kein Zurück mehr gibt, in die kontrollierte Unberührtheit von “Analogien”. Denn das wäre nicht nur nicht wünschenswert, sondern auch eine glatte Lüge.

Die Diskussion kommt auf vielerlei Ebenen unerwartet. Aber sie ist nun da und sie ist wichtig. Wir leben in einer Achsenzeit, in der die entscheidenden Weichen gestellt werden. Der Streit um Street View – so ermüdend und albern er uns Erfahreneren vorkommt – muss heute geführt werden. Denn dass der Einzug der Welt ins Digitale geschieht, steht nicht zur Debatte. Zur Debatte steht, wer daran partizipieren darf und wer den Zugang dazu kontrolliert. Zur Debatte steht die Notwendigkeit einer digitalen Öffentlichkeit.

Mir ist bewusst, dass der gesellschaftliche Diskurs hier erst am Anfang steht. Aber gestern standen wir noch davor. Der Kontrollverlust ist heute im Mainstream angekommen. Willkommen in unserer Welt.

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92 Kommentare

  1. Christian Edom |  19.08.2010 | 14:37 | permalink  

    Also Bilder und erst recht aufwendige visuelle fotorealistische Geodienste sind besser beherrschbar als unsichtbare Daten, bei denen man nicht weiß, wie sie vernetzt werden oder was Folgen daraus sein kann.

  2. Erst Dienste wie Street View machen den öffentlichen Raum wirklich öffentlich - Die wunderbare Welt von Isotopp |  19.08.2010 | 15:46 | permalink  

    [...] hohen Zaun oder einer Mauer umgeben. Den ganzen Text gibt es hier. Ergänzend dazu auch der Artikel Es gibt kein analoges Leben im Digitalen von Michael Seemann, der erklärt, warum die alten Leute mit Kugelschreibern auf Streetview so [...]

  3. Wolfgang Michal |  19.08.2010 | 16:30 | permalink  

    Guter Beitrag, schön geschrieben. Wie lange wird Best seine Aktion durchhalten?

  4. mspro |  19.08.2010 | 16:58 | permalink  

    @Wolfgang Michal – danke sehr! :)

  5. JeGr |  19.08.2010 | 17:29 | permalink  

    Vielleicht doch unzulässig Simplifiziert: auch wenn ‘alle Kommunikation über die Welt’ in digitale Kanäle abwandern sollte, de-konstituiert das mitnichten die analoge Welt. Den (überfälligen) Diskurs darüber zu führen ist natürlich eine Notwendigkeit – da haben Sie vollkommen recht. Obwohl es kein analoges Leben im Digitalen geben kann, wird es doch weiterhin analoges Leben neben dem Digitalen geben….

  6. dennis_d |  19.08.2010 | 17:38 | permalink  

    Toller Beitrag. Dafür gibt’s extra Besuche nach Carta. Auf das sich mein Kachingle Konto hier entlädt.

  7. Robert Kathmann |  19.08.2010 | 17:58 | permalink  

    Ich glaube es ist ein wenig zu kurz gegriffen den Protest gegen Goggle-View hauptsächlich auf den Widerstand gegen den digitalen „Öffentlichen Raum“ und den leider digital „Geschlossenen Raum“ zu reduzieren

    Es ist doch nicht die Hausfassade, die stört, sondern die Erkenntnis, dass jemand in den Garten, Hof oder Laube oder durch das Fenster sieht. Da streckt jemand seinen Kopf über den Zaun bzw. über die Hecke und man merkt es nicht mal. Woher kommt wohl der Begriff „Einfriedung“. Hier wurde ein bisher ein Territorium abgesteckt und jetzt verändert der digitale öffentliche (und leider auch der geschlossene) Raum diese gefühlten Grenzen. Der Lkw-Fahrer, der über den Zaun sehen konnte, wurde als Ausnahme akzeptiert. Ganz zu schweigen von solchen Kleinigkeiten wie eigene ästhetische Ansprüche. Wie sonst liesen sich solche gemeinwesenaktionen wie unser Dorf soll schöner werden mit all den seltsamen Ausformungen erklären, wenn der außere Blickwinkel auf den eigenen Wohnort nicht eine gesteigerte öder übersteigerte Bedeutung hat.

    Wie viel Anspruch an Gestaltung meiner Identität in der Öffentlichkeit habe ich? Wir Netzaffinen haben mit der Gestaltung des „Öffentlichen“ Raumes im Netz unsere Erfahrungen und können auch diesen Teil in gewissen Grenzen mitgestalten. Aber Hof und Garten und Balkon sowie Fenster sind für viele Menschen ein erheblicher Bestandteil ihrer Lebensidentität. Mit welchen Klamotten ich mich in der Öffentlichkeit präsentiere, bestimme ich zum Teil ja selbst. Aber wie präsentiere ich mein Domizil. Bis jetzt reichte ja die Hecke, Mauer und Zaun aus um den Garten als Privatraum bzw. privaten Lebensraum zu definieren und jetzt ist dies plötzlich öffentlicher Raum. Wir kennen alle das Gefühl von überraschendem Besuch und den hektischen Minuten des „Klar Schiff“ Machens. Wenn privater Lebensraum plötzlich „öffentlich“ wird. Die Angst von Google kalt erwischt worden zu sein, ist wohl irgendwo für viele in ähnlichen Hirnregionen angesiedelt.

    Manchmal helfen unbekannte defuse Ängste als hypothetische Fragen formuliert weiter:

    Wenn ich wüsste, wann Google kommt, hätte ich ja den Rasen gemäht und den Müll aus dem Garten gebracht. Wie sieht das denn aus, wenn mein Nachbar nicht endlich seine Haushälfte streicht. Das sieht doch jetzt die ganze Welt und zwar für immer! Kommt Google denn dann wenigstens noch mal vorbei, wenn der Balkon gemacht ist?

    Bei der Frage von Street-View sind bisherige soziale Fragestellungen und Wertegefüge betroffen und die Frage noch dem Mitgestaltungsrecht der öffentlichen Identität. Bis jetzt konnte jeder davon ausgehen, dass nur eine kleine Gruppe diesen Lebensraum hinter Zäunen, Mauern, Sträuchern und Hecken und großen Fenstern öffentlich wahrnimmt. Eben diejenigen, welche vorbeischauen. Jetzt wir aus einem Augenblick ein dauerhaftes „Zeitzeugnis“ für alle. Der Wohnort und sein Aussehen wird Teil der Identität. Mieter haften für Vermieter, Nachbarn für Nachbarn. Wir sind bei der Problematik: „Sag mir, wo du wohnst und wie es dort aussieht.“ und dem Rückschluss auf den sozialen Status. (Haus. Pferd. Boot oder so ähnlich.) Was bis jetzt als eher privat und temporär (Nicht im rechtlichen Sinne) wahrgenommen wurde, ist jetzt öffentlich und dauerhaft.

    Dass dies vielen Menschen Angst macht ist nachzuvollziehen. Nichtsdestoweniger gibt es kein Recht auf den nötigen Lernprozess zu verzichten, dass „öffentliche Identität“ nur ein Abbild und eben keine Realität sein kann. Zu lernen, dass in sich diese Abbilder aus Augenblicken und Fragmenten unterschiedlichster Art zusammensetzen und Zeitzeugnisse nur für ihrer eigenen Zeit Gültigkeit besitzen, ist analog und digital nötig. Ich bin heute ein anderer als gestern, wenn nicht bin ich tot. Es geht nicht darum digital oder analog zu leben, sondern aus den Erfahrungen zu lernen und Leben zu gestalten. Analog wie digital. Vielleicht gehört es so auch dazu, ein paar Fotos des Gartens ins Netz zu stellen oder stellen zu lassen, weil das wirklich Sehenswerte bei Google fehlt. Ich such mir meine Klamotten ja auch selbst aus, oder lasse es mir von meiner Frau ausreden.

  8. mspro |  19.08.2010 | 18:02 | permalink  

    JeGr –
    “Obwohl es kein analoges Leben im Digitalen geben kann, wird es doch weiterhin analoges Leben neben dem Digitalen geben….”

    ja, das schließt sich aber nicht aus. Natürlich wird es noch analoge Kommunikation und analoge Dinge geben. Doch im Zweifel findet alles seine Entsprechung im digitalen. Deswegen wird diese Welt niemand mehr ignorieren können.

    Die Erkenntnis ist eine andere: musste ich mich vorher aktiv in die digitale Welt begeben, um teil davon zu sein, passiert das heute einfach so, ohne mich zu fragen. Das “nicht gefragt werden” ist tatsächlich auch eines der Dinge, die immer wieder gekehrt werden. Siehe diesen einen FAZ Artikel letztens…

  9. Jens Best |  19.08.2010 | 18:37 | permalink  

    @mspro yo

    @Wolfgang Michal

    Die Aktion “Verschollene Häuser” wird durchgeführt, wenn der Politik folgende Punkte nicht glaubhaft gelingen:

    - Anerkennung der digitalen Realität und Anwendung bürgerrechtlicher Grundlagen bei der Umsetzung von Öffentlichkeit im Digitalen.

    - umgehender und umfassender Beginn der Förderung von zivilgesellschaftlicher opensource basierter Informationssammlungen und -dienste. Inspirationen gibt es genug aus der Open Data Szene. Man könnte z.B. “Code for America” in einer eingedeutschen Version als Sofortmassnahme beschliessen.

    - sofortige Einberufung einer wirkungsmächtig ausgestatteten Aktionsplattform, auf der in einem kurzen Zeitraum Massnahmen zur pro-aktiven Mediennutzungs-Befähigung der breiten Bevölkerung abgestimmt und umgesetzt werden. Alle gesellschaftlich bildungsrelevanten Bereiche sind einzubeziehen (Schulen, peer groups, Familien, Weiterbildungseinrichtungen, etc.).

    Sollten diese Massnahmen nicht erfolgen, werden die aktuell auf verteilten Plattformen koordinierten Mitglieder der Aktion “Verschollene Häuser” zum Start von Streetview mit dem Fotografieren beginnen und so den öffentlichen Raum digital zurückerobern.
    Vorgezogene Aktionen bleiben aufgrund möglicher aktueller Entwicklungen vorbehalten.

    Unsere mittlerweile mehrere hundert Personen große Gruppe ist bereit zu handeln.

    Jens Best
    Sprecher der Digitalen Armee Fraktion

    “Des einen Terrorist ist des anderen Freiheitskämpfer” ;)

  10. mspro |  19.08.2010 | 18:44 | permalink  

    Robert Kathmann -

    “Wie viel Anspruch an Gestaltung meiner Identität in der Öffentlichkeit habe ich?”

    Das ist in der Tat ein interessanter Einwand, den ich so auch noch nicht gelesen habe. Für das Abbild des eigenen Anwesens ist Street View also etwa so, als ob mein Profilbild für Facebook heimlich nach dem Aufstehen, aufgenommen werden würde.

    Zu dem Rest, insbesondere das “Über den Zaun gucken”: Ach je. Ich empfehle jedem noch mal sein Mathematikbuch Geometrie 6ste Klasse herauszunehmen und mal zu gucken, über welche Hecken man mit einem 2,90 m Objektiv von der mitte der Straße gucken kann.

    Aber zurück zum Recht sich so präsentieren zu können, wie man will. Ich habe letztens twitternd gemutmast, ob nicht ein Recht auf die Repräsentanz des eigenen Wohnorts auf Streetview besteht. Also das recht der informationellen Selbstbestimmung positiv gekehrt. Darf mir mein Nachbar oder mein Vermieter in meine digitale Repräsentanz dazwischengrätschen? Diese fragen werden kommen, wenn der Bäcker oder Frisör (vor allem das Hotel) einen Umsatzrückgang spürt, sobald die Leute lieber nicht zu ihm gehen, weil sie nicht wissen, was sie dort erwartet.

    Witzig ist, dass Ihr und mein Beispiel strukturanalog argumentieren. Vermutlich werden wir uns nicht einigen, so wie der ängstliche Mieter und der unter ihm arbeitende Frisör. Deswegen ist es richtig, diese Entscheidung niemanden zu überlassen. Öffentlich ist öffentlich. Bitte fotografieren Sie weiter.

  11. vera |  19.08.2010 | 18:45 | permalink  

    @Wolfgang
    Vermutlich, bis er absehbar Ärger bekommt. Hab’s morgen in den GL.

    @Michael
    Klasse.

  12. Jens Best |  19.08.2010 | 18:53 | permalink  

    @vera

    Definiere Ärger

  13. Bewegt und Nachgedacht » Blog Archive » Google-View Warum denn diese Angst? |  19.08.2010 | 19:08 | permalink  

  14. Falk D. |  19.08.2010 | 20:05 | permalink  

    @Jens Best:
    Schwarz, ums Maul braun gescheckt, 40kG schwer, auch über Kilometer bis zu 30km/h schnell… (SCNR)

  15. StreetViewStreetViewStreetViewStreetView « H I E R |  19.08.2010 | 20:54 | permalink  

    [...] habe jedenfalls die Gelegenheit genutzt das Street View Thema entsprechend einzuordnen und dazu diesen Text für carta.info geschrieben: “Es gibt kein analoges Leben im Digitalen.“ Das Unbehagen um Street View rührt eben nicht davon, dass die Daten, die Google sammelt, [...]

  16. noName - stimmt ja gar nicht ;) |  19.08.2010 | 21:30 | permalink  

    Interessantes, gutes Posting.

    „Der öffentliche Raum bildet sich auch im Digitalen ab.“ hatte Jens Best kürzlich im Zeit-Interview gesagt. Nicht ganz: Der öffentliche Raum bildet sich verzerrt auch im Digitalen ab und dies nur teilweise.

    Das „verzerrt“ macht es nicht ganz so easy wie die lieben Internetterroristen vielleicht meinen könnten. Dann gibt es etliche Menschen, die mit dem Internet überhaupt nichts ab Hut haben usw. usw.

  17. mspro |  19.08.2010 | 21:36 | permalink  

    noName – verzerrt hin, verzerrt her. Langfristig hat alles in der Welt auch im Internet seinen Platz. Und dass es Leute gibt, die mit dem Internet nichts am Hut haben, mag stimmen. Das Problem ist aber, dass das Internet etwas mit ihnen am Hut haben wird. Aber zu diesem Thema habe ich einen Text geschrieben. Da oben.

  18. mediaclinique | ralf schwartz |  19.08.2010 | 21:51 | permalink  

    Street View Diskussion: Nur Symptom unserer degenerierten Gesellschaft…

    Nein, dieser Text wiederholt nicht zum 736sten Mal die Argumente für und wider Street View. Dieser Text ist weder für noch gegen Street View. Es geht um mehr – hauptsächlich darum, daß wir in Gesellschaft und Politik seit 20 Jahren……

  19. Hans-Dieter Z. |  19.08.2010 | 22:07 | permalink  

    Das Problem liegt doch ganz woanders: Natürlich verändert sich die Gesellschaft zur Digitalen Gesellschaft, seit Jahren redet man in D – und nicht nur dort – von der Wissens- und Informationsgesellschaft – aber wie bereitet die politische Elite die Menschend darauf vor? Anstelle sich publikumswirksam auf ein (ausländisches) Unternehmen einzuschiesen, wäre eine sachliche Diskussion notwendig um das, was da in unseren Gesellschaften auf dem Weg zur Digitalen-, Wissen- und/ oder Informationsgesellschaft passiert.

    Und wenn wir schon von Kontrollverlust unserer Daten sprechen, dann sollte man nicht Äpfel mit Haselnüssen vergleichen. Streetview stellt nicht-aktuelle Bilder ins Netz, kein Mensch weiss, ob sie 1 Woche, 1 Monat, 1 Jahr oder noch älter sind. Jedenfalls nicht aktuell!

    Aber was ist mit der sekundenaktuellen Vorratsdatenspeicherung der Telekommunikationsdaten, den Daten aus zig Videoüberwachungen oder der Durchgriff der Finanzämter auf die Bankkonten deutscher Bürger? Und es ist der deutsche Staat, der illegal beschaffte Daten kauft und dazu benutzt, seine Bürger strafrechtlich zu verfolgen. Dagegen ist Streetview ja fast wie Mickey Mouse.

    Wann fordert Frau Aigner hier ein Widerspruchsrecht ?

    Deswegen ist IMHO das, was in D dort passiert – immerhin beschäftigen sich drei Minister mit dem Thema! – reiner Aktionismus und Populismus, geht am grundsätzlichen Problem vorbei und hat nichts mit verantwortungsbewusster Politik zu tun.

  20. Hans Wurst |  19.08.2010 | 22:33 | permalink  

    “We bring the public back to digital Germany”, lese ich auf der Website von Jens Best.

    “Wir” das sind:

    girlyman, mraero, Saunafotograf, dapete, HerrLehmann, Klausgraf, rjoerges, faustjucken, Settembrini, dentaku, RalfTe, christo, emedia, Suzhoualex, Lurchi, Thorn112, WilliWurm, Hugoegonbalder, Dominik, pluschmouse, Tacheles, Rouby, MarvinBln, Axel, svenmw, Ameive, Pachulke, snoopsmaus, eddawanda, cediban, schoeM, bego, hurdy-gurdy-man, MathiasRichel, mediawireless, Fritzbox, Knoxville4444, pius, mb911

    Tolle Öffentlichkeit!

  21. Surfer |  19.08.2010 | 22:47 | permalink  

    Guter Artikel mit sehr originellen und treffenden Erklärungen für die Aufregung um Street View wie in den ersten beiden Sätzen “Es gibt kein analoges Leben im Digitalen.” und “Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die Füße des analogen Menschen.” Damit ist eigentlich alles auf den Punkt gebracht.
    Der letzte Satz könnte dann noch besser heißen: Willkommen in der Wirklichkeit. Oder im Internet und im digitalen Zeitalter.

    PS. Die Fotoaktion von Jens Best halte ich nichtsdestotrotz für überflüssig und wenig hilfreich. Wer nicht selbst direkt mitmachen will im Internet, sollte auch weiterhin nicht über Gebühr dazu gezwungen werden. Es muß auch weiterhin gewisse Rechte auf Freiheit vom Internet geben.

  22. Glanzlichter 29 « … Kaffee bei mir? |  19.08.2010 | 23:04 | permalink  

    [...] Tobias Kläner Jens Best: „Datennutzung im öffentlichen Raum beschützen“ Der Fotograf und IT-Berater Jens Best fotografiert Häuser, die nicht auf Google Streetview erscheinen sollen, und stellt sie ins Netz. Damit will er das Recht auf freie Photographie im öffentlichen Raum verteidigen. [...]

  23. Falk D. |  19.08.2010 | 23:15 | permalink  

    mspro: Wenn ich ein Tortendiagramm aufmale, würden Sie sicher nicht im “Normal”-Stück geführt, sondern eher unter Webevangelist fallen. Ich kenne Leute die erzeugen nicht einen einzigen google-Treffer, obwohl sie normal leben und das sogar relativ öffentlich.
    Alle neueren Studien zeigen, dass die große gesellschaftliche Revolution durch das Internet von der “Generation Null Blog” auf unbestimmte Zeit vertagt wurde.
    Allein die zweite Ableitung des Wikipedia-Wachstums spricht Bände und Facebook wurde zum Schneeball-System, bei dem fast nur noch die Neumitglieder Aktivitäten über die Abbildung ihres realen Umfelds hinaus zeigen. Youtubes Anteil der von den Mitgliedern selbst erzeugten Videos unter aktuell hochgeladenen halbiert sich mittlerweile alle 180 Tage. Das Internet wird zu einem Medium, in dem man auch (wieder) nur konsumieren darf. Aus “one to a few” wird wieder “one to many”.

    Sie und der Herr mit der flexiblen Zahnbürste können ja weiter meinen, die einzig erleuchteten zu sein, nur müssen Sie sich im Klaren sein, dass die gesellschaftliche Betrachtung immer erst durch einen Medianfilter läuft, der sie beide und vermutlich auch mich einfach ausblenden wird.
    Solange das Bundesverfassungsgericht nicht feststellt, dass es keine informationelle Selbstbestimmung mehr gibt, wird es immer Leute mit geben, die mit dem Internet nichts zu tun haben wollen und mit was? mit Recht.
    Ihr Mantra vom Kontrollverlust können Sie bis dahin noch so oft aufsagen. Es bleibt eine Argumentation durch Fußaufstampfen.

    P.S.: Bei den “verschollenen Häuser” wurde auch einfach nicht zuende gedacht. Sowohl Picasa als auch Panoramio haben mir gegenüber erklärt, dass die Hausbesitzer die unerwünschten Bilder analog zur Takedown Notice entfernen können, sobald sie mit der Adresse genannt werden.

  24. Jens Best |  19.08.2010 | 23:37 | permalink  

    Info: Der Kommentar Nr. 9 ist in seiner Form eine satirische Reaktion darauf, dass jemand mich mit gewalttätig handelnden Menschen verglichen hat.
    Ich verteidige lediglich durch Fotografie den öffentlichen Raum. nicht mehr. nicht weniger. Auch die Betitelung “Freiheitskämpfer” ist in diesem Zusammenhang satirisch überzeichnend gemeint.
    Mir war nicht klar, dass man seinen Humor und Selbsthumor ablegen muss, wenn man eine gewisse Aufmerksamkeitsschwelle überschreitet. Das erklärt wohl mit, warum Politik so unentspannt ist. Nun denn.

    @Hans-Dieter Z.

    Was sie im ersten Abschnitt schreiben, ist richtig. Eine wirkliche Förderung der Nutzungsmöglichkeiten des Web findet nicht statt. Die kollaborativen und partizipativen Möglichkeiten werden in der Breite nicht vermittelt. Jeder muss selbst das Web entdecken. Open Data wird diskutiert, aber nicht umgesetzt, ergo kleingehalten.

    Dem Bürger wird nicht zugetraut, dass er mit mehr Information strukturiert umgehen könnte. Kann er auch nicht, wenn ihm die Funktionen und Werkzeuge nicht näher geführt werden, durch die sich sein kognitiver Mehrheit offen und unkontrollierbar entfalten könnte. Da könnte ja was schiefgehen.

    Daraus leiten sich Aufgaben und Forderungen ab, die viel wichtiger wären als die durch mich gestartete Aktion, aber kommen sie seit Jahren aufs Tablett? Nein. Warum gibt es z.B. im Bildungsministerium Dutzende von internen Expertenpapieren, die diesen befreienden Ausbruch durch Befähigung zum Datenumgang (verkürzt gesagt) fördern würden und keines wird glaubhaft angegangen.

    Stattdessen muss man den Umweg gehen und sich über die durchaus verteidigungswürdige Aufrechterhaltung des klassischen Öffentlichkeitsverständnis im Digitalen mediale Aufmerksamkeit verschaffen. Aber vielleicht braucht es auch diesen “Erregungs-Umweg” damit endlich mal über die Chancen im Digitalen gesprochen wird.

    Ich würde mich sehr freuen, wenn sich alle Teilnehmer der Aktion “Verschollene Häuser” die Aufopferung der Freizeit sparen könnten. Innovation entsteht in Deutschland aber vielleicht nur durch Widerstand, vielleicht braucht der deutsche “Ich denk’ da dreimal drüber nach, bevor ich was wage”-Geist diese Provokation.

    @surfer

    Durch die Fotoaktion wird niemand zur Teilnahme am Web gezwungen. Es gibt keine Pflichtformulare für irgendwelche Webaccounts und niemand muss sich einen Internet-Anschluß in sein Haus legen. Wo wird in deinen Augen ein Mensch durch diese Fotoaktion, die die Abbildung des öffentlichen Raum sicherstellt, gezwungen im Web mitzumachen?

  25. Jens Best |  20.08.2010 | 00:01 | permalink  

    @Falk

    Hallo Falk :)

    “Medianfilter”-Argument. Gefällt mir. Ist wohl was dran. Das führt auch hoffentlich zu einem Nachdenken derjenigen, die sich für das Web als möglichen neuen Katalysator menschlichen Miteinanders engagieren. Wie ich schon bei Mathias Richels Beitrag über Streetview-Debatte kommentierte, ist es längst Pflicht gewesen “von der Kanzel” herunterzukommen und leidiges Buzzword-Evangelizing in die Tonne zu kloppen. “Stop evangelizing, start educating” lautet mehr die Devise. Und das ist eben ein ganzes Stück schwerer und langwieriger als ein paar flotte Sprüche 2.0 zu schmettern.

    Die Webengagierten (wie ich sie jetzt mal verkürzt nenne, weil ich “webcommunity” nicht mehr hören kann), sind jetzt in der Pflicht ihre Begeisterung für das neue “Kollaborieren und Partizipieren” in Bezug zu setzen zu einer gesellschaftspolitischen Gesamtrealität. Das ist/wird für viele ein gutes Stück innere Arbeit.

    Solidarität ist kein Wort das erst durch Web 2.0 Welten entstanden ist. Empathie ebenso wenig. Aber eine Sache macht dann doch einen Unterschied: Ein freies Web gibt die Möglichkeit gemeinschaftliche Entwicklungen für den einzelnen Teilnehmer überschaubar, ja sogar ggf. erst möglich zu machen.

    Die Teilnahme an mehr Gemeinschaft, die zeit-effektivere Aufnahme von verständlicher Information gepaart mit der dafür grundlegenden media literacy kann ein wichtiger Baustein für eine bessere Gesellschaft sein. Daran gilt es zu wirken, dafür müssen die politischen Rahmenbedingungen verteidigt oder ggf. erstritten werden.

    Und deswegen werde ich, trotz “Medianfilter” nicht aufhören daran zu arbeiten. Mit einer großen Portion Vermittlungsbereitschaft und mit einem Löffel Provokation.

  26. mspro |  20.08.2010 | 00:08 | permalink  

    Falk D. – Neuste Studien haben ergeben… Amerikanische Wissenschaftler haben jetzt herausgefunden…

    Ach ja. Natürlich weiß ich, dass das, was ich hier mache, nicht der Lebensstil vieler Leute entspricht und ich glaube ihnen gerne, dass manche Menschen derzeit noch nicht im Googleindex vorkommen. Aber haben Sie das, was sie da sagen überhaupt mal in Korrelation gesetzt. Was heißt es denn, dass Sie hier betonen müssen, dass es “noch solche Leute” gibt? Was heißt das denn, bezogen auf eine Welt und einen Zustand von vor 5, von vor 10, von vor 15 Jahren?

    Ich finde das immer wieder erstaunlich, wie krass Menschen vergessen können. Wie sehr sie sich rückblickend immer wieder gerne als Subjekt der Geschichte zurücklügen, die schon immer alles gewusst haben. Ein bisschen Selbstreflektion, ein bisschen Demut vor dem Ereignis und ein bisschen Ehrlichkeit in die eigenen zurückliegenden prophetischen Fähigkeiten tuen Wunder, wenn man das Jetzt verstehen will.

    Aber nee, ist klar. Facebook hat 500 Millionen benutzer, aber bisher ist doch eigentlich noch gar nichts passiert. Oder?

  27. Christoph Kappes |  20.08.2010 | 00:19 | permalink  

    Wir haben das wohl schon mal diskutiert, daher kurz drei Absätze in forschem Ton dazu:

    Die Tendenz zum Kontrollverlust IM Internet heisst nicht, dass Kontrollverlust besteht. Dafür kommt es darauf an, welche Daten dort HINEIN kommen, und das hat noch jeder selbst in der Hand (Betonung auf NOCH).

    Tendenzen, wenn sie bestehen, sind eine Realität, die entweder erwünscht oder unerwünscht sind. Wenn sie unerwünscht sind (Unterfall: sehr unerwünscht), pflegt man das durch Verhaltensnormen zu regeln.

    Entscheidungen über Verhaltensnormen werden in einer Demokratie von einer Mehrheit getroffen. Dabei sind heftige Meinungsverschiedenheiten die Regel, manchmal sind Meinungen aber auch Meinungen, die man akzeptieren muss. In der Sache, im Falle StreetView, geht es um Kleinigkeiten: Dauer der Widerspruchsfrist, Kamerahöhe – und ob man das kodifiziert oder nicht, ist eigentlich schon wieder eine Meta-Diskussion. (Eine vorherige Zustimmung wird erst in diesen Tagen vereinzelt gefordert, das halte ich aber systematisch für Klamauk. Meine Meinung ;-))

  28. Fassade « Roberts Blog |  20.08.2010 | 00:28 | permalink  

    [...] Angst vor dem Unbekannten ist auch hier ein schlechter Ratgeber. [...]

  29. NachDenker |  20.08.2010 | 00:31 | permalink  

    Super Beitrag… Ich weiß, ich muss darüber noch eine Weile nachdenken, aber das sind die besten Texte… :-)

  30. mspro |  20.08.2010 | 00:33 | permalink  

    Christoph Kappes –

    “welche Daten dort HINEIN kommen, und das hat noch jeder selbst in der Hand (Betonung auf NOCH).”

    ich denke, das kippt gerade. Wir sehen bereits vielerlei Bereiche, obwohl wir uns einig sind, dass StreetView eigentlich nicht da hin gehört.

    Aber denk doch nur mal an die vielen hunderttausend Menschen, die sorglos ihr Adressbuch mit Facebook, Knuddels, Vimeo oder Gayromeo abgleichen. Denk doch nur an all die Bilder, die von dir im Netz exitsieren, von denen du gar nichts weißt. Denk doch nur an Datenlecks, die in Firmen, Organisatioen, dem Staat passieren. Denk doch nur die von den Scoring unternehmen, Paybackarbeitern, Profileragenturen, Dataminingspezialisten zusammen getragenen Informationen und die vielfältigen Wege, die sie hier und dort nehmen können.

    Ich weiß. Das alles nicht noch nicht der totale, gesamtgesellschaftliche und unwiederbringliche Kontrollverlust. Meine These ist ja auch die: der kommt erst morgen.

  31. Tharben |  20.08.2010 | 01:25 | permalink  

    Jens Best und mspro im Doppelpack. Sowas kriegt man nur auf Carta, da sammeln sich die Halbstarken. m(

  32. Jens Best |  20.08.2010 | 01:43 | permalink  

    Hola @Tharben

    und jetzt mit dir hier sind wir dann auch langsam komplett

    3 – 2 – 1 go

  33. tnt08 |  20.08.2010 | 02:40 | permalink  

    Datenschutz wird es auch weiterhin geben – für diejenigen die sich ihn leisten können. Da kann noch so einiges kommen, wie eigene unabhängige Internetze. Es ist gar nicht klar, dass ein einziges globales Internet gottgegeben ist. mspro hat in seinem Blog vor kurzem über eine mögliche “Konterrevolution” geschrieben.

    Ein Denkfehler, der gemacht wird, ist, den bisherigen Entwicklungen zuviel Zwangsläufigkeit zuzuschreiben. Es ist eher so, dass alle überrumpelt wurden und die Sache nicht ernst genug genommen haben. Aber wenn die Erwachten sich sammeln, kann alles anders werden. Zum Beispiel generelles Löschen von Inhalten gegen Gebühr, natürlich mit automatisch agierendem Filter der erneutes Hochladen verhindert. Apple und Facebook beweisen ja schon im Ansatz dass ein System mit Inhaltskontrolle erfolgreich sein kann.
    Auch der oft angeführten Möglichkeit von Hacking und Peer-to-Peer-Netzen kann man m.E. mit einer /professionell/ agierenden Abteilung oder Behörde frühzeitig begegnen. Netzneutralität gibt es selbstverständlich nicht mehr und Transaktionskosten werden künstlich hochgehalten, etc. Ist das Internet heute eine frei begehbare Wiese so wird das Internet des dystopischen Morgens ein kompliziertes Labyrinth sein, wie etwa heute die Finanzbranche.

  34. migrant |  20.08.2010 | 08:58 | permalink  

    Besser auf den Punkt lässt sich das Thema nicht bringen.

  35. Sieben bemerkeswerte Artikel zur Streetview-Debatte |  20.08.2010 | 10:06 | permalink  

    [...] StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. (CARTA). “Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die Füße des analogen Menschen. Es ist das Signal an alle, die sich bis dato in ihrer analogen Sphäre sicher fühlten, dass diese Sicherheit nun ein Ende haben wird.” [...]

  36. Digitalisierung: Die deutsche Angst » netzwertig.com |  20.08.2010 | 11:05 | permalink  

    [...] hier das Zitat von Michael Seeman (Quelle): Den Menschen jetzt die Angst zu nehmen, wäre der falsche Weg. Man darf sie nicht wieder in [...]

  37. Lesenswerte Artikel 20. August 2010 |  20.08.2010 | 11:51 | permalink  

    [...] StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. “Das Unbehagen um Street View rührt eben nicht davon, dass die Daten, die Google sammelt, tatsächlich sensibel wären. Nein, Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die Füße des analogen Menschen. Es ist das Signal an alle, die sich bis dato in ihrer analogen Sphäre sicher fühlten, dass diese Sicherheit nun ein Ende haben wird.” [...]

  38. Surfer |  20.08.2010 | 12:03 | permalink  

    @Jens Best
    Es handelt sich bei dieser Fotoaktion um Abbildungen von Teilen des öffentlichen Raum, die im Privatbesitz von Bürgern sind. Wenn die nicht wünschen, dass ihr Privatbesitz im Internet abgebildet wird und Google die Möglichkeit dazu einräumt, sollte das respektiert werden. Akzeptanz fürs Internet erreicht man nicht per Zwang. Ich frage mich, ob die Veröffentlichung von Bildern gegen den ausdrücklichen Willen der Besitzer von Abgebildetem überhaupt rechtlich zulässig ist.

  39. Steve |  20.08.2010 | 13:41 | permalink  

    @Surfer:

    “Die Rechtsprechung hat den rechtlichen Schutz auch auf die Verbreitung von Abbildungen von Wohngrundstücken erstreckt, wenn dadurch zugleich die Identität der Bewohner offengelegt und der Weg zu dessen Anwesen beschrieben wird. Die bloße Abbildung des Wohnhauses stellt allerdings kein Bildnis (einer Person) dar, so dass der Maßstab letztlich das allgemeine Persönlichkeitsrecht der Betroffenen ist. Häufig ist hier zwischen der grundgesetzlich geschützten Pressefreiheit (Art. 5 Abs. 2 S. 2 GG) und dem Persönlichkeitsrecht abzuwägen. ”
    Quelle: sakowski.de

    Es ist hier nicht ganz so pauschal zu beantworten. Grundsätzlich ist aber eher nichts rechtliches gegen Aufnahmen, welche ausserhalb des Grundstückes, also aus öffentlichem Raum heraus, gemacht werden einzuwenden.

    @Hans-Dieter Z. (Kommentar 18):
    Dies sehe ich auch so. Gerade das in Absatz 3 genannte Handeln dieser aber auch vieler anderer Regierungen und öffentlichen Ämter lässt die aktuellen “Aufheuler” in den Medien etwas fragwürdig aussehen.

    Elena, Finanzamtdaten oder auch das kürzlich verabschiedete Swift-Abkommen – hier rührt sich seitens der Politik wenig bis gar nichts – zumindest nicht aus Eigeninitiative. Wenn nun ein kleines Auto durch die Strassen fährt und ein Bild von den Häusern macht, regt man sich über diese “Ungeheuerlichkeit” endlos und medienwirksam auf. Oder vielleicht soll dies auch nur von den eigenen, selbstgeschaffenen Problempunkten zu diesem Thema ablenken!?

  40. CARTA |  20.08.2010 | 14:02 | permalink  

    Glanzlichter: OpenData, Leistungsschutzrecht und Maptivism, die alternative Landvermessung…

    Die Glanzlichter sind eine Auswahl von neuen und älteren Texten, die ich lesenswert finde. Heute u.a. mit: “Kritik an Peer Steinbrück – Kleinliche Beckmesserei”, “Internet-Debatte – Das Netz, ein Tal vertrauter Fremder……

  41. Die digitalisierung der "Welt" - oder warum StreetView nur der Augenöffner war. | Patric Schmid |  20.08.2010 | 14:14 | permalink  

    [...] Dienste wie StreetView machen den öffentlichen Raum wirklich öffentlich) und Michael Seemann (Es gibt kein analoges Leben im Digitalen) die ich vorher noch nicht gelesen [...]

  42. Heute Google Streetview - Morgen wir oder das Ende der Streetphotographie - Seite 7 - Leica User Forum |  20.08.2010 | 14:33 | permalink  

    [...] AW: Heute Google Streetview – Morgen wir oder das Ende der Streetphotographie Auch nett: "(…) das Signal an alle, die sich bis dato in ihrer analogen Sphäre sicher fühlten, dass diese Sicherheit nun ein Ende haben wird" StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. — CARTA [...]

  43. Streetview: Was werden Gerichte in Sachen verpixelter Häuser demnächst verhandeln? |  20.08.2010 | 14:34 | permalink  

    [...] Es gibt kein analoges Leben im Digitalen (Carta) [...]

  44. Yolande Langendijk |  20.08.2010 | 15:53 | permalink  

    Schon ausprobiert dieses Google Streetview? Wo ich wohne ist es schon längst verfügbar. Habe mal einige Adressen ausprobiert aber das Ergebnis war oft sehr unpräzis. Man sah oft eine stück Strassen mit verschiedene Häuser also eine ‚ungefähr’ Ergebnis. Eine Adresse war tatsächlich mindestens eine Kilometer entfernt von dem von Google Streetview gegebene ‚View’.
    Freundlichen Grüssen,

  45. Carsten |  20.08.2010 | 17:53 | permalink  

    Hi,

    @Jens Best:
    Wenn du doch so ein Aufklärer bist, stell nicht einfach anonym die Fotos ins Netz, sondern schell bei Häusern an und versuch herauszufinden, wer das Haus warum hat verpixeln lassen. Dann kannst du ihnen erklären, wie es wirklich ist.

    Manche werden sich aufklären lassen, und vielleicht bekommst du sogar ein Kaffee und ein Dankeschön, und manche nicht. Aber die Letzteren solltest du dann respektieren, und dich nicht als jemand aufspielen, der angeblich weiss, was besser für alle ist.

  46. Jens Best |  20.08.2010 | 18:24 | permalink  

    @Carsten

    An so etwas habe ich auch schon gedacht.

    Ich dachte das eher etwas “zentraler”. Angenommen eine Stadt hat 200 gelöschte private Häuser. Ich kenne die Leute ja nicht, aber man könnte z.B. in den lokalen Zeitung (und kostenlosen Wurfzeitungen und hyperlokal-websites etc.) informieren, dass z.B. “am Samstag fotografiert wird” und dass die Gruppe der Fotografen z.B. am Vormittag auf dem Marktplatz einen Stand hat.

    Da wird dann über die Chancen von der Nutzung öffentlicher Daten informiert. Ich fände auch Kooperationen mit den Heimatmuseen vor Ort interessant. Mit History Pin gibt es ja die Möglichkeit auch ältere Fotos von Strassen und Plätzen hochzuladen und mit Jahresinfos etc. zu versehen.
    http://www.youtube.com/watch?v=cXjLrRu-SMY

    Ich würde schon im Rahmen meiner Möglichkeiten gerne “vermittelnde Elemente” in die Aktion einbauen. Das ändert natürlich nichts an der grundlegenden Absicht den öffentlichen Raum vor denen zu schützen, die ihn mit dem “Häuserfassaden-Verbot” verkleinern wollen. Aber es wäre gut, ich habe das jetzt noch nicht mit den teilnehmenden Fotografen abgesprochen, aber ich könnte mir vorstellen, dass die meisten das unterstützen.

  47. Und nicht vergessen: Abschalten! - Roberts Kolumne |  20.08.2010 | 20:33 | permalink  

    [...] an der frischen Luft, kann die Gedanken kreisen lassen und mit schönen Menschen kommunizieren – offline. Ich finde es bemerkenswert, wie die „Digital Naives“ analoge und digitale Welt miteinander [...]

  48. Robert |  20.08.2010 | 20:45 | permalink  

    Nicht im Netz spielt sich alles ab, sondern ein Teil des Analogen spielt im Digitalen. Andersherum wären wir eben genau in der Matrix. Und ich bin froh, nicht in Nährlösung an ein Kabel angeschlossen zu sein, sondern stattdessen echte Steaks zu essen. Nur mal ein Realitätsabgleich:

    Wenn morgen 98% der Blogs aus den deutschen Blogcharts dicht machen, dann interessiert das keinen Menschen.

    Und jetzt raus an die frische Luft, solange der Sommer noch gnädig ist!

  49. realfragment |  20.08.2010 | 20:51 | permalink  

    Google Streetview – Die Debatte, die Panoramafreiheit und der Datenschutz…

    Dieser Artikel ist mir was wert: var flattr_url = ‘http://www.realfragment.de/blog/index.php/2010/08/16/memphis-bitch-kosmodrom’; var flattr_btn=’compact’; Seit einiger Zeit schlagen die Wellen um Google Maps Streetview in Deutschland hoch. Dab……

  50. mspro |  20.08.2010 | 21:16 | permalink  

    Robert! Das hatte ich natürlich nicht bedacht. Die Ergebnisse der Untersuchung von Professor Doktor Sickendieck war mir noch gar nicht bekannt! Das ändert natürlich alles!

  51. Robert |  20.08.2010 | 21:48 | permalink  

    Ich bin mir meiner Unverschämtheit bewusst. Ich habe diesen obigen Artikel, unter dem ich kommentiere, noch einmal durchgelesen, nachdem ich meinte, diesen kommentieren zu müssen. Das echte Leben ist genau umgekehrt zu dem, was hier propagiert wird. Lies dir meine Kolumne durch. Im meinem ansehnlichen Freundeskreis bin ich übrigens mit Abstand der einzige, der bloggt oder gar andere Blogs kennt, von Twitter oder selbst Inhalte schaffen mal ganz abgesehen. Die Menschen können durchaus ohne Netz leben, aber das Netz nicht ohne Menschen. Und das ist auch gut so!

    P.S.: 187 Menschen sind aber auch eine schlagkräftige Truppe gegen 80 Millionen Bundesbürger.

  52. mspro |  20.08.2010 | 21:59 | permalink  

    Robert – Es scheint, als würde eine drittmalige Lektüre meines Artikels bei dir durchaus noch sinnvoll sein. Hier geht es nicht um Menschen, die nicht ohne Internet könnten, sondern darum, dass auch diese Leute Teil des Internets werden. Ohne selbst aktiv zu werden. Deswegen mögen 187 Menschen gegen 80 Millionen nicht viel sein, aber im Zweifel genug, um die Häuser der 80 Millionen zu komplettieren.

  53. Robert |  20.08.2010 | 23:51 | permalink  

    Diese Menschen können etwas dagegen tun und der hier so hochgejubelte Jens Best mit seine Schergen möchten diese Menschen gegen ihren Willen ins Netz zerren. So schaut’s nämlich aus. Das hat nichts mit Anstand oder Respekt zu tun.

  54. Big Brother & die digitale Öffentlichkeit « Aufgelesenes |  21.08.2010 | 00:56 | permalink  

    [...] von Computern kontrollierten Menschen und Michael Seemann steigt mit einer Abwandlung von Adorno Es gibt kein analoges Leben im digitalen in die Debatte um Google StreetView [...]

  55. David |  21.08.2010 | 20:08 | permalink  

    Wo liegt die absolute Notwendigkeit von Google Street View? In der ehrlichen Abwägung von Nutzen, Risiko und Freiheit des Einzelnen. Hier müssen Menschen aktiv werden um sich selbst zu schützen. Es ist egal, ob wir die Angst vor Google Street View für lächerlich halten. Jeder Mensch hat das Recht Angst zu haben.

    Also ist es im Kern die Frage: Ist der wirkliche Nutzen von Street View größer, als alle negativen Konsequenzen, möglicher Missbrauch und die Einschränkung der Privatsphäre des einzelnen. (Wenn die Kamerawagen aus 3-4 Meter Höhe fotografieren, werden teilweise Mauern überwunden, die die Bewohner zum Schutz Ihrer Privatsphäre errichtet haben. )

  56. mspro |  21.08.2010 | 23:33 | permalink  

    David – Jeder hat das Recht angst zu haben. Aber es gibt kein Recht, dass dieser Angst gesellschaftlich entsprochen wird. There ist no right not to be offended.

  57. David |  22.08.2010 | 01:43 | permalink  

    @mspro – Deshalb stelle ich die Frage, ob das Allgemeinwohl hier gegeben durch Street View bedeutender ist, als die Angst des Einzelnen.

  58. mspro |  22.08.2010 | 01:52 | permalink  

    David – Ja, Freiheitsrechte sind immer wichtiger als die Ängste einzelner.

  59. Falk D. |  22.08.2010 | 02:52 | permalink  

    mspro: Negative Handlungsfreiheit, z.B. nicht bei Streetview mitzuspielen, ist ein wichtiges Freiheitsrecht, dabei ist es egal, aus welchen Gründen, der oder diejenige, die eine Hausburka bestellt, dieses tut. Es ist ihr (aktuell noch von Google eingeräumtes, da Gesetzgeber in Arbeitsverweigerung) gutes Recht.

  60. David |  22.08.2010 | 03:07 | permalink  

    @mspro – Ich sage nicht, dass die Ängste des Einzelnen wichtiger sind, als die Freiheit der Gemeinschaft.

    Mir geht es um das kritische Hinterfragen der Webaffinität. Ich frage noch mal: Was ist der Sinn von Street View? In welcher Form bietet es einen Mehrwert für die Gesellschaft? Und ist dieser Mehrwert größer einzuordnen als die möglichen negativen Folgen? (Und die bereits existenten Ängste einiger Menschen)

    In Deinem Artikel geht es vor allem um die Digitalisierung und das Google Street View dieses Thema an einem vermeintlich harmlosen Thema in den Mainstream holt. Nun ich gehe an den Anfang und stelle, ähnlich der Mainstreammedien, die Frage: Wie wichtig ist Google Street View für unsere Gesellschaft? Und vor allem, was geschieht mit den digitalisierten Daten.

    Um kurz Randgedanken mit einfließen zu lassen. Der Mensch, das wird hoffentlich niemand verneinen, ist nicht perfekt und doch versucht er seine Welt mehr und mehr zu perfektionieren. Dies führt dazu, dass der Mensch irgendwann für seine eigene Welt nicht mehr gut genug ist. Mark Zuckerberg sagt, dass wenn alle alles mitbekommen, die Menschen sich nicht mehr hinter einer Scheinidentität verstecken könne, sind sie zum einen gezwungen Integer und ehrlicher zu handeln und zum anderen gewöhnen sich die Menschen mehr daran, dass der Mensch Fehler macht. Auch das halte ich für eine Theorie, die in der Realität scheitern wird. Der Mensch braucht den Schutz. Kuckt euch doch mal in eurem Freundeskreis um. Oder beobachtet euch einmal selber. Jeder spielt ab und zu eine Rolle um sich selber zu schützen. Man gaukelt vielleicht vor selbstbewusster zu sein, als man ist um bei einem ersten Date besser rüber zu kommen. (Doofes Beispiel, ich weiß.)

    Nun nehmen wir einmal an, dass alles von einem Bekannt ist. Man kann sich angucken, wie das Haus aussieht, in dem einer wohnt, man kann anhand eines Fotos checken lassen, wer diese Person ist usw. Eben alles Wissen für jeden abrufbar.

    Ich denke, dass wir irgendwo halten müssen. Auch wenn ich es toll finde in Street View virtuell durch die Straßen zu laufen. Und mir geht es nicht darum zu sagen, dass jemand unrecht hat.

  61. Sven |  22.08.2010 | 08:51 | permalink  

    Mspro hat es doch auf den Punkt gebracht. Payback oder die Shell Tankstellenkarte werden bedenkenlos eingesetzt nur um an ein paar Punkte zu kommen mit denen man mehr oder weniger sinniges kaufen kann.

    Was ich wo einkaufe darf jeder Wissen. Das Recht dem anderen in den Einkaufskorb zu schauen habe ich dank Geburt. Aber dass mir jemand in den Vorgarten schaut geht nunmal gar nicht.

    Spannend wird es aber erst, wenn Zahlsysteme, Kreditauskünfte, Firmendaten und mehr miteinander vernetzt sind. Das Thema der Datenzusammenführung wird aber generös ausgeklammert, solange man auf seinen Datenschutz pochen kann, der schon längst nicht mehr existiert.

    Eigentlich hat Street-View in Deutschland alles falsch gemacht. Wäre man mit einer “Viewback” Karte gekommen, wo jeder Hausbewohner einen Punkt bekommt wenn das Bild aufgerufen wird, wären die Deutschen wohl jetzt damit beschäftigt möglichst viele Besucher zu Ihrem Haus zu lenken und wenn sich der Fotowagen nähert sich obendrein nackt ans Fenster zu stellen.

  62. David |  22.08.2010 | 11:06 | permalink  

    @Sven – PayBack Karten sind vom Gesichtspunkt der Privatsphäre auch Kritisch, jedoch gibt es hier einen Unterschied zu Street View. Bei PayBack Karten wird der Konsument aktiv. Er muss aktiv werden um diese Karte zu bekommen und zu benutzen. Darüber hinaus wird in dieser Diskussion um Privatsphäre zu schnell verallgemeinert. Oft wird der Eindruck erweckt, dass Leute, die gegen Street View sind gleichzeitig alle PayBack Karten benutzen. Ich denke, dass man es sich nicht so einfach machen kann.

    Nun kommen wir zum eigentlichen Problem des Artikels zurück. Die aufgezwungene Digitalisierung und die Bringschuld des Bürgers. Google StreetView zwingt den Bürger aktiv zu werden. Er kann an der Kasse nicht einfach sagen, Nein Danke. Er muss im Zweifel im Internet recherchieren und seine Daten an Google übermitteln.

    Jetzt ist die Sache mit Street View, dass Google nicht jeden Bürger Fragen kann, ob er damit einverstanden ist und da kommt die Frage nach dem Allgemeinwohl auf. Aber wo liegt diese bei Street View?

    Darüber hinaus gibt es einen klaren Unterschied, ob man seine Daten explizit einem Unternehmen zur Verfügung stellt oder sie von einem Unternehmen genommen werden.

  63. Gunther |  22.08.2010 | 12:41 | permalink  

    @David
    “Google StreetView zwingt den Bürger aktiv zu werden.”
    Auch wenn der Vergleich hinkt wie ein alter Mann: im Netz musst du auch aktiv werden, wenn deine Seite nicht von Google indexiert werden soll. Du musst auch aktiv werden und beispielsweise Hecken pflanzen, wenn du verhindern willst, dass jemand auf dein Grundstück schaut.

    “Jetzt ist die Sache mit Street View, dass Google nicht jeden Bürger Fragen kann, ob er damit einverstanden ist und da kommt die Frage nach dem Allgemeinwohl auf. Aber wo liegt diese bei Street View?”
    Ich glaube ehrlich gesagt, dass so ein Satz auch nur von jemandem kommen kann, der Street View noch nie benutzt hat und nicht erkennt, was es ermöglicht.
    Neben dem, was im obigen Artikel geschrieben wird, ist glaube ich auch eine Angst der meisten Leute, dass die Öffentlichkeit plötzlich tatsächlich öffentlich ist. Und zwar auf einer Ebene, die sie bisher nicht für möglich gehalten haben. Und dem Schrebergartenbesitzer oder Kleinhausbesitzer wird jetzt erst diese öffentliche Welt so richtig bewusst und umgekehrt diese öffentlich “zugreifbare” und “sichtbare” Welt auch wirklich genutzt und durch Google sichtbar gemacht.

    Google indexiert quasi die reale Welt und macht sie rudimentär durchsuchbar. Hier mal ein Beispiel, von dem, was ich vor einigen Monaten mit Street View gemacht habe: ich habe mir Tokyo angesehen, um mal die Architektur zu betrachten, ich war in Paris, in London und in Las Vegas, ohne jemals einen Fuss vor das Haus gesetzt zu haben. Ich habe dann auch mal meinen Eltern noch das (angebliche) Haus von Sherlock Holmes gezeigt, worauf sie meinten, dass der Urlaub dorthin sich erledigt hat. Sie fragten auch nach anderen bekannten Touristenmagneten und haben nicht einmal was über Datenschutz gesagt. Warum auch, ihnen waren die bekannten Punkte wichtig, die einzelnen Leute haben sie nicht im geringsten Interessiert.

    Wenn ich StreetView nutze, dann geht es mir um das große Ganze. Wie “fühlt” sich die Stadt an, wo gibt es die großen und kleinen kulturellen Unterschiede, wie leben dort die “Leute”. Das Netz verbindet die Menschen direkt virtuell. StreetView verbindet jetzt die Welten miteinander und macht sie erfahrbar, ohne dass man vor Ort sein müsste. Man denke nur an die Möglichkeiten im Unterricht. Erdkunde zum Beispiel: ich kann als Lehrer direkt die desolate Lage in manchen Regionen zeigen. Oder der Aufbau von Städten. Ich kann als Lehrer die Industrieviertel dieser Welt plastisch zeigen und besprechen. Oder der Geschichtsunterricht: man kann virtuell die Orte der Weltgeschichte besuchen, und schauen, was noch von der Straße aus zu sehen ist. Man kann auch eine Stadt nach alten Relikten durchsuchen und dann im Unterricht darüber diskutieren. Überhaupt macht Google die Welt für Kinder und Jugendliche auf einer Ebene erfahrbar, wie es sonst nur ein Urlaub macht. Etwas pathetisch ausgedrückt kann es dabei helfen, die Welt noch ein Stückchen näher zusammenrücken zu lassen. Sollte ich mal Kinder haben, würde ich genau dieses Werkzeug benutzen, um sie offen zu machen für die Vielzahl an Kulturen und Menschen und deren Lebensgewohnheiten.

    Wer also das potenzielle Allgemeinwohl durch StreetView nicht erkennt, der hat anscheinend nicht wirklich über dessen Potenzial nachgedacht.

    Ach ja: und das ist auch ein Punkt, bei dem ich im Hinblick auf Deutschland nur noch sprachlos bin: wo sind die Visionen geblieben? Gibt es überhaupt nocht welche? Will Deutschland international und im Netz eigentlich irgendwie was konstruktiv mitgestalten? Das einzige, was wir bis jetzt erreicht haben, ist, dass die Amerikaner von der “German Angst” sprechen, die wir gegenüber dem Netz haben. Echt super. Und da labern sie alle von der Wissens- und Informationsgesellschaft und wie wichtig die sei. Aber kaum, dass jemand es wagt, die Öffentlichkeit zu nutzen, da geht das Große Gejammer los. Irgendwie ist es kein Wunder, dass die ganzen großen milliardenschweren Internetfirmen in den USA sitzen. Wenn sich da bald nicht was ändert, dann hat Deutschland in wenigen Jahren echte Probleme.
    Und ja: ich bin auch ein Verfechter von Datenschutz und Privatsphäre, aber was hier teilweise diskutiert wird, ist nur noch hanebüchen.

    Und noch als ein letzter Punkt: Bing, die Suchmaschine von Google, hat mit ihrem “StreetView” Großes vor. In einer TED-Präsentation haben sie zum Beispiel gezeigt, dass sie Mtiarbeiter mit Fotorucksäcken in Einkaufsläden gehen lassen oder in Fußgängerzonen. Werdet ihr da auch losschreien? Oder ist euch das egal, weil es ja quasi auf Augenhöhe passiert? Ach ja: Gleichzeitig werden Fotografien von Nutzern fast perfekt in diese Aufnahmen integriert bzw. eingeblendet.

    Man kann natürlich über das Für und Wider diskutieren. Aber sollten wir jetzt nicht mal unseren Arsch in die Gänge kriegen und mal selbst ein paar Innovationen schaffen, anstatt immer nur US-Amerikanische Vorbilder zu kopieren? Aber bei einer solchen Grundstimmung, die immer nur die Probleme sieht, kann das wohl nie passieren.

  64. David |  22.08.2010 | 13:18 | permalink  

    @Gunther – Vielen Dank für den Ansatz Street View einen weiteren Nutzen abzugewinnen. Für die Lehre würde es in der Tat ein interessanter Faktor sein können.

    Nun gehen Sie noch auf die “Aktion” ein. Meine Eltern Beispielsweise verfügen über keine Internetseite, die indexiert werden könnte. Deshalb müssten sie auch dort nicht aktiv werden. Darüber hinaus könnte ja mittels robot.txt der Suchmaschine gesagt werden, dass die Seite nicht indexiert werden soll. Meinen Eltern bleibt die Freiheit im Internet zu erscheinen oder nicht. Ebenso allen anderen, die die “neue Welt” bisher nicht wohlwollend aufgenommen haben.

    Nun rufen sie, dass Deutschland alles Schwarz sieht und Innovationen verhindert werden. Zum Glück gibt es neben Gowalla, Street View und co noch andere Geschäftsmodelle, die nicht auf Datensammlung basieren.

    Jetzt kommen wir wieder zu dem Punkt der Webaffinität. Das Internet als Zentrum des neuen Seins zu definieren. Das Internet ist erst einmal eine Technik, die natürlich unser Leben verändern wird. Eben, wie es die Eisenbahn und das Telefon getan haben. (Wieder ein Vergleich der hinkt… ;) )

    Aber muss man deshalb alles ohne es zu hinterfragen annehmen und bejubeln, weil es irgendwie Spaß macht? Weil es einem schöne Bildchen zeigt?

    Nun werden natürlich lächerliche Ängste zur Schau gestellt, in denen Street View ähnlich, wie es damals bei Google Earth war, als rund um die Uhr Überwachung verstanden werden. Aber die punktuale Aufnahme einer Situation ohne deren Kontext mag nicht weniger verheerende Auswirkungen haben.

    Ich bin übrigens nicht Grundsätzlich gegen etwas wie Street View. Ich bin gegen etwas, was nur schwarz weiß sehen kann und alle Menschen zu einer Sache zwingt. Friss oder Stirb.

  65. Steve |  22.08.2010 | 13:21 | permalink  

    @David: Was ist der Sinn von StreetView? Diese Frage kann man meiner Ansicht nach nicht klar beantworten, da hier jeder Einzelne seinen eigenen Sinn oder Unsinn damit verbindet. Es ist ein Dienst, welcher von Google angeboten wird. Der eine findet es gut, der andere kann damit nichts anfangen und der nächste ist klar dagegen. Sinn oder Unsinn ist nicht die Frage, welche gestellt werden muss.

    Die Angst des Einzelnen ist wichtig und darf nicht ignoriert werden. Aber wie mspro bereits richtig geschrieben hat, so ist das Recht des Einzelnen auf seine Ängste nicht wichtiger, als die Freiheitsrechte allgemein. Wenn ich den Ausgangsartikel richtig verstanden habe, so geht es doch nicht primär um Google StreetView, sondern um die Tatsache, dass die technische und auch die gesellschaftliche Entwicklung früher oder später dafür sorgen, dass er/sie sich dem Internet stellen muss. Auch glaube ich herausgelesen zu haben, dass die Fragen, welche von den Kritikern von StreetView gestellt werden, die richtigen Fragen sind, nur die Art und Weise hätte anders angegangen werden sollen. Weiterhin bringt der Autor – für mich – sehr klar zum Ausdruck, dass es eine Debatte darüber geben muss, wer welche Daten wie erhebt, verarbeitet, benutzt etc.

    Diese allgemeine Debatte vermisse ich jedoch. Es wird – gerade von der Politik – sehr medienwirksam auf einen Konzern “eingeprügelt”. Ich persönlich bin ganz klar dafür, dass jeder Einzelne ein Widerufsrecht haben soll, und dieses zeitlich nicht begrenzt, um das Bild seiner Hausfront verpixeln zu lassen. Wer dies möchte, soll dieses Recht nutzen dürfen. Kritisch wird es aus meiner sicht, und hier kommt dann Deine Angst des Einzelnen gegen die Rechte von vielen zum Tragen, wenn in einem Mietshaus von 6 Mietern 1 Person gegen die Veröffentlichung ist und verpixeln lassen möchte, die 5 anderen dies nicht wollen, deren Wunsch aber nicht mehr relevant ist.

    Ich gebe Dir Recht, wenn Du sagst, dass jeder das Recht haben soll, sich dagegen zu wehren, wenn zuviel seiner Person ungewollt ins Internet gestellt wird. Ich persönlich glaube jedoch nicht, dass es einmal alles von jedem im Internet geben wird. Die Abbildung einer Hausfront ist aus meiner Sicht noch keine Verletzung eines Persönlichkeitsrechtes. Wenn ich mich in StreetView bewege, so weiss ich nicht, wer in den Häusern wohnt, wie die Leute heissen, was sie machen etc. Weiterhin bin ich der Auffassung, dass die Leute, die nun ihr Haus verpixeln lassen, gerade damit auf sich aufmerksam machen.

    Auch hast Du Recht, dass Payback & Co. nicht mit StreetView vergleichbar sind. Dennoch ist die Aussage von Sven sehr trefflich, wie ein Thema – nämlich der Datenschutz – so unterschiedlich von Menschen betrachtet wird. Bei Payback & Co. muss der Mensch selbst aktiv werden. Bei anderen Dingen muss er dies nicht, die Daten welche hier gesammelt werden sind jedoch viel spezifischer: ELENA, Finanzamtzugriff auf Konten etc. Melde ich ein Gewerbe an oder melde mich beim Einwohnermeldeamt um, bekomme ich nach wenigen Wochen, ohne selbst etwas getan zu haben, einen Bescheid von der Abfallwirtschaft, von der GEZ ein freundliches Anschreiben etc. Meine Daten werden hier ungefragt weitergegeben, ohne dass ich hierüber aufgeklärt werde. Abgedeckt durch gestezliche Vorschriften, Verordnungen usw. Hierzu höre ich keine Meldung in den Medien, in der Frau Aigner dagegen vorgehen will. In einem Interview (ich glaube es war Spiegel oder Stern) hat sie kürzlich verlauten lassen, dass Sie sich hat bei facebook abmelden müssen, dass sie sich unglaubhaft mache, wenn Sie als Verbraucherschutzministerin weiter angemeldet bliebe. Die Speicherung von Telefongesprächsdaten oder Interneteinwahlen oder auch das Swift-Abkommen wird als wichtiger Schritt gegen den Terror gefeiert (von Seiten der Politik) aber Google, facebook & Co. bedrohenen den Verbraucher da man nicht wisse, was hier mit den Daten geschieht.

    Ich bin klar dafür, dass eine Debatte darüber geführt wird, wie der bereits existierende Weg in der digitalen Gegenwart und in die digitale Zukunft zu begehen ist und wer hier wie welche Daten erhebt und nutzt. Aber wie Hans-Dieter Z. in Kommentar 19bereits sehr trefflich und richtig formuliert hat: diese Debatte sollte sachlich geführt werden. Ausserdem sollte in dem Zusammenhang auch ganz klar darüber gesprochen werden, welche Daten die Ämter und Ministerien erheben und wie diese genutzt und verarbeitet werden.

  66. Jens Best |  22.08.2010 | 13:37 | permalink  

    @Steve

    “dass es einmal alles von jedem im Internet geben wird.” – Davon sind wir weit entfernt und ich denke dies könnte auch nur in einer sehr idealistischen Version einer Gesellschaft ohne Mord und Totschlag funktionieren.

    Versachlichung ist, auch wenn die von mir initiierte Aktion “Verschollene Häuser” auf den ersten Blick nicht danach aussieht, mein Ziel.

    Daten: es gibt unterschiedliche; persönliche und öffentliche – und dann noch individuell freigegebene persönliche, die sich in einer gewissen Verknüpfung im öffentlichen (digitalen) Raum befinden.

    An diesem Punkt würde ich mir eine gesellschaftlich getragene Entscheidungsfindung wünschen. Alles andere ist nichts weiter als eine Negation des Digitalen als neue Ebene der gemeinsamen Öffentlichkeit.

    nur leider sind wir aktuell nicht soweit auf breiter Basis sachlich zu diskutieren. Aktuell muss auch der digitale öffentliche Datenbereich (in Form der Fotos von Häuserfassaden) verteidigt werden.
    Vermittlung von Verständnis ist wichtig, aber die Verteidigung des offenen Webs (auch wenn das heisst Google in Teilen verteidigen zu müssen) ist aktuell genau zu wichtig.

    http://www.streetview.mixxt.de

  67. Steve |  22.08.2010 | 13:57 | permalink  

    @Jens:

    Dann sind wir doch gar nicht weit voneinander entfernt, was die Ansichten zu diesem Bereich betrifft….

    Die politische “Führung” glaub, die Bevölkerung für dumm verkaufen zu können und leider funktioniert dies in vielen Dinge auch… Daher ist die breite Diskussion in der Öffentlichkeit wichtig und ich hoffe, dass nicht nur die Contra-Seite medial verbreitet wird, sondern eben auch einmal die andere Sichtweise. Leider sind aber die Menschen, welche dem medialen Echo zuhören und ihm vertrauen, zu grossen Teilen die, welche nicht so stark mit dem Internet vertraut sind und es umfänglich nutzen. Beide Seiten, also Gefahren und positive Aspekte, sachlich und konstruktiv einander gegenüberzustellen und auch Fragen zu stellen, welche in der Breite der Öffentlichkeit noch nicht gestellt werden, würde ich mir auch in Massenmedien wie Radio und TV wünschen.

  68. David |  22.08.2010 | 14:12 | permalink  

    @Steve – vielen lieben Dank für den weiteren Input.
    Ja, es geht mir vor allem um die soziale Diskussion. Was mich immer etwas stört, ist die radikale Haltung mancher Webgenossen. Deshalb das Polemische Schlusswort “Friss oder Stirb”

    Die Diskussion betrifft in der Tat nicht nur Street View. Da kommt etwas und die Politik hat nicht genug Knowhow dieses Feld zu erfassen, wie es scheint.

  69. Dominic |  22.08.2010 | 21:55 | permalink  

    Ich sehe das alles ein wenig anders. Ich respektiere die Wünsche meiner Mitmenschen und ich versuche, sofern es in meinen Händen liegt, diese auch zu erfüllen.

    Nun wir GSV eingeführt und es gibt Menschen die, aus welchem Grund auch immer, nicht möchten das ihr Wohnraum im Internet erscheint. Google bietet ihnen die Möglichkeit ihr Haus entfernen zu lassen und eigentlich sollte damit die Geschichte beendet sein. Alle wären glücklich und keiner müsste sich benachteiligt fühlen.

    Jetzt ein Gedankenkonstrukt zu entwickeln, es digitale Öffentlichkeit zu nennen um dann gegen die “Aufständischen” vorgehen zu können, ist nicht richtig. Warum greift man in einen Konflikt zwischen zwei Parteien ein der an und für sich geklärt war? Warum muss man sich selbst als denjenigen bezeichnen der den Löffel der Weisheit gefressen hat? Jens Best will einfach nicht den unterschied zwischen einer fotografischen Kartographie unseres Lebensraumes und einem Schnappschuss während des letzten Urlaubs sehen. Keiner will die Panoramafreiheit einschränken, die Menschen möchten sich einfach die Freiheit nehmen selbst zu bestimmen welcher Konzern mit ihren Daten hantiert. Und wenn dieser Konzern die Möglichkeit zum Einspruch gibt, dann sollte man sich einfach mal aus Angelegenheiten die einen nichts angehen raus halten. Auch wenn man dann vielleicht nicht bei SpOn interviewt wird.

    Eine armselige Aktion die wiedereinmal zeigt warum die Menschen in Deutschland sind wie sie sind. Ich will, ich darf, ich habe schließlich das Recht dazu. Verständnis darf man nicht erwarten, selbst wenn es nur um ein Foto geht.

  70. Jens Best |  22.08.2010 | 22:34 | permalink  

    @Dominic

    Einfache Antwort: Google setzt hier keine Standards, sondern die Gesellschaft.

    Es gibt viele andere Anbieter vergleichbarer systematisch, flächendeckend erfasster fotobasierter Geo-Dienste. Genannt seien sightwalk oder street slide oder was immer da noch kommen mag.

    Somit ist es eine gesellschaftliche Entscheidung und nicht ein Gentleman-Agreement zwischen google und irgendeiner Ministerin. Das wäre Willkür.

    Erste Frage: Ist auch in der analogen Version das Anlegen und Verkaufen von Bildbänden verboten?
    Nein. dutzende Urteile dazu mit nachvollziehbarer Begründungen inkl. brauchbarer Eingrenzungen (Höhe, Hilfsmittel, Personen als Beiwerk etc.)

    Zweite Frage: Ändert sich was, wenn das jetzt nicht irgendwie versteckt von irgendeiner Firma oder Behörde gemacht wird und nur gegen Geld dem Einzelnen zur Verfügung steht, sondern wenn diese ganzen Fotos, aneinandergereiht, im Netz zur Verfügung gestellt werden?

    Ja, vordergründig zwar nicht (Hausfassade bleibt Hausfassade), aber in der späteren Verknüpfung, denn es gibt unterschiedliche Daten. Personenbezogene und öffentliche Daten. Im Bereich der öffentlichen Daten sowie den von Individuem freigegebenen persönlichen Daten gibt es viele gute Anwendungsmöglichkeiten, um Information besser darzustellen (z.B. auch Open Data). Da wird man sich hinsetzen müssen und eine Regelung finden, die a u s b a l a n c i e r t ist zwischen Privatsphäre und Öffentlichkeit.

    Zwischenergebnis: Ein Vorgang wird nicht deswegen unrechtmässig, weil er jetzt in anderer Menge und Form stattfindet. Ein Foto ist ein Foto ist ein Foto. Im öffentlichen Raum gelten digital wie analog die gleichen Regeln bei der Erstellung und Auswertung. Dieses ganzen Streit gab es auch Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts beim Aufkommen der Photografie.

    Ein Bürger kann nicht den öffentlich von der Strasse einsehbaren Raum seines Hauses zum spatio non publico erklären. Das ist geklärt. Alle Diskussion hierüber ist tatsächlich kurzfristig lächerlich und langfristig gefährlich.

    Weil die Politik in der üblichen Unkenntnis hier die Ängste der Bevölkerung weiter geschürt hat und so eine web-feindliche Welle losgetreten hat, brauchte es ein klares Signal, dass hier aktiv Widerspruch und Verteidigende Massnahmen ergriffen werden, wenn es so populistisch und unaufgeklärt weitergeht.

    Wer mich kennt, weiss, das ich nicht einfach aus Spass an der Freude respektlos bin, aber ich sehe auch kein Problem öffentlich zu widersprechen und zu handeln, wenn die wichtige Vermittlung der Chancen des digitalen Zeitalters weiter mit Füssen getreten werden und stattdessen eine web-feindliche Haltung in der Bevölkerung gefördert wird.

    That’s all.

  71. Robert |  22.08.2010 | 22:46 | permalink  

    Und diese webfeindliche Haltung beseitigen man durch Zwang, indem man die analogen Menschen in eine „digitale Öffentlichkeit“ zwingt?

  72. Jens Best |  22.08.2010 | 23:02 | permalink  

    @Robert

    Analoge Menschen können machen was sie Bock haben, aber sie können niemandem verbieten den öffentlichen Raum zu benutzen.

    Kein analoger Mensch wird auf die Strasse gezerrt und vor seinem Haus zwangsfotografiert. Ich weiss garnicht, was hier einige für Vorstellungen im Kopf haben.

    Häuserfassaden, Häuserfassaden, Häuserfassaden sind keine Menschen.
    Und sie gehören nach Feststellung unseres höchsten Datenschutzbeauftragten Schaar auch nicht zur informationellen Selbstbestimmung einer Person.

    Und was ich mir neben dieser von mir aus Provokation an möglicher Vermittlung über das Web so vorstelle, habe ich mehrfach, z.B. oben in Kommentar Nr. 46 bereits gesagt.

  73. Falk D. |  23.08.2010 | 12:12 | permalink  

    @ 72:
    Der “öffentliche Raum” endet, da wo ein anderes Flurstück anfängt, da es sich um kommunal bestellte Fläche zur öffentlichen Nutzung handeln muss und ob diese öffentliche Nutzung in eine Virtualität übernommen werden kann, hat auch noch kein Richter geurteilt.
    Das ist keine Debatte im Sinne von Schraubendreher vs. Schraubenzieher, sondern die Ursache für Ihre verquere Vorstellung, sich als StreetViews fünfte Kolonne aufspielen zu müssen.

    So klar, wie Sie es darstellen, ist das Recht keinesfalls auf der Seite der Fotografierwütigen. Die Rechtsprechung ist uneinheitlich (“TeleInfo-Urteil” vs. “Bilderbuch-Köln-Urteil”) und da Google zu eingegebenen Adressen die Ergebnisse sogenannter Personensuchmaschinen anzeigt und eine Wegbeschreibung anbietet, fallen viele Postulate der den Fotografen wohlwollenden Urteile einfach weg.
    Ich bin einfach mal gespannt, wie Sie argumentieren, wenn Sie Butter bei die Fische geben und Google, vertreten durch Picasa oder Panoramio die TakeDowns umsetzen.

  74. Dominic |  23.08.2010 | 19:28 | permalink  

    “Erste Frage: Ist auch in der analogen Version das Anlegen und Verkaufen von Bildbänden verboten?
    Nein. dutzende Urteile dazu mit nachvollziehbarer Begründungen inkl. brauchbarer Eingrenzungen (Höhe, Hilfsmittel, Personen als Beiwerk etc.)”

    Und du siehst zwischen GSV und analogen Bildbänden keinen Unterschied? Ich bitte dich, der Vergleich hinkt einfach gewaltig. In einem Bildband ist es oft so gut wie unmöglich die genaue Adresse oder gar die Bewohner des Hauses zu identifizieren. Google geht einfach einen Schritt weiter, ob sie zu weit gehen sollte jeder für sich selbst entscheiden dürfen. Du nimmst den Menschen die Selbstbestimmung die Ihnen gegeben wurde. Außerdem denke ich nicht dass Google sich dem Druck der Regierung gebeugt hat um einer Diskussion aus dem Weg zu gehen, dafür ist der Konzern einfach zu groß.

    “Ein Bürger kann nicht den öffentlich von der Strasse einsehbaren Raum seines Hauses zum spatio non publico erklären. Das ist geklärt. Alle Diskussion hierüber ist tatsächlich kurzfristig lächerlich und langfristig gefährlich.”

    Es ist einfach eine vollkommen neue Situation entstanden. Natürlich gab es auch schon früher ein paar Dienst die derlei Dinge angeboten haben, du hast sightwalk ja schon erwähnt, aber auch diese waren vor der GSV Diskussion weitgehend unbekannt. Google ist eine Macht, wenn man sich alleine die Bilder aus England ansieht, in denen auf der Strasse liegende kleine Kinder zu einem kleinen Skandal werden, dann birgt das für meine Begriffe andere Gefahren. Ein großer Teil der Internetnutzer wird GSV nutzen und so mancher wird Dinge finden die im ersten Augenblick zwar lustig erscheinen mögen, so aber nichts im Internet zu suchen haben. Es ist die Größe der Maschinerie Google die die Sache erst zum Problem macht.

    Ich werde das Haus in dem ich wohne nicht verpixeln lassen, es ist mir schlicht und ergreifend egal ob es jemand im Internet sehen kann oder nicht. Auch ich werde GSV wenn es in Deutschland erschienen ist nutzen, dennoch habe ich kein Problem damit wenn bestimmte Dinge für mich nicht einsehbar sind. Wenn es für den Einzelnen wichtig ist sein Haus zu pixeln und Google im die Möglichkeit dazu gibt, warum sollte ich dagegen vorgehen? Warum sollte ich ein Milliarden Dollar unternehmen, welches den Datenschutz, die Netzneutralität und diverse andere Dinge mit Füßen tritt in seinem Vorhaben unterstützen? Der Feind meines Feindes ist mein Freund? Ich habe in dieser Debatte keine Feinde, ich kann jeden Beteiligten auf seine Art verstehen, selbst dich, dennoch gehst du mir einen Schritt zu weit.

    Eine Trennung zwischen digitalen und analogen Menschen herbei zu reden ist im übrigen auch alles andere als glücklich. Denn gerade darum geht es bei der Debatte nicht.

  75. thsch |  23.08.2010 | 22:10 | permalink  

    Wenn denn die analoge Welt immer mehr in die digitale abwandert, so bleibt die analoge Welt doch weiterhin analog. Die Grenze wird nicht verschwinden, sondern wird eben doch weiterexistieren, nur eben anders. Und ich würde auch nicht so euphorisch sein und gar den Sieg des Digitalen über das Analoge verkünden. Warum?
    Ohne die analoge Welt wird es keine digitale geben.
    Der Widerstand gegen Angebote wie Street View – ob rational begründet oder nicht – zeigt doch ein deutliches Unbehagen an, dass sehr wohl auch zu einer Bewegung werden. Schon jetzt gibt es viele sehr wohl Web2.0-afine Individuen, die dem ganzen Trend kritisch gegenüber stehen. Im “flachen Land” aber auch in den Großstädten lassen sich manche Hausbesitzer und Mieter schnell zum Widerspruch animieren und so könnten bald nicht nur einzelne Häuser, sondern ganze Straßen, Ortsteile, Orte, Städte in Street View hinter einem Pixel-Schleier “verschwinden”. Sehr schnell würde vielleicht die so witzig scheinende Idee eines Fotografen, alle verpixelten Häuser zu fotografieren, sich als das Spiel von Hase und Igel erweisen.
    Schließlich kündet derlei Aktionismus der Anti-Pixel-Liga nicht unbedingt von Weisheit, denn Skeptiker werden so nicht mit Argumenten überzeugt, sondern lächerlich gemacht. Nun ja, im Web sollen ja andere Regeln galten.
    Apropos andere Regeln. Wer nun glaubt, dass mit der voranschreitenden Auflösung der Grenzen zwischen der analogen und digitalen Welt auch die Welt besser würde (solche Naivlinge soll es ja geben) wird sich bald herb getäuscht sehen. Man wolle gar die Welt besser machen, da ja bald niemand etwas tun werde, was nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfe, meint der Google-Chef. Hat er nicht bedacht, dass es vielleicht auch Menschen geben wird, deren analoge und digitale Existenz diametral entgegen stehen könnte? Im Vorteil sind da immer diejenigen, die sich der Grenze bewusst sind. Unter diesen kann es die Guten geben, die das Web als sinnvolles Arbeitsinstrument oder schönes Spielzeug sehen, Information über sich wohl dosiert preisgeben und sonst keine “bösen” Hintergedanken haben. Es wird aber auch die “Bösen” geben, die bewusst eine digitale Existenz konstruieren, nicht nur um andere zu täuschen, sondern auch um den eigenen Vorteil auf Kosten anderer zu suchen. Wie dem auch sei, in beiden Fällen bleibt die Grenze zwischen Analog und Digital bewusst. In beiden Fällen aber, werden diese bewussten Individuen immer den digitalen Naivlingen überlegen sein.
    Vielleicht aber beginnt auch mit der Street-View-Aversion auch so etwas wie eine neue Anarchie die – zugegeben etwas antiquiert – der digitalen Maschine Sand ins Getriebe streut.

  76. Michel |  23.08.2010 | 22:28 | permalink  

    Uff, das Thema Kontrollverlust erschöpft sich offenbar nicht.

    Und einsame Kämpfer wollen märtyrergleich den deutsche Michel waschrütteln? Wie anmaßend und selbstgefällig.

    Und obendrein verengt es die Sicht auf die Welt:

    “Nein, Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die Füße des analogen Menschen.”

    Wir Netzaktivisten haben das schon lange begriffen. Aber die armen Dinonsaurier… sollen sie es endlich begreifen oder aussterben.

    “Street View ist die greifbarste Verwandlung der analogen Realität in die digitale Öffentlichkeit.”

    Was ist daran (digital) öffentlich, wenn sich ein Konzern wie Google die Öffentlichkeit krallt und diese als Werbefläche vermarktet, dabei private Daten anhäuft, zu Profilen vernetzt und dann daraus Gold macht? Zudem passiert hier ähnliches, was in deutschen Bahnhöfen, “Arkaden”, “Passagen” und anderen Orten bundesdeutscher Innenstädte bereits vor Jahren passiert ist: Das Öffentliche wird privatisiert.

    Hier hantiert Jemand mit Begriffen, die er nicht versteht.

    “Schon morgen werden es echte Kontrollverluste sein: echte persönliche Daten, echte eigene Profile im Internet, echte Eindrücke aus dem Privatleben.”

    Wer glaubt, Google stelle nur die Öffentlichkeit in digitaler Form nur noch einmal zur Verfügung, irrt. Wer glaubt, Google eigne sich mit Street View private Daten an, irrt ebenfalls. Das Gegenteil ist der Fall, das Öffentliche wird uns entrissen.

    Das kann aber postmoderne Beliebigkeit wie die obige, die versucht, ohne politisches Denken auszukommen, nicht erkennen. Das eint i.Ü. den Beitrag oben mit dem Beitrag Christian Heller (http://carta.info/32509/weder-loeschen-noch-sperren/) hier auf Carta.

  77. H I E R |  30.08.2010 | 15:46 | permalink  

    [...] Zeit Online habe ich meine These vom Ende des Opt-In-Internets, die sich in dem Carta-Artikel schon angedeutet hat, nochmal präzisiert: Here be Humans. (war der von mir vorgeschlagene Titel) [...]

  78. CARTA |  30.08.2010 | 16:26 | permalink  

    Google StreetView: Die Öffentlichkeit als Ware…

    Schafft Google eine „digitale Öffentlichkeit“? Wird das Private mit mit Street View nun öffentlich? Nichts dergleichen: Google privatisiert die öffentliche Sphäre. Mehr noch – die demokratische Öffentlichkeit selbst verkommt zu…

  79. Government 2.0 Netzwerk Deutschland » Blog Archive » Sprechstunde: Innenminister de Maizière erklärt Google Street View |  04.09.2010 | 08:47 | permalink  

    [...] carta.info (18. August 2010), StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. [...]

  80. StreetView: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. - CARTA - Alexander v. Below's posterous |  04.09.2010 | 17:11 | permalink  

    [...] Street View ist der Einschlag des digitalen Zeitalters direkt vor die Füße des analogen Menschen. Es symbolisiert das Ende dieses Rückzugsraums, denn Street View ist die greifbarste Verwandlung der analogen Realität in die digitale Öffentlichkeit. Damit wird der Kontrollverlust zum Mainstream.carta.info [...]

  81. unbelievable |  06.09.2010 | 10:12 | permalink  

    “Es gibt kein analoges Leben im digitalen. Ist man Teil der Welt, wird man auch Teil des Internets sein. Zwangsläufig und unausweichlich.”

    Das hoert sich nach analogem Kaese an.

  82. Sommertheater im Social Web | Cirquent Blog |  10.09.2010 | 13:40 | permalink  

    [...] – bevor die Sarrazin-Debatte so richtig losging – war sicher das Google-Projekt Streetview. Im Internet gab es dazu reichlich Zank und Debatten, dabei geriet einiges etwas unter die [...]

  83. Lesen, Hören & Spenden: Böll-Debatte und FSA10-Abschlußbericht : netzpolitik.org |  15.09.2010 | 16:29 | permalink  

    [...] Jens Best, selbsternannter Sprecher der Digitalen Armee Fraktion, zur Konditierung seiner Mitbürger neben gerne ins Netz stellen würde, wieviel Energie jeder [...]

  84. Die Welt ist gar nicht so. » Linkschleuder (15) |  24.09.2010 | 13:19 | permalink  

    [...] Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. — mspro deutet Google Streetview als Kontrollverlust [...]

  85. carta.info: Es gibt kein analoges Leben im Digitalen. | ctrl+verlust |  28.09.2010 | 01:35 | permalink  

    [...] [Weiterlesen bei carta.info] [...]

  86. 244.237 mal Nein zu Street View « Googlereport – Google-Experte Lars Reppesgaard |  21.10.2010 | 18:18 | permalink  

    [...] Verwandlung der analogen Realität in die digitale Öffentlichkeit“, schrieb Michael Seemann auf Carta. „Egal, ob man sich mit dem Internet auseinander gesetzt hat oder nicht, ob man bei Facebook, [...]

  87. Sonntagslektüre: Google Streetview | SHOUTing GORIlla |  21.11.2010 | 12:45 | permalink  

    [...] Aber was interessieren den gemeinen Anwohner Investoren und Werbende? Und was ist schick daran, einen Rückzugsraum aufzugeben? Warum ist diese Diskussion, wie mspr0 nicht müde wird zu betonen, wichtig? Und spricht daraus [...]

  88. Sonntagslektüre: Google Streetview | Spreeblick |  21.11.2010 | 15:34 | permalink  

    [...] Aber was interessieren den gemeinen Anwohner Investoren und Werbende? Und was ist schick daran, einen Rückzugsraum aufzugeben? Warum ist diese Diskussion, wie mspr0 nicht müde wird zu betonen, wichtig? Und spricht daraus [...]

  89. Edgar Hugo |  25.11.2010 | 11:57 | permalink  

    Schöner Text. Allerdings nimmt er dann eine merkwürdige Wendung. Nachdem Sie die Denkweise der neuen “Der Mensch ist nichts, das Netz ist alles”-Faschisten ja so klar aufgezeigt haben, müßte es “Deswegen ist die Aktion “Verschollene Häuser” von Jens Best allenfalls putzig/lächerlich/falsch/quatsch etc.” heißen.

  90. @romelu « H I E R |  22.09.2011 | 15:16 | permalink  

    [...] war dann doch die erste Plattform nach diesen unschönen Ereignissen, auf denen ich extern einen Text veröffentlichte. Das war eine wichtige Chance für mich. Es gab mir Selbstbewusstsein zurück und stärkte mir den [...]

  91. mspro kaufen « H I E R |  23.11.2011 | 11:04 | permalink  

    [...] es kommt vor. Oftmals liege ich dann auch richtig mit meiner Einschätzung und erziele mit meinen Thesen eine breite [...]

  92. Die Weltverbesserer | stk |  07.01.2012 | 19:29 | permalink  

    [...] Wie weit kann die Einzelne gehen, freiwillig hoechstpersoenliche (oder auch ganz banal oeffentliche) Daten digitalisiert zu veroeffentlichen, ohne dabei andere zu beeintraechtigen — und was [...]

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