Es gibt keine Presse mehr – aber auch keinen Rundfunk

Christian Jakubetz fragt: "Warum sollten die öffentlich-rechtliche Sender weiterhin nur das machen, was sie schon seit 50 Jahren machen?" Damit verlören sie langfristig ihre Existenzberechtigung.

Christian Jakubetz reagiert auf Hanfelds „Wir sind alle Rundfunk“ und erklärt: „Es gibt keine Presse mehr„:

Es gibt keinen Rundfunk mehr, der nur noch Rundfunk macht. Und es gibt keine Presse mehr, die nur noch Presse macht. Im Netz begegnen sich beide wieder, naturgemäß als Konkurrenten. Das waren sie vorher auch schon, jetzt sind sie es noch stärker. Das trifft alle, nur dass man umgekehrt noch nie einen Fernsehsendern lamentieren hören hat, dass die Zeitungen jetzt auch Videos (eben: Rundfunk) anbieten. Oder dass es YouTube gibt. Wenn es aber keine Medienzuordnungen im klassischen Sinn mehr gibt — welchen Sinn macht es dann, darauf zu beharren, dass öffentlich-rechtliche Sender weiterhin nur das machen, was sie schon seit 50 Jahren machen?

Leider setzt er dabei Audio- und Videoinhalte mit Rundfunk gleich. Eigentlich sollte es doch heißen:

Im Internet gibt es weder etwas, das Rundfunk genannt werden kann, noch gibt es noch eine Presse im herkömmlichen Sinn. Was als Medienkonvergenz beschrieben wird, bedeutet einfach: Es gibt Audio-, (Bewegt-)Bild- und Text-Inhalte, ganz unabhängig vom Datenträger. Rundfunkhäuser und Verlage sind damit Inhalteanbieter.

Das ist allerdings reine Begrifflichkeit zu im Kern völlig berechtigten Beobachtungen:

Umgekehrt kann Fernsehen heute in einer hyperkonvergenten Medienwelt eben nicht mehr nur im Fernsehen stattfinden, Radio nicht mehr nur im Radio. ARD und ZDF würden innerhalb kürzester Zeit vor existenziellen Fragen stehen, gäbe es ihre Angebote nicht in angemessener Form auch im Netz und auf dem Smartphone. Das Publikum der Zukunft wird vorwiegend digital leben. Wenn ARD und ZDF dort nicht stattfinden dürfen, verlieren sie über kurz oder lang ihre Existenzberechtigung.

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