Schrille Diskussion um „Causa Niggemeier“

Nach Stefan Niggemeiers letztem Text zur Abendblatt-Bezahlschranke werfen ihm gleich zwei Verleger unsachlichen "Schwarz-Weiß-Journalismus" vor.

Stefan Niggemeiers letzter Text zur Abendblatt-Bezahlschranke hat einigen offenbar nicht gefallen. Meedia-Chef Georg Altrogge meint nun, sich an Niggemeier als „medialen Pitbull ohne Beißhemmung“ und „Aggro-Blogger“ abarbeiten zu müssen:

Niggemeier leistet sich eine Entgleisung, deren Ursachen weniger im Thema als beim Kritiker selbst zu suchen sind. Ist der so frustriert von der Medienrealität, dass er nur noch mit Aggression darauf reagieren kann?

Auch Verleger Konstantin Neven DuMont kritisiert den jüngsten Niggemeier-Beitrag in den Kommentaren bei Niggemeier und Carta:

Wir brauchen Sparringspartner wie Sie. Aber auch Sie haben Schwachpunkte. Ihre Art, die Welt in Schwarz und Weiß einzuteilen, ist für mich persönlich kein zukunftsweisender Journalismus. Die Überschrift Ihres Beitrags erinnert mich irgendwie an altmodische Methoden der Kaufzeitungen.

Ich finde, Niggemeier hat den Iken-Text sehr treffend aufgegriffen und kritisiert. An einigen Stellen hätte dem Text sicher etwas weniger Formulierungsschärfe gut getan. Daher ist eine Debatte über eine angemessene und sachliche Diskussionskultur im Netz durchaus berechtigt. Dies aber eine grundsätzliche Frage, keine Causa Niggemeier.

Dabei haben augenscheinlich weder Altrogge noch Neven DuMont den Humor der Schlagzeile des Niggemeier-Textes missverstanden. Erstaunlich.

Offenbar ist die „Marke“ Niggemeier einigen zu gross geworden – und soll nun ein wenig zurechtgestutzt werden.