Umair Haque

Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation

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Zahlenmäßig haben wir heute dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrheit – wenn überhaupt – nur sehr wenige von ihnen.

02.05.2010 | 

Hypothese: Trotz aller Begeisterung um die sozialen Medien verbindet uns das Internet heute nicht in dem Maße, wie wir glauben. Das Netz ist zum größten Teil ein Ort schwacher und künstlicher oder – wie ich sie nenne – dünner Beziehungen.

Während der Immobilienblase verkauften Banken und Händler sich gegenseitig faule Kredite – Schulden die letztendlich nichts einbrachten. Die „sozialen“ Netzwerke handeln heute mit minderwertigen Kontakten – Verbindungen, die kaum bedeutungsvolle oder bleibende Beziehungen hervorbringen.

Nennen wir es Beziehungsinflation. Zahlenmäßig haben wir heute zwar deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrheit – wenn überhaupt – nur sehr wenige von ihnen. Ähnlich wie eine Währungsinflation unser Geld entwertet, vermindert die soziale Inflation den Wert unserer Beziehungen. Schon das Wort „Beziehung“ wird dabei verwässert. Es gab Zeiten, da stand es für jemanden, auf den man bauen konnte. Heute sind es Leute, mit denen wir Informationsbits über das Netz austauschen können.

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"Die Jugend wird hierdurch nicht spürbar besser gestellt – höchstens die Werbeagenturen."

Dünne Beziehungen schaffen die Illusion echter Beziehungen. Letztere bestehen aus Strukturen gegenseitiger Investitionen. Ich investiere in dich, du investierst in mich. Eltern, Kinder, Ehepartner – sie alle verlangen mehrstellige Investitionen von Zeit, Geld, Wissen und Aufmerksamkeit. Die „Beziehungen“ im Innersten der sozialen Blase sind nicht echt, da sie gerade nicht von gegenseitigen Investitionen geprägt sind. Sie sind höchstens gekennzeichnet durch einen gelegentlichen Austausch von Informations- und Aufmerksamkeitshäppchen.

Hier einige Punkte, die meine Hypothese unterstützen.

Vertrauen. Wenn wir die sozialen Medien für bare Münze nehmen, dann ist die Zahl der Freundschaften weltweit um das Hundertfache angestiegen. Doch ist dabei auch das gegenseitige Vertrauen gewachsen? Ich würde sagen nein. Gut möglich, dass es seine Zeit braucht, bis ein solcher Vertrauenszuwachs zu bemerken ist. Doch scheint die Gesellschaft auch ein halbes Jahrzehnt nach dem Aufkommen der sozialen Netzwerke nicht wirklich besser dran zu sein als davor.

Entmachtung. Wenn die sozialen Netzwerke echte wirtschaftliche Gewinne abwerfen würden, so müsste ein Substitutionseffekt zu erkennen sein. Es wäre zu erwarten, dass sie die Türsteher von einst ersetzten. Doch ganz im Gegenteil, sie geben diesen immer mehr Macht. Die beliebtesten sozialen Netzwerke schalten die PR-Agenturen, die Anwerber und Makler als Zwischenstufen nicht etwa aus. Sie schaffen Legionen von neuen. Ebenso wenig entmachtet das Internet die Regierungen indem es den zuvor Stimmlosen hilft, sich Gehör zu verschaffen. Vielmehr stärkt es sogar die Fähigkeit autoritärer Staaten, die Freiheitsbeschränkung voranzutreiben, indem es die Überwachungs- und Vollstreckungskosten radikal senkt. So viel zum Thema direkte und unmittelbare Beziehungen.

Hass. Es gibt den alten Spruch: Das Internet wird von Liebe genährt. Doch gleichzeitig ist das Netz auch voll von Gehässigkeiten: irrationales Einprügeln auf den nächstbesten Menschen, Ort und generell auf alles was ein wenig anders erscheint. Haben Sie in letzter Zeit mal die Leserkommentare in der Online-Ausgabe einer beliebigen Tageszeitung durchstöbert? Vorwiegend wird darin Gift und Galle gespuckt. Hierzu lohnt sich ein kurzer Blick in diese Emails an Floyd Norris. Anstatt gehaltvolle Konversationen anzuregen, besteht die Welt des „sozialen“ Netzes aus dem sprachlichen Äquivalent eines drive-by-shooting.

Ausgrenzung. Hass speist sich – zumindest teilweise – aus Homophilie. Gleich und Gleich gesellt sich nun mal gerne. Und Menschen unterteilen sich daher ganz von selbst in Gruppen von Gleichgesinnten. Nur selten wird dabei die Kluft zwischen diesen Gruppen überwunden. Doch eigentlich entstehen genau hieraus die wertvollsten Beziehungen. Mit 1000 Leuten allein wegen eines gemeinsamen Faibles für Brillen aus den sechziger Jahren „befreundet“ zu sein, ist keine Freundschaft – sondern nur ein einziges geteiltes Interesse.

Wertschätzung. Schlussendlich wird es die Praxis zeigen. Sollten die durch das Internet entstandenen „Beziehungen“ tatsächlich von Wert sein, so wären die Menschen (oder auch die Werbeagenturen) wahrscheinlich gewillt, einen gewissen Preis dafür zu zahlen, hieran teilhaben zu dürfen. Doch man sucht nach solchen Beispielen meist vergeblich. Ganz im Gegenteil sehen sich Firmen dazu gezwungen, die „wertlosen“ Beziehungen auf ausbeuterische und ethisch fragwürdige Weise zu Geld zu machen. Denn da ist ja eigentlich nichts. Ich kann meine Daten mit Pseudo-Unbekannten auf zig verschiedenen Internetseiten austauschen. Doch solche „Freunde“ sind wie ein Gebrauchsgegenstand – und ganz bestimmt kein wertvolles, einzigartiges Gut.

Was ist der Lohn der Beziehungsinflation? Drei Krebsgeschwüre zehren die Lebenskraft des heutigen Netzes auf. Erstens erlaubt sie keine effiziente Allokation unserer Aufmerksamkeit. Menschen finden immer seltener die Dinge, die sie selber interessieren, und immer öfter das, was alle anderen genau in diesem Moment mögen. Zweitens investieren Menschen in Inhalte von minderwertiger Qualität. Farmville ist beileibe nicht Casablanca. Drittens – und dies ist wohl der schädlichste Effekt – führt sie zu einer permanenten Schwächung des Internets als einer Kraft des Guten.

Farmville ist nicht nur nicht Casablanca, es ist ebenso wenig Kiva, das als eines der wegweisenden Beispiele für die Versprechen der sozialen Medien dabei hilft, Mikrokredite auf eine sinnvollere Weise zu verteilen. Im Gegensatz dazu ist Farmville gesellschaftlich überwiegend nutzlos. Die Jugend wird hierdurch nicht spürbar besser gestellt – höchstens die Werbeagenturen.

Fassen wir zusammen: Auf der Nachfrageseite schafft die Beziehungsinflation Bedingungen wie bei einem Schönheitswettbewerb. Ähnlich wie Juroren für die Kandidatin stimmen, von der sie meinen, dass sie auch bei den anderen am besten ankommt, geben die Menschen nur jene Dinge weiter, von denen sie meinen, dass die anderen sie von ihnen hören wollen. Auf der Angebotsseite schafft die Beziehungsinflation eine Art Beliebtheitswettbewerb, bei dem Menschen (und Künstler) nach sofortiger, inniger Aufmerksamkeitserregung streben – anstatt großartige Dinge zu erschaffen.

Unser Zusammenleben ist jedoch weder ein Schönheits- noch ein Beliebtheitswettbewerb. Diese sind bloß Verzerrungen und Karikaturen des Originals. Das Soziale sollte vielmehr geprägt sein von Vertrauen, Verbindung und Gemeinschaftsgefühl. Genau hiervon gibt es heute jedoch zu wenig in unserer Medienlandschaft. Ungeachtet dem Trara um Web 2.0. Die Verheißung des Internets war es nicht, einzig die Anzahl der Beziehungen in die Höhe zu treiben, ohne Tiefe, Nachhall und Bedeutung hinzuzufügen. Man versprach sich vielmehr, dass die Menschen, die Öffentlichkeit, die Zivilgesellschaft, die Wirtschaft und der Staat über das Internet durch dichtere, stärkere und bedeutsamere Beziehungen umgepolt würden. Hierin liegt die Zukunft der Medien.

Es handelt sich hier nur um eine Hypothese. Fühlt euch frei, mir zu widersprechen, mich herauszufordern – oder auf ihr aufzubauen. Das nächste Mal werde ich darüber schreiben, was wir dagegen tun können.

Umair Haque spricht am 12. Mai auf der next.

Carta dankt Matthias Campe für die Übersetzung.

Dieser Beitrag erschien im englischen Original als “The Social Media Bubble” in Umair Haques Blog bei Harvard Business Review // Translated and republished with permission. © 2010 by Harvard Business Publishing; all rights reserved.

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54 Kommentare

  1. noName |  02.05.2010 | 16:45 | permalink  

    Haque trifft’s. Was am Web “social” sein soll, habe ich noch nie richtig verstehen können. “Social Web” – ein Kunstwort, welches nichts sozialer macht, auch nicht, wenn es ständig unreflektiert benutzt wird. Ein Marketing-Gag der Web 2.0-Unternehmen. Da helfen Texte wie der obige mal ‘nen bisschen über das Web-Gedöns nachzudenken. Für Infos ist das Web super, auch im Austausch mit anderen.

  2. Heiko C. |  02.05.2010 | 17:51 | permalink  

    Hm. Ich weiß ja nicht. Dass “Online-Freunde” und “Offline-Freunde” zwei sehr verschiedene Dinge sind, das ist eigentlich so offensichtlich, dass man es kaum erwähnen muss.
    Ich bin daher nicht der Meinung, dass der Begriff der “Beziehung” oder “Freundschaft” durch das Social Net aufgeweicht oder verwässert wird.
    Wer das nicht klar trennen kann, hat meiner Meinung nach ganz andere Probleme.
    Auch dass viele der Onlinekontakte eher wenig hilfreich sind, weil sie relativ lose sind, ist so eine Offensichtlichkeit. Man mag die “überschüssigen” Kontakte in sozialen Netzwerken vielleicht nicht nützlich finden, aber in den wenigsten Fällen stören sie, finde ich. Und wenn sie stören, kann man sie blocken oder einfach ignorieren.
    Besonders irritierend finde ich den Punkt mit dem Hass: Sicher gibt es den auch im Web2.0. Aber was ist das für ein Argument und vor allem: Wofür ist das ein Argument?
    Es würde ja auch keiner auf die Idee kommen dass Dänemark keinen Nutzen hätte, unter anderem weil es dort nicht nur Liebe, sondern auch Hass gäbe.
    Und ist die Kommentarspalte des Onlineauftrittes einer Zeitung schon social Media?

    Die Blase sehe ich nicht bei den normalen Anwendern von Social Media, sondern eher von übereuphorischen Marketern, die denken sie müssten sich nur bei Facebook oder Twitter anmelden, um ihre Gewinne zu verzehnfachen. Der normale Nutzer, der sozialen Netzwerke weiß in der Regel womit er es zu tun hat, wie die “Beziehungen” im Netz zu bewerten sind und welche dieser “Beziehungen” wertvoll sind.

  3. Gerso |  02.05.2010 | 18:52 | permalink  

    Doch, Online-Freunde stören – dann nämlich, wenn Sie mir meine knappe Zeit durch Nonsens noch knapper machen. Besonders ärgerlich, wenn dieser Nonsens dann auch noch von nur oberflächlich Bekannten stammt.

    Ein Grund, warum ich mich heute mein Facebook-Konto gelöscht habe.

  4. mh |  02.05.2010 | 19:27 | permalink  

    man kann das zwar von der seite aus aufzäumen… oder den nutzen sozialer netzwerke darin sehen, dass man mit leuten auf sehr simple art und weise in kontakt bleibt, die man sonst aus den augen verlieren würde. im gegenzug entstehen aber auch verknüpfungen, die sich sonst nicht ergeben hätten. man muss also nur schauen, dass man das management der minderwertigen kontakte entsprechend kategorisiert hinbekommt und kann dann die vorteile genießen.

    mfg
    mh

  5. Gerso |  02.05.2010 | 21:23 | permalink  

    Tja, wie mache ich dann bloß meiner Ex-Freundin klar, dass sie ab jetzt ein “minderwertiger Kontakt” ist;)

  6. Der Beziehungsinflation folgt bekanntlich die Beziehungsdeflation – LOGOLOOK |  02.05.2010 | 21:26 | permalink  

    [...] den Kollegen von Carta habe ich heute einen wirklich interessanten Artikel gelesen. Daher im vornherein vielen Dank für [...]

  7. sabinehaas |  02.05.2010 | 21:34 | permalink  

    Die Frage ist wahrscheinlich, wie man “Freunde” im Netz interpretiert. Und da liegen auch die Schwierigkeiten. Der Begriff impliziert mehr, als oftmals damit verbunden werden darf. Um es zu überspitzen: Nur weil ich ein Telefonbuch aus Köln besitze, käme ich niemals auf die Idee, mich all diesen Menschen nahe zu fühlen. Im Netz wird das oft anders gesehen, ist es aber nicht: Nur weil Menschen meine Tweets lesen, sind sie nicht meine Freunde. Nur weil mir Menschen erlauben, mich mit ihnen zu vernetzen, sind das nicht meine Freunde. Eher schon meine Kontakte. Und schlussendlich bin ich bei der Definition und Pflege meines Freundeskreises immer zurückgeworfen auf mein reales Ich mit seinen Einschränkungen und Begrenzungen: Meine Zeit ist endlich und schon rein rechnerisch kann ich sie neben Familie/Beruf nicht mit mehr als 1.000 Freunden füllen… Entscheidend ist es, die Relevanz der Kontakte im Netz selbst einzustufen und entsprechend zu handeln. Nicht Facebook definiert, wer mein Freund ist, sondern das bleibt allein meine Aufgabe!

  8. Thomas Pfeiffer |  03.05.2010 | 00:35 | permalink  

    Es gibt sehr unterschiedliche Typen von Netzwerkern: die einen unterhalten wenige, tiefe Beziehungen. Andere sind Hallodris und tanzen auf jeder Hochzeit. Das ist auch im Social Web nicht anders. Mehr als die Hälfte der deutschen Twitterati hat weniger als 100 Kontakte.

    Dass in vielen schwachen Bindungen auch eine Stärke liegen kann, ist in der Soziologie schon länger bekannt. Hier habe ich das für das Social Web am Beispiel von Twitter aufzuzeigen versucht:
    http://webevangelisten.de/die-staerke-schwacher-bindungen/

  9. Social Media nützt nur Vermarktern, geklauter Content, immer mehr Senioren auf Facebook – Textberater.com |  03.05.2010 | 08:37 | permalink  

    [...] die Beziehungen der Community-Mitglieder bestenfalls flüchtig und oberflächlich. Carta spricht hier von einer Beziehungsinflation nach den Regeln von Schönheitswettbewerben. Das sorgt für reichlich [...]

  10. Michael Schmid |  03.05.2010 | 11:43 | permalink  

    Ist es nicht eher ein »Öffentlichsein ohne Öffentlichkeit«, wie Paolo Virno das formulierte: “Wenn sich das Öffentlichsein des Intellekt nicht einer Öffentlichkeit unterstellt, einem politischen Raum, innerhalb dessen die Vielen sich um die gemeinschaftlichen Angelegenheiten kümmern können, zeitigt dieses Öffentlichsein schreckliche Effekte. Ein Öffentlichsein ohne Öffentlichkeit, darin besteht die negative Seite – das Schlimme wenn man so will – in der Erfahrung der Multitude.

  11. Stephan Lamprechts Notizen |  03.05.2010 | 12:13 | permalink  

    Sind Freunde noch Freunde?…

    Einen sehr nachdenkenswerten Artikel habe ich heute bei CARTA gefunden. Ich würde den Sachverhalt aber, wie viele der Kommentatoren, etwas differenzierter betrachten. Generell trifft es die Werbekampagne der »WELT kompakt« schon sehr gut: »Wir haben so…

  12. Tim |  03.05.2010 | 12:26 | permalink  

    Diese Perspektive auf Social Media hätte ich eher im Feuilleton der “Zeit” oder der “F.A.Z.” erwartet. Daß längst nicht jeder Facebook- oder Xing-Kontakt einer tiefen Freundschaft entspricht, ist ja nun wirklich so trivial, daß man es nicht diskutieren muß.

  13. Julien Frisch |  03.05.2010 | 12:52 | permalink  

    Der Vorteil an sozialen Netzwerken ist, dass sie erlauben, bei geringsten Kosten sehr schwache Beziehungen aufrechtzuerhalten. Die stark steigende Zahl der Beziehungen und die Möglichkeit, (teilweise) zu beobachten, was diese Kontakte gerade tun, erlaubt es auch, diese Beziehungen gezielter zu nutzen, etwa wenn ein ferner Kontakt plötzlich mal in der Nähe ist oder Hilfe anzubieten, wenn sie gebraucht wird.

    In diesem Sinne findet hier keine Inflation statt, sondern die Zahl der starken Beziehungen (die ja nicht wirklich zurückgegangen ist) wird ergänzt durch eine größere Zahl an Beziehungen, die häufig nur potenziell sind, aber die wir aber anders als früher heute besser (oder überhaupt) nutzen könnnen.

    Es ist schon beruhigend zu wissen, dass man in eine fremde Stadt gehen kann und im Notfall jemanden hätte, den man ansprechen kann, nur weil man sich mal bei 1-2 Veranstaltungen über den Weg gelaufen ist und danach Kontakt gehalten hat.

  14. DHN |  03.05.2010 | 13:23 | permalink  

    Durchaus alles nachvollziehbar, “Farmville ist beileibe nicht Casablanca” etc. pp. Wer würde hier ernsthaft widersprechen wollen? Interessant hingegen der Allokationsaspekt: Wenn jeder nur das zeigt, was ihn “gleich” und “beliebt” macht, bleibt nichts, was individuell und interessant erscheint.

    Aber gerade deshalb teile ich die pessimistische Sicht des Autors nicht: Weil ich (optimistischerweise) annehme, daß jedem Bewohner des Internets diese Zusammenhänge durchaus bewusst sind. Genauso wie jedem Gast einer Cocktailparty bewusst ist, daß man während des Small-Talks keinen Seelenstriptease hinlegt. Selbstdarstellung haben Menschen auch schon vor Facebook und Xing betrieben.

    Insoweit unterscheidet sich eine Internet-Community keineswegs von traditionellen gesellschaftlichen “Offline-Netzwerken”, in denen Menschen sich vertrauter geben, als sie tatsächlich sind: Allerdings nur innerhalb eines diskret abgesteckten Rahmens. Der Kirchenchor kennt andere Regeln als der Stammtisch, bei Rotariern gelten andere Sitten als im Kegelverein. Echte Freunde, denen man alles anvertrauen will und kann, sind derart Zusammengeführte genausowenig wie Facebook-”Freunde”. Es sind gesellige Zweckgemeinschaften – und jeder weiß das oder ahnt es zumindest.

    Im Aufgang sozialer Netzwerke gleich den Untergang des Abendlandes und den Verlust echter zwischenmenschlicher Beziehungsfähigkeit zu befürchten, halte ich daher für übertrieben…

  15. Vernetzungs-Irrglaube: Umair Haque über die „Social-Media-Blase“ » t3n News |  03.05.2010 | 14:07 | permalink  

    [...] um die sozialen Medien verbindet uns das Internet heute nicht in dem Maße, wie wir glauben“, schreibt Umair Haque, Direktor des Havas Media Lab, bei Carta. Die von anderen Seiten hochgehandelten Vernetzungen [...]

  16. Besserwerberblog • Marketing für Besserwerber |  03.05.2010 | 15:57 | permalink  

    Die Social-Media-Blase…

    Einer, auf den man bauen möchte, Umair Haque, schreibt:

    Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation

    Nennen wir es Beziehungsinflation. Zahlenmäßig haben wir heute zwar deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrhei…

  17. Sozialtheoristen » Soziale oder gesellschaftliche Vernetzung? |  03.05.2010 | 16:45 | permalink  

    [...] Sätze wie der Folgende sind im Rahmen ernsthafter Soziologie kaum hinzunehmen: “Doch scheint die Gesellschaft auch ein halbes Jahrzehnt nach dem Aufkommen der sozialen Netzwerke nicht wirklich besser dran zu sein als davor.” (Quelle: Carta) [...]

  18. Holger |  03.05.2010 | 17:27 | permalink  

    Eine schöne Hypothese… mehr aber auch nicht. Die Grundannahme scheint zu sein, dass Beziehung = Freundschaft und dazu noch online wie offline gleich zu verstehen ist. Aber dem ist nun mal nicht so. Völlig richtig: wer nur wegen der gleichen Vorliebe für Brillen sich mit 1000 anderen Nutzern “verbindet”, der beginnt keine Freundschaft, sondern kultiviert ein gemeinsames Interesse. Insofern sind einige der Begrifflichkeiten im sozialen Netz irreführend – man hat einfach Begriffe gewählt, die einfach zu verstehen sind. Facebook hat mittlerweile sogar begriffen, dass nicht jeder, der eine bestimmte Sache mag, gleich ein “Fan” ist… deswegen kann man Facebook Seiten jetzt auch nur noch “mögen”.
    Trotzdem würde ich sagen, dass man als Benutzer durchaus von den Kontakten über soziale Netzwerke profitieren kann und sie insofern “wertvoll” sind. Zum Beispiel bin ich heute mit vielen Menschen regelmäßig in Kontakt (oft nur ein paar wenige Zeilen), denen ich früher vielleicht einmal im Jahr einen Brief oder eine Email geschrieben hätte. Aus dem großen Aufwand, mich aufzuraffen und für eine Email hinzusetzen ist heute die Möglichkeit geworden, zunächst einmal passiv zu konsumieren, was der andere so von sich erzählt (und dass das nur Positives sein soll, kann ich nicht bestätigen) und dann gegebenenfalls auch direkt mit einem Kommentar zu reagieren.

  19. Umair Haque, das Social Web sind wir! « johanneslenz` blog |  03.05.2010 | 17:58 | permalink  

    [...] (direktor und autor des havas media lab sowie gründer der bubblegneeration.com) mit dem titel die social-media-blase: nennen wir es beziehungsinflation (im orig. the social media bubble in der harvard business review, [...]

  20. » Lesetipp des Tages: Beziehungsinflation… Nachtwächter-Blah |  03.05.2010 | 18:09 | permalink  

    [...] des Tages: Beziehungsinflation… [...]

  21. Christoph Kappes |  03.05.2010 | 18:28 | permalink  

    Stimme #13,14,18 zu.
    Ausserdem beginnt der Artikel mit “wir”. Die “wirs”, die ich kenne, sehen beide Seiten, die das Web hat. Welche “wirs” meint Herr Haque?
    Die aktuellen Internet-Gut-Böse-Diskussionen bringt das kein Stück voran – im Gegenteil: es polarisiert, ohne Ross und Reiter zu nennen.

  22. Philip |  03.05.2010 | 20:13 | permalink  

    Ich muss zugeben, dass ich irgendwann aufgehört habe den Artikel zu lesen, in Teilen ist er schlichtweg falsch. Es fängt schon bei der Aussage an, die bereits im Untertitel steht: “Zahlenmäßig haben wir heute dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrheit – wenn überhaupt – nur sehr wenige von ihnen.” Es kommt also auch vor, dass keiner dieser (zusätzlichen) Kontakte wertvoll ist? Ich halte das für eine Verdrehung von Tatsachen. Es ist ja nicht so, dass man über Facebook Freunde oder andere neue Kontakte findet. (Dazu gibt es andere Seiten.)

    Facebook ist dazu da, um mit guten Freunden und neuen Bekannten in Kontakt zu bleiben. Z.B. alte Kollegen. Normalerweise ist es doch so, dass man sich aus den Augen vielleicht, weil man garnicht so viele gemeinsame Interessen hat und auch keine Lust hat eine Brieffreundschaft anzufangen. (Mal abgesehen davon, dass sich Adressen & Tel.nummern laufend ändern und nicht jeder im Telefonbuch steht.) Über Facebook aber sehe ich, wenn bei demjenigen was passiert, was mich auch interessiert und ich kann daran teilhaben. Und, was bei ersterer Variante durch die geringere Verbundenheit kaum passieren würde, es findet so sich eine Gelegenheit nochmal auf alte Zeiten einen zu trinken.

    “Wenn wir die sozialen Medien für bare Münze nehmen, dann ist die Zahl der Freundschaften weltweit um das Hundertfache angestiegen.”
    Der durchschnittliche Facebook-User hat 50-150 Freunde. Da kann von einer Verhundertfachung, egal wie man es sieht, überhaupt keine Rede sein. Auch wenn man nicht alle “Freunde” nennen will, wie dann? Periphere Bekanntschaften?

    Naja, ich für meinen Teil (bin ja auch noch Jung), bezeichne im Zweifelsfall Freunde als auch entfernte Bekannte als “Kollegen”. Egal ob ich sie bei Facebook bzw. StudiVZ drinhabe oder nicht.

    “Drei Krebsgeschwüre zehren die Lebenskraft des heutigen Netzes auf. Erstens erlaubt sie keine effiziente Allokation unserer Aufmerksamkeit. Menschen finden immer seltener die Dinge, die sie selber interessieren, und immer öfter das, was alle anderen genau in diesem Moment mögen. Zweitens investieren Menschen in Inhalte von minderwertiger Qualität. Farmville ist beileibe nicht Casablanca. Drittens – und dies ist wohl der schädlichste Effekt – führt sie zu einer permanenten Schwächung des Internets als einer Kraft des Guten.”
    1. Ich finde über Facebook gelegentlich Musik, die mir gut gefällt. Ich bin in noch engerem Kontakt mit vielen Freunden, was meine Freizeitgestaltung effizienter macht. (Telefonieren ist ja auch nicht umsonst…)
    2. Aus meinem Bekanntenkreis benutzen immer weniger Leute Farmville.
    3. Siehe oben.

  23. Klaas Kramer |  03.05.2010 | 23:04 | permalink  

    Wie in der “Kohlenstoffwelt” können wir auch im Internet unseren Fokus auf die negativen Aspekte lenken oder auf das Positive fokussieren.
    In jedem Fall ist das die Entscheidung jedes einzelnen. Keiner hat per se Recht oder Unrecht, ist mehr Träumer oder Realist.
    Es gibt keine Wahrnehmung ohne Bewertung.

    Ich verfahre auch nach diesem Artikel weiter nach der naiven Logik “Je mehr Menschen sich auf Chancen, Möglichkeiten, Erfolge – also die positiven Aspekte konzentrieren, desto besser ist auch unsere Welt.”

  24. digiom (Jana Herwig) |  03.05.2010 | 23:05 | permalink  

    Etwas mehr Recherche, bitte, etwas weniger Bauchgefuehl Bedienen… diverse Studien – z.B. die SNF-Studie Jugendbilder im Netz – haben gezeigt, dass man sich auf SNS wie Facebook kaum mit gänzlich Unbekannten vernetzt.

    Beziehungen haben kaum inflationär zugenommen, sondern Kontakte werden vielmehr weniger vergessen. Und – bitte, das ist ein uralter Hut – schwache Vetbindungen aka weak ties wurden nicht vom Internet erfunden, sd. sind so alt wie menschliche Gemeinschaft überhaupt. Und schon die 70er Jahre Studien haben gezeigt, dass viele schwache Verbindungen z.B. bei der Jobsuche, dem ganzen career Building entscheidend sind. Je weniger davon, desto wen’ger wahrscheinlich soziale Mobilität.

    M.a.W. diese Headline ist wirklich zum in die Haare schmieren.

  25. zweipunktnull » Blog Archive » Die Mär von der Beziehungsinflation |  04.05.2010 | 00:22 | permalink  

    [...] ihr das so unterschreiben? Ich jedenfalls nicht. Bei Carta habe ich heute einen Artikel gelesen, der uns Digital Natives exakt das latent unterstellen [...]

  26. Vertrauen: Ich könnte heulen vor Freude « WissensLust |  04.05.2010 | 07:32 | permalink  

  27. Euphorie der Möglichkeiten – und keine Beziehungsinflation « Medienlotse |  04.05.2010 | 08:01 | permalink  

    [...] im Netz lebt, braucht die Außenwelt nur bedingt Umair Haque kritisiert im Carta-Blog zwar plakativ unter dem Titel “Die Social-Media-Blase: Nennen wir es [...]

  28. KommunikationsPortfolio | Das Blog» Blogarchiv » Social Media sind keine eierlegende Wollmilchsau |  04.05.2010 | 09:03 | permalink  

    [...] beide mehr oder weniger kritisch mit den Segnungen der Social Media auseinandersetzen. Zum einen Umair Haque: Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation auf CARTA, zum anderen Heiko Burrack: Xing, Facebook & Co.: Hype ohne Sinn und Verstand? auf [...]

  29. tim krischak |  04.05.2010 | 11:10 | permalink  

    Deine Argumentation ist nachzuvollziehen. Allerdings knirscht es bei Deiner Definition von “sozialen Beziehung” und “Freundschaften” für meinen Geschmack etwas zu heftig.
    Vernetzung im Social Web mit sozialen Beziehungen wie zu Freunden, Verwandten und Bekannten zu vergleichen ist wie ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Das hat Heiko schon schön auf den Punkt gebracht.

    Das Kontakte in Social Networks keine Freundchsftane sein müssen (obwohl sie dort manchmal so ganannt werden) ist wirklich trivial (Danke Tim). Provokation?

    “Mit 1000 Leuten allein wegen eines gemeinsamen Faibles für Brillen aus den sechziger Jahren „befreundet“ zu sein, ist keine Freundschaft – sondern nur ein einziges geteiltes Interesse.”
    Ganz genau! Darum geht es, worum denn auch sonst?

    Ich folge einem Twitter-Account oder vernetze mich mit einem Profil auf Facebook weil mich die verhandelten Themen und Inhalte interessieren.
    Das neue am Social Web ist, dass Informationen mit Online-Identitäten verknüpft sind. Welche Informationen ich über soziale Medien bekomme hängt also von dem Netzwerk ab welches ich mir online knüpfe.
    Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage ob es nicht ein “mehr” an Vertrauen durch das Social Web zu beobachten ist. Und zwar ein Vertrauen in Inhalte in Netzinhalte, die nicht von den großen Institutionen stammen.

    “Menschen finden immer seltener die Dinge, die sie selber interessieren, und immer öfter das, was alle anderen genau in diesem Moment mögen.”

    Das hängt stark davon ab nach welchen Kriterien man sich mit Profilen im Social Web vernetzt. Hat man ein geteiltes Interesse wie z.B. Brillen aus den sechziger Jahren ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch Informationen zu erhalten, die für einen persönlich relevant sind.

  30. Wir sind das Netz! Netzkritik ist Selbstkritik |  04.05.2010 | 12:54 | permalink  

    [...] Haque schreibt auf Carta über die “Social Media Blase”, der er eine “Beziehungsinflation” anlastet: “Zahlenmäßig haben wir [...]

  31. Wittkewitz |  04.05.2010 | 12:54 | permalink  

    Meine Meinung zum Text hatte ich schon auf den originalen Blogpost geantwortet:
    http://www.netzpiloten.de/2010/03/25/haque-platzt-social-media-bubble/

  32. gsohn |  04.05.2010 | 16:14 | permalink  

    Wenn man die Ökonomie der Aufmerksamkeit als neue Währung heranzieht, gehen die Ausführungen von Haque ins Leere. Gerade die neuen Verbindungen im Netzwerk, die über den eigenen Bekanntenkreis hinausgehen, sind eine Bereicherung. Und hier kommt es auf das Geben und Nehmen an. Je größer die Bereitschaft zum offenen Austausch, desto stärker wächst das Netzwerk an, desto mehr kann man von seinen losen Verbindungen profitieren. Ohne die sozialen Netzwerke würde es diesen höchst interessanten Austausch an Informationen nicht geben. Und welche Organisationskraft Social Media hat, konnten Jack Wolfskin und Co. schmerzlich erfahren.

  33. Most Tweeted Articles by Berlin Experts |  04.05.2010 | 16:52 | permalink  

    [...] hat das Techno-Label… 2 Tweets Drumbeat Berlin | Drumbeat 2 Tweets Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation — CARTA Zahlenmäßig haben wir heute dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als früher. Doch [...]

  34. Hans Hütt |  04.05.2010 | 19:02 | permalink  

    Zwei Aspekte des Beitrags und der folgenden Diskussion finde ich interessant:
    - Die Intensität der Interaktion mit web-2.0-”Freunden”. Berufssoziologen haben schon vor längerem herausgefunden (vor web 2.0), dass die losen Knotenpunkte in persönlichen Netzwerken oft die produktivsten Vermittler sind (neue Jobs, neue Ideen, neue Projekte). Wir brauchen nicht zur ehrwürdigen Essayistik Kracauers oder Foucaults über “Freundschaft” zurückzukehren, können sogar daran anknüpfen, neue feine Unterschiede entdecken und nutzen. Die Idee der “Inflation” erscheint mir eher einer nicht weiter analysierten Kränkung zuzurechnen, die die Facebook-Syntax provoziert. “X ist jetzt mit Y befreundet” scheint die mehr oder weniger große Schar der bisherigen Freunde zurückzusetzen. Die Ökonomie der Aufmerksamkeit stößt auf vorhersehbare Grenzen bei einem kontinuierlichen newsfeed einer hohen 3- oder gar 4-stelligen Freundesschar, Thema für “friendship-mining”-Algorithmen :-)

    - Das zweite Thema, das ich interessant finde, ist die Beobachtung des Hasses. Die weite Verbreitung ist evident. Nur strikte Ausschlusskriterien bewahren gute Webseiten & Blogs vor der Hass-Gülle. Für ein tieferes Verständnis der dahinter steckenden Motive lohnt es sich, Elias Canettis “Masse und Macht” zu lesen. Erleben wir in den Hass-Wellen neue elektronische Hetzmeuten? Gibt es ein Überschwappen der Hetzmeuten aus der virtuellen Welt anonymer Postings in die “reale Welt”?
    -

  35. Sozialität im Web 2.0 – Beziehungen und Nicht-Beziehungen « Die ganze Welt des Wahnsinns |  04.05.2010 | 21:25 | permalink  

    [...] bringt: Beziehungen, die so heißen, aber keine sind. Umair Haque sagt in seinem Artikel “Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation” folgendes: “Zahlenmäßig haben wir dank sozialer Netzwerke deutlich mehr Kontakte als [...]

  36. Ranjit |  05.05.2010 | 15:44 | permalink  

    Hmm… Schwache Beziehungen müssen nicht unbedingt negativ sein.
    Ich sag da mal Granovetter und “The strength of weak ties”.
    Generell rate ich dazu, erst mal die Positionen der Netzwerktheorie durchzuarbeiten.

    Aber ansonsten gilt: Das Internet ist keine Wunderwaffe; auch das Web 2.0 nicht. Das Internet kann Leute enorm unterstützen und ermächtigen. Hirn, Eigeninitative und Bildung braucht es dazu aber weiterhin.

  37. webcat72 |  07.05.2010 | 11:55 | permalink  

    Jup. Granovetter hilft hier weiter. Denn so lange niemand dem Glauben erliegt, das Netz und die Beziehungen dort ersetzen Freunde und Familie – und so lange jeder vernunftbegabte Mensch den Auftritt dort lediglich als Ergänzungsangebot sieht – ist meines Erachtens alles im grünen Bereich und die social interaction über das Web mit seinen ‘weak ties’ extrem nützlich. Fakt ist, das Web ist jeweils so sozial oder asozial wie derjenige, der es benutzt.

  38. Gelesen: Beziehungsinflation durch Social-Media » Andreas Mauf |  08.05.2010 | 11:12 | permalink  

    [...] Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation — CARTA, 2010-05-0 [...]

  39. Paul Ney |  09.05.2010 | 15:52 | permalink  

    Sinn & Unsinn des Internets wird in vielen Wälzern diskutiert und es hört nicht auf… Diesen Artikel hat Carta auserwählt (das impliziert Beachtung), sicherlich auch zur Information des Publikums wegen der Tagung am 12. Mai. Neben dem strukturalistischen “Touch” — Strukturalismus, erkennen & verwenden von Strukturen — enthält er auch bemerkenswerte Einsichten zum Thema.

    Sicherlich habe ich das auch auf Englisch gelesen. Er erschien am 23.03.2010 16:05 (Ortszeit Harvard, hier wohl um 22:05). Der TrackBack beginnt am 23.03.2010 17:35 und endet am 28.04.2010 10:09; die Carta-Übersetzung vom 02.05.2010 ist da noch nicht bekannt.

    Zur deutschen Übersetung möchte ich Einiges anmerken. (i) Es startet nicht mit “Hypothese:”, sondern mit “Ich möchte eine Hypothese vorbringen”. (ii) Der Abschnitt “Farmville ist nicht nur…” endet mit einem Satz über die Jugend, aber im Original stehen “kids”, m.E. meint er das wörtlich, denn viele User von FaceBook & Co. sind Kinder um ca. 10 (zehn) Jahre! Die spielen nicht unbedingt Farmville und lüften heftig die Familientarnung! ;-) (iii) Am Ende steht “was wir dagegen tun können” — der Autor schließt mit “about” und nicht “against”.

    Die Kommentare bei Harvard — heute genau 225 — starteten gut 30 Min. später am 23.03.2010 16:48 und endeten am 28.04.2010 14:11, sie belegen die ganze Spanne von Contra bis Pro. Bei diesem Harvard-Blog ist die “Lfd.Nr.” noch nicht angekommen ;-), leider, das erschwert den intra-blog-Dialog; die Blogosphären-Numerierung ist jedoch da.

    Kurz, aber “oho” ist der Kommentar #c070358 von “commentaire de dépassement” vom 23.03.2010 17:28 (hier Übers.): “Wie mit allen Blasen, wachsen sie zu stark an, platzen sie.” Die Natur ist aber klug, der Mensch kann sie leeren… ;-)

  40. DROIDIUM » Blog Archive » Alles nur heisse Luft? |  10.05.2010 | 07:04 | permalink  

    [...] Haque bringt den Mythos und die ver­meint­li­che Macht von Sozia­len Netz­wer­ken ins Wan­ken. Mit sei­ner durch­aus har­schen Kri­tik an den Ver­spre­chun­gen der Anbie­ter von [...]

  41. Aktuelle Gedanken zum Social Media Marketing | miZine |  10.05.2010 | 07:24 | permalink  

    [...] Einen nennen es eine “Social Media Blase – oder Beziehungsinflation“, die Anderen träumen vom allumfassenden SM-Universum (natürlich social media – was [...]

  42. Eku Wand |  13.05.2010 | 23:46 | permalink  

    Ich empfehle folgende auf der „republica 2010“ aufgezeichnete Video-Lektüre, die anschaulich ableitet, warum unterschiedliche Wertvorstellungen die Gesellschaft in 2 Lager aufteilt und die meisten diesbezüglichen Internet-Diskussionen zu keinem einvernehmlichen Konsens führen können:

  43. schnellze.it |  20.05.2010 | 11:36 | permalink  

    Social-Web: ‘Beziehungsinflation’…

    Das ist genau das, warum ich mich nicht im Social Web rumdrücke:

    QUOTE:Nennen wir es Beziehungsinflation. Zahlenmäßig haben wir heute zwar deutlich mehr Kontakte als früher. Doch wertvoll sind in Wahrheit – wenn überhaupt – nur sehr wenige von ihnen…

  44. Alter, Dein Ego braucht Dich! Über die (einzig wahre) Ökonomie von Social Media | Cluetrain PR |  20.05.2010 | 17:08 | permalink  

    [...] sieht es Umair Haque , Verfasser fast aller Manifeste, wo gibt. Er warnt uns vor dem Wertverlust, der mit Social Media einhergehen soll: “Ähnlich wie eine Währungsinflation unser Geld [...]

  45. Holger Zimmermann |  25.05.2010 | 16:25 | permalink  

    Ich war lange ein Pessimist, was den Nutzen von Facebook, Twitter & Co. anbelangt. Ausprobiert habe ich es trotzdem, weil ich den Dingen gerne auf den Grund gehe. Zwei Nutzen stechen für mich dabei wirklich heraus:

    1. Ich kann nun den Kontakt mit Menschen halten, die ich sonst aus den Augen verloren hätte und wenn wir uns das nächste Mal sehen, haben wir jede Menge Themen, über die wir sprechen können.

    2. Ich bekomme neue Impulse, da ich mit Themen konfrontiert werde, nach denen ich niemals gesucht hätte. So komme ich zu anderen Schlüssen und habe eine breitere Sicht auf die Dinge. Außerdem erhalte ich Resonanz auf meine Aussagen aus Ecken, die ich sonst gar nicht erreichen würde. Das bereichert.

    Mit dem Wort “Freunde” allerdings habe ich auch so meine Schwierigkeiten. Das wird Facebook wohl jedoch nicht mehr ändern.

  46. Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation — CARTA « Digital Naiv – Stefan63's Blog |  28.05.2010 | 10:03 | permalink  

    [...] 3 Mai Hypothese: Trotz aller Begeisterung um die sozialen Medien verbindet uns das Internet heute nicht in dem Maße, wie wir glauben. Das Netz ist zum größten Teil ein Ort schwacher und künstlicher oder – wie ich sie nenne – dünner Beziehungen. via carta.info [...]

  47. Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation — CARTA « Digital Naiv – Stefan63's Blog |  28.05.2010 | 11:01 | permalink  

    [...] 3 Mai Hypothese: Trotz aller Begeisterung um die sozialen Medien verbindet uns das Internet heute nicht in dem Maße, wie wir glauben. Das Netz ist zum größten Teil ein Ort schwacher und künstlicher oder – wie ich sie nenne – dünner Beziehungen. via carta.info [...]

  48. martin |  13.06.2010 | 09:39 | permalink  

    Werteverluste, wie die Geschichte zeigt, sind möglich. Aber – nicht dauerhaft. Die Frage nach einer drohenden Gefahr ist zwar berechtigt, aber ich erkenne keinen gefährlichen Trend.

    Was uns fehlt sind Wörter für die Onlinewelt. Und so bringen wir Begriffe wie ‘Freundschaft’ und ‘Beziehung’ ins Spiel, die nicht passen. Und da diese Wörter nicht geeignet sind, befürchten wir den Verlust dieser Eigenschaften der Wörter. Das wird nicht eintreten, weil so eine Bedeutung wie Freundschaft ist so stark in uns Menschen eingebaut, da kann die Art der Kommunikation nichts dran ändern.
    Diese Überlegungen werden nur solange dauern, bis wir passendere Wörter gefunden haben. Würden wir von Netzkontakt, Netzschaft oder von Beknüpfung, oder von einem Verlinker, einem ‘Linker’, einer Belinkung sprechen gäbe es die Erwartungshaltung nicht, es müsse so etwas wie Freundschaft im Netz entstehen.
    Trotzallem zeigen der Artikel und die Kommentare, dass wir als anonyme Gemeinschaft versuchen, die neue Technik wirklichkeitsnah zu begreifen und zu verwenden.
    Davon abgesehen gibt es schon viele Möglichkeiten, Onlineverknüpfungen in Wirklichkeit auf Veranstaltungen zu treffen. Und bei mir macht es dann im Kopf richtig ‘Klick’, wenn man jemand plötzlich real sieht und mit ihm spricht. Aber auch das wird begrenzt werden durch die 24 Stunden, die uns ein Tag gibt. Mehr ist nicht möglich.

  49. Von der Social Media-Strategie zur „Social Strategy“ « Das Kulturmanagement Blog |  23.08.2010 | 14:22 | permalink  

    [...] Carta liegt sein Blogpost „The Social Media Bubble“ in einer deutschen Übersetzung vor. Ich denke, der Begriff des Freundes hat online und offline unterschiedliche Bedeutungen. [...]

  50. Freundschaften im Web: Mehr Schein als Sein « psychoratgeber-online.de |  05.10.2010 | 14:49 | permalink  

    [...] Weiterlesen auf carta.info [...]

  51. Macht Social Media asozial? |  24.11.2010 | 06:05 | permalink  

    [...] dabei gehschieht nennt Umair Haque “Beziehungsinflation” Er schreibt: Zahlenmäßig haben wir heute zwar deutlich mehr Kontakte als früher. Doch [...]

  52. Euphorie der Möglichkeiten – und keine Beziehungsinflation |  12.07.2011 | 15:42 | permalink  

    [...] im Netz lebt, braucht die Außenwelt nur bedingt Umair Haque kritisiert im Carta-Blog zwar plakativ unter dem Titel “Die Social-Media-Blase: Nennen wir es [...]

  53. Umair Haque, das Social Web sind wir! | johanneslenz` blog |  09.09.2012 | 13:16 | permalink  

    [...] (direk­tor und autor des havas media lab sowie grün­der der bubblegneeration.com) mit dem titel die social-media-blase: nen­nen wir es bezie­hungs­in­fla­tion (im orig. the social media bub­ble in der har­vard busi­ness review, [...]

  54. Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation — CARTA « Digital Naiv – StefanP's Business Blog |  08.10.2012 | 16:01 | permalink  

    [...] Die Social-Media-Blase: Nennen wir es Beziehungsinflation — CARTA Hypothese: Trotz aller Begeisterung um die sozialen Medien verbindet uns das Internet heute nicht in dem Maße, wie wir glauben. Das Netz ist zum größten Teil ein Ort schwacher und künstlicher oder – wie ich sie nenne – dünner Beziehungen. via carta.info [...]

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