“Kein systematischer Konflikt”: Stellungnahme der F.A.Z. zur Causa Ctrl-Verlust

"Wir bedauern sehr, dass Herr Seemann dem Vorgang eine Wendung ins Grundsätzliche gegeben hat."

Die F.A.Z. hat uns auf Anfrage folgende Stellungnahme zukommen lassen:

„Herr Seemann hat mehrfach Fotos in sein Blog CTRL-Verlust gestellt, deren Rechteinhaber ausdrücklich die kommerzielle Nutzung untersagten. Er ist, wie alle Blogger der F.A.Z., noch einmal am 21.6.2010 in einer Mail darauf hingewiesen worden, unter keinen Umständen geschützte Fotos zu veröffentlichen. Verstöße gegen das Urheberrecht und Verletzungen von Creative-Commons-Lizenzen sind nicht hinnehmbar, schon gar nicht von einem Autor, der über digitale Themen schreibt.

In seinem jüngsten Blogbeitrag hatte Herr Seemann drei Fotos veröffentlicht, die unter Creative-Commons-Lizenz standen und nicht zur kommerziellen Nutzung freigegeben waren. Die Redaktion hat diesen Beitrag daraufhin aus dem Netz genommen und Herrn Seemann in einer Mail darüber informiert.

Entgegen redaktioneller Absprache hat Herr Seemann diesen Beitrag kurze Zeit später durch eine Version ohne Fotos ersetzt und ohne Rücksprache auf der Homepage von FAZ.NET publiziert. Daraufhin hat die Redaktion sein Blog vorübergehend gesperrt. Sie sah sich gezwungen, die Bildrechte an sämtlichen Fotos zu überprüfen und etwaige nachträgliche Veränderungen für den Fall zu verhindern, dass der Verlag der F.A.Z. mit Rechteansprüchen konfrontiert werden würde.

Allerdings hatte Herr Seemann den Vorgang zu diesem Zeitpunkt bereits per Twitter kommentiert und ihm eine Wendung ins Grundsätzliche gegeben. Wir bedauern das sehr, sehen darin aber allenfalls einen persönlichen und keinen systematischen Konflikt. Im übrigen kann Herr Seemann, wie wir ihm mitgeteilt haben, nach der Prüfung auf etwaige andere Urheberrechtsverstöße an Bildern jederzeit über seine Inhalte verfügen und sie auf der eigenen Website publizieren.“

Die Stellungnahme schickte uns der Feuilleton-Redakteur Fridtjof Küchemann.

Höchstwahrscheinlich bezieht sich die FAZ-Kritik auf diesen Tweet.