Kurt Beck outet sich als twitternder Ministerpräsident

Gerade flattert die Pressemitteilung zum Auftritt von Kurt Becks auf dem Mainzer Mediendisput rein. Darin fordert Beck nicht die üblichen Dinge, wie “Qualitätsjournalismus im Netz”, “Wegweiser durch den Datendschungel im Internet” und “gute Ausbildungen, faire Entlohnung und anständige Arbeitsverhältnisse” für Qualitätsjournalisten. Beck outet sich auch als Twitterer. In der Erklärung heißt es: Beck verwies auf die zunehmende Bedeutung von sozialen Netzwerken und berichtete, dass er selbst in zwei Netzwerken vertreten sei und seit einigen Tagen auch Twitter nutze. Dabei gehe es ihm darum, auch den Kontakt zu jungen Leuten zu behalten. Der Ministerpräsident betonte allerdings, dass die Netzwerke das journalistische Angebot nicht ersetzen könnten, sondern nur Ergänzung seien. Und tatsächlich: Hier ist Kurt Becks Twitter-Account. Wenn ich das richtig sehe, ist Beck damit Deutschlands erster twitternder Ministerpräsident. Der bislang doch eher rundfunkorientierte Kurt Beck schlägt augenscheinlich völlig neue Seiten der politischen Vermittlung auf. Er hat sein eigenes Kabinettsfernsehen, eine kürzlich runderneuerte Internetpräsenz – und nun ein Twitter-Account. Kurt Beck – gar der Obama aus der Pfalz? Der Landeschef kann sogar schon richtig Dialog: Nicole Z twittert an Beck: @KurtBeck Auf Ihrer HP fehlt noch der Twitter-Link Keine halbe Stunde spätert twittert Beck zurück: @NicoleZ jetzt ist er da NicoleZ und wir vermuten richtig: Der twitterne Kurt Beck ist wohl eher eine multiple Persönlichkeit. Zum heutigen Tag vermeldet der Beck-Account: nimmt heute am #mediendisput teil und spricht mit Normen Odenthal (#ZDF) über aktuelle medienpolitische Themen. Das wiederum klingt etwas unpersönlich, nach: Der persönliche Presseassistent bedient Twitter. Egal, natürlich bleibt Kurt Beck eben der Kurt Beck – auch mit Twitter. Aber: Ein eigener Twitter-Account ist ein kleiner Schritt für einen Teenager, aber ein großer Schritt für einen sechzigjährigen Minsterpräsidenten, der seit 15 Jahren die Rundfunkpolitik lenkt. Sollte Kurt Beck tatsächlich hin und wieder in seinen Twitter-Account schauen – es könnte seine Sicht des Medienwandels positiv beeinflussen. Ach, was werden erst für herrliche Zeiten anbrechen, wenn in paar Jahren die ganze Staatskanzlei twittert – und man keine Presseerklärungen mehr braucht. Update: Kurt Beck ist nicht der erste twitternde Ministerpräsident. Das war Dieter Althaus (siehe Kommentar 16).

Gerade flattert die Pressemitteilung zum Auftritt von Kurt Becks auf dem Mainzer Mediendisput rein. Darin fordert Beck nicht die üblichen Dinge, wie “Qualitätsjournalismus im Netz”, “Wegweiser durch den Datendschungel im Internet” und “gute Ausbildungen, faire Entlohnung und anständige Arbeitsverhältnisse” für Qualitätsjournalisten. Beck outet sich auch als Twitterer. In der Erklärung heißt es:

Beck verwies auf die zunehmende Bedeutung von sozialen Netzwerken und berichtete, dass er selbst in zwei Netzwerken vertreten sei und seit einigen Tagen auch Twitter nutze. Dabei gehe es ihm darum, auch den Kontakt zu jungen Leuten zu behalten. Der Ministerpräsident betonte allerdings, dass die Netzwerke das journalistische Angebot nicht ersetzen könnten, sondern nur Ergänzung seien.

Und tatsächlich: Hier ist Kurt Becks Twitter-Account. Wenn ich das richtig sehe, ist Beck damit Deutschlands erster twitternder Ministerpräsident. Der bislang doch eher rundfunkorientierte Kurt Beck schlägt augenscheinlich völlig neue Seiten der politischen Vermittlung auf. Er hat sein eigenes Kabinettsfernsehen, eine kürzlich runderneuerte Internetpräsenz – und nun ein Twitter-Account. Kurt Beck – gar der Obama aus der Pfalz?

Der Landeschef kann sogar schon richtig Dialog:

Nicole Z twittert an Beck:

@KurtBeck Auf Ihrer HP fehlt noch der Twitter-Link

Keine halbe Stunde spätert twittert Beck zurück:

@NicoleZ jetzt ist er da

NicoleZ und wir vermuten richtig: Der twitterne Kurt Beck ist wohl eher eine multiple Persönlichkeit. Zum heutigen Tag vermeldet der Beck-Account:

nimmt heute am #mediendisput teil und spricht mit Normen Odenthal (#ZDF) über aktuelle medienpolitische Themen.

Das wiederum klingt etwas unpersönlich, nach: Der persönliche Presseassistent bedient Twitter.

Egal, natürlich bleibt Kurt Beck eben der Kurt Beck – auch mit Twitter. Aber: Ein eigener Twitter-Account ist ein kleiner Schritt für einen Teenager, aber ein großer Schritt für einen sechzigjährigen Minsterpräsidenten, der seit 15 Jahren die Rundfunkpolitik lenkt. Sollte Kurt Beck tatsächlich hin und wieder in seinen Twitter-Account schauen – es könnte seine Sicht des Medienwandels positiv beeinflussen.

Ach, was werden erst für herrliche Zeiten anbrechen, wenn in paar Jahren die ganze Staatskanzlei twittert – und man keine Presseerklärungen mehr braucht.

Update: Kurt Beck ist nicht der erste twitternde Ministerpräsident. Das war Dieter Althaus (siehe Kommentar 16).