Wolfgang Michal

Sieben unbequeme Wahrheiten

 | 44 Kommentar(e)


Je niedriger die Wahlbeteiligung, desto aufschlussreicher die absoluten Zahlen: Schwarz-Gelb hat nicht gewonnen. Und das Desaster der SPD ist eine Katastrophe.

28.09.2009 | 

1. Schwarz-Gelb hat die Wahl nicht gewonnen, die Große Koalition hat die Wahl verloren. Die Parteien der Großen Koalition büßten gegenüber 2005 ein Viertel ihrer Wähler ein (=25 Prozent). Wurden CDU, CSU und SPD 2005 von 32,8 Millionen Bürgern gewählt, so sank diese Unterstützung 2009 auf 24,6 Millionen Wähler. Derart abgestraft wurde selten eine Regierung!

2. Schwarz-Gelb ist nur eine Minderheitenregierung. Während die Parteien der Großen Koalition 2005 noch 53 Prozent der Wahlberechtigten auf sich vereinten (=32,8 Millionen), unterstützen lediglich 33,7 Prozent (= 20,9 Millionen) die schwarz-gelbe Koalition.

3. Schwarz-Gelb hat Stimmen verloren. Während die FDP gegenüber der letzten Wahl 1,66 Millionen Wähler dazu gewann, verloren CDU und CSU zusammen fast 2 Millionen. Macht unterm Strich für Schwarz-Gelb ein Minus von 311.166 Stimmen.

4. Der Abwärtstrend der Union ist stabil. Zweitgrößter Verlierer hinter der SPD ist die CSU. Sie verlor 664.099 Stimmen. Das ist ein Minus von 19 Prozent (!) gegenüber 2005. Auch die CDU hat nicht 0,5 Prozent verloren, wie es die Balken-Diagramme ausweisen. Die CDU hat gegenüber der letzten Bundestagswahl mehr als 1,3 Millionen Stimmen verloren. Das sind 10 Prozent ihrer Wähler. CDU und CSU verzeichnen zusammen ein Minus von 11,9 Prozent.

5. Gewonnen haben in erster Linie FDP und Linke. Beide Parteien konnten jeweils mehr als eine Million Wähler dazu gewinnen.

6. Die Grünen haben weniger Stimmen hinzugewonnen als die Piraten. Das Plus der Grünen: 802.871 Stimmen. Das Plus der Piraten: 845.904. Die Piraten konnten ihren Stimmenanteil seit der Europawahl (229.000 Stimmen) fast vervierfachen.

7. Und nun zum dicksten Hammer: der SPD. Die SPD hat nicht etwa dramatische 11,2 Prozent verloren, wie es am Wahlabend verkündet wurde. Die SPD hat gegenüber der letzten Bundestagswahl granatenhafte 38,3 Prozent (!) ihrer Wähler verloren. Das ist kein Desaster, das ist eine Katastrophe. Und so war es wohl der größte Witz des Wahlabends, dass Steinmeier und Müntefering erklärten, sie wollten so weiter machen. Weil sie sich nicht aus der Verantwortung stehlen wollen. Nach diesem Ergebnis gibt es nur eine mögliche Form von Verantwortung: Rücktritt.

Siehe dazu auch den Beitrag von Robin Meyer-Lucht: Bündnis ohne Emphase

Mehr zu : | | | |

CARTA Kaffeekasse

44 Kommentare

  1. Benjamin Stöcker (einfachben) 's status on Monday, 28-Sep-09 12:12:17 UTC - Identi.ca |  28.09.2009 | 14:12 | permalink  

    [...] http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/ a few seconds ago from xmpp [...]

  2. Mitchel (openmitch) 's status on Monday, 28-Sep-09 12:15:31 UTC - Identi.ca |  28.09.2009 | 14:15 | permalink  

    [...] http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/ a few seconds ago from firestatus [...]

  3. Usul (usul) 's status on Monday, 28-Sep-09 12:16:11 UTC - Identi.ca |  28.09.2009 | 14:16 | permalink  

    [...] http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/ a few seconds ago from web [...]

  4. ich (engola) 's status on Monday, 28-Sep-09 12:43:37 UTC - Identi.ca |  28.09.2009 | 14:43 | permalink  

    [...] http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/ a few seconds ago from web [...]

  5. Qbi's Weblog |  28.09.2009 | 15:49 | permalink  

    Echtes Wahlergebnis…

    Erdgeist twitterte über das reale Ergebnis. Ich habe das unten nochmal als Grafik gebastelt:

    Update: carta.info hat sieben unbequeme Wahrheiten….

  6. Paul |  28.09.2009 | 17:53 | permalink  

    Wenn es demnach also das Ziel sein soll, dass eine Regierung grundsätzlich die Mehrheit sämtlicher Wahlberechtigten als Legitimation aufweisen muss, dann werden wir wohl die Wahlpflicht einführen müssen. Wie sonst will man 18,1 Nichtwähler dazu zwingen, Farbe zu bekennen?

  7. Wolfgang Michal |  28.09.2009 | 18:26 | permalink  

    @Paul
    Interessant zur Erklärung des FDP-Erfolgs ist auch, dass die Wahlbeteiligung in den Speckgürteln um die großen westdeutschen Städte herum (Hamburg, Hannover, Bremen, Düsseldorf, Köln, Mainz/Wiesbaden, Stuttgart, Nürnberg/Erlangen oder München), überdurchschnittlich hoch war, während sie im größten Teil der neuen Bundesländer, in Teilen Nordrhein-Westfalens und in Niederbayern sehr niedrig lag (siehe Online-Wahlatlas des Bundeswahlleiters). Auch innerhalb der großen Städte war die Wahlbeteiligung in den besseren Vierteln weit höher als in den sozialen Problemvierteln. Diesen Trend gab es zwar auch schon bei früheren Wahlen, aber er verstärkt und verstetigt sich. Das führt zu einer Demokratie der Besserverdienenden.

    Man kann die Nichtwähler natürlich mit dem Vorwurf tadeln: „Selbst schuld!“ Besser wäre es, ihre Motive zu erforschen.

  8. Raimund Hocke |  28.09.2009 | 18:30 | permalink  

    @6(Paul) So war’s ja wohl nicht gemeint. Ansonsten stehe ich der Wahlpflicht sehr skeptisch gegenüber.
    Ich finde den Beitrag sehr gut: Nach dieser wochenlangen Prozenteritis ist es heilsam bei der Beurteilung des Ergebnisses gerade bei dieser Wahl mal auf die absoluten Zahlen zu schauen.
    Danke für den Anstoß.

  9. Appiah_92 |  28.09.2009 | 18:58 | permalink  

    Der Beitrag ist sehr gelungen, jedoch “verdreht” er ein paar Tatsachen:
    In den Wahlsendungen spricht man imemr vom Verlust an ProzentPUNKTEN, d.h. dass eine Parte zum Ergebnis von vor 4 Jahren z.B. statt 5% nun 10% hat, ist ein Anstieg um 5%-Punkte. In Prozent sind dies jedoch 100% Gewinn.

    Es stimmen natürlich beide Aussagen, man muss nur auf den genauen Wortlaut achten.

    Ansonsten sehr gut gelungen und fasst alles wichtige zusammen.

  10. Ereignisbl[og|ick] » Blog Archive » 7 Wahrheiten über die Bundestagswahl 2009 |  28.09.2009 | 20:17 | permalink  

    [...] nun habe ich bei Qbi einen Link gefunden, den ich einfach einmal weiter tragen muss: Carta.info fasst ein paar Wahrheiten über die Wahl von gestern zusammen und zeigt auf, dass die, die sich als [...]

  11. ckay.de » Über die Wahl und die Piratenpartei |  28.09.2009 | 20:46 | permalink  

    [...] Wir haben es geschafft im seit der Europawahl bei der Bundestagswahl unsere Stimmenanzahl zu vervierfachen, während die Großen Parteien alle massive Verluste hinnehmen mussten. Siehe auch der Beitreig auf Carta.info [...]

  12. eParanoid |  28.09.2009 | 21:01 | permalink  

    Die Zahlen – bzw. die Einordnung in absolute Gewinne und Verluste – finde ich interessant.

    Die beiden ersten Aussagen “1. Schwarz-Gelb hat die Wahl nicht gewonnen, …” und “2. Schwarz-Gelb ist nur eine Minderheitenregierung. …” sind schlicht falsch. Schwarz-Gelb hat die Mehrheit der Wählerstimmen bekommen – so sehr man das auch bedauern mag. Die fast 30% der Wahlberechtigten, die es vorgezogen haben, nicht von ihrem Wahlrecht gebrauch zu machen, signalisieren damit, daß ihnen jedwedes Ergebnis recht oder zumindest gleichgültig ist.

    Ja, es sind ca. 2 Mio. SPD-Wähler (aus 2005) zuhause geblieben. Und ich unterstelle, daß die meisten dies nicht aus Trägheit getan haben. Aber diesen Nichtwählern jetzt zu unterstellen, sie hätten etwas anderes gewollt, finde ich fast so dreist, wie die beliebte Politiker-Floskel, der Wähler habe die Botschaft der Partei nicht verstanden (dieser blöde Trottel von einem Wähler). Die Nichtwähler haben entschieden, daß sie die einen nicht wählen, die anderen aber auch nicht verhindern wollen. Punkt.

    Vielleicht kommen einige von ihnen in den nächsten vier Jahren zu der Erkenntnis, daß sie besser doch hätten wählen sollen, weil sie dieses Ergebnis schon gar nicht gewollt haben. Wer weiß? Aber das kann ja auch denjenigen passieren, die Schwarz-Gelb bewußt an die Macht gebracht haben.

  13. luto's status on Monday, 28-Sep-09 19:47:04 UTC - Identi.ca |  28.09.2009 | 21:47 | permalink  

    [...] http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/ a few seconds ago from seesmic [...]

  14. Die Nichtwähler: Auch Sieger der Wahl at Wirklich nicht |  28.09.2009 | 21:47 | permalink  

    [...] Michal z.B. rechnet sieben sehr interessante Wahrheiten aus und bei Qbis Weblog gibt es ein nettes Kuchendiaggramm mit Wahlanteilen unter Einbezug der [...]

  15. SZenso » Blog Archive » Hartzinfarkt |  28.09.2009 | 23:13 | permalink  

    [...] SPD hat in der aktuellen Wahl im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 unglaubliche 38,3 % der absoluten Stimmen verloren! Die alte Tante SPD hat ihren Status als Volkspartei verspielt, der Abstand zur Klientelpartei FDP [...]

  16. Nach dem Wahl « rauskuckers Blog |  29.09.2009 | 01:35 | permalink  

    [...] Auf Basis der gleichen Zahlen ist Wolfgang Michal bei Carta zu den gleichen Folgerungen gekommen, hat sie vielleicht etwas klarer [...]

  17. rauskucker |  29.09.2009 | 01:40 | permalink  

    Ich habe bei mir ungefähr dasselbe geschrieben, aber Du drückst es wohl deutlicher aus. Dafür habe ich noch eine übersichtliche Tabelle dazu.

    (leider finde ich hier nirgends den Trackback-Link, deshalb auf diesem Weg.)

  18. Alexander Drewes |  29.09.2009 | 04:48 | permalink  

    Ich tue mich ein wenig schwer mit der These, denjenigen, die nicht wählen gegangen sind, sei die jetzt entstandene Situation wie jede andere auch gleichgültig gewesen.
    Ich z.B. habe mir wochenlang überlegt, wie und ob ich überhaupt wählen soll. Nun wählt man – Winston Churchill sinngemäß zitiert – in einer Demokratie ja immer das kleinere Übel, aber diesmal (wie im Grunde auch schon letztes habe z.B. ich mich – als mindestens gefühlter Linker – außerordentlich schwer getan). Obwohl demnächst als Rechtsanwalt sowohl hinsichtlich der Bürgerrechte als auch hinsichtlich der Ausgestaltung meiner Steuersituation eigentlich klassischer FDP-Wähler halte ich die FDP nicht für wählbar. Mit der CDU geht es mir genauso, da gruselt´s mich förmlich (ich stamme ursprünglich aus Bayern, das mag eine Unionsphobie vielleicht noch mehr erklären).
    Die SPD halte ich aufgrund iherer – vorsichtig formuliert – sozialen Schieflage in den letzten zwei Wahlperioden eigentlich auch nicht für mehr wählbar (als behinderter Mensch liegt mir naturgemäß Sozialpolitik und die dazu gehörigen rechtlichen Implementationen nicht völlig fern). Also, mit der Erststimme das kleinere Übel SPD gewählt. Die LINKE empfinde ich als dermaßen populistisch und in vielerlei Hinsicht maßlos in ihren Forderungen, geht also auch nicht.
    Bleiben die GRÜNEN: Bürgerrechte passt so la la, wirtschaftspolitisch kann ich mich damit sicherlich auch anfreunden, beim Thema Sozialpolitik überkommt mich bei den GRÜNEN allerdings ein großes “Au weia”. Trotzdem, Schnittmenge halbwegs passend, also gab´s die Zweitstimme für die GRÜNEN. Jetzt habe ich hier (ich konnte das als Blinder auf der Seite des Bundeswahlleiters noch nicht nachvollziehen), dass sich die Wahlbeteiligung – mehr denn je – an den “Speckgürteln” der Städte orientiert hat, also in städitschen Kerngebieten und im ländlichen Raum die Wahlbeteiligung wohl deutlich niedriger gewesen sein muss.
    Die Frage, die sich mir stellt, ist: Kann es nicht sein, dass in beiden örtlichen Räumen schlichtweg die Hoffnungslosigkeit die Bürger vom Wählen abgehalten hat? Wenn schon jemand wie ich, der sich als – halbwegs – situiert bezeichnen kann, lange und ernsthaft überlegt hat, überhaupt nciht zu wählen (und das wäre auf Bundesebene zumindest das erste Mal gewesen, seidem ich das Wahlrecht habe), wie muss es dann erst Leuten im Grundsicherungsbezug oder im ländlichen Raum gehen, die sich von der Politik mindestens der letzten sieben Jahre vollständig “abgehängt” fühlen dürfen?
    Natürlich ist die Wahlbeteiligung, die bei Wahlen zum Deutschen Bundestag immer außerordentlich viel höher als auf der Ebene von Landtagswahlen gewesen ist, ein Alarmzeichen. Nur sehe ich das nicht so skeptisch, daraus entweder eine Wahlverzerrung oder gar Demokratiemüdigkeit heraus zu lesen. Ich denke, das Wahlvolk hat eine umgreifende Parteienverdrossenheit (geht mir zumindest auch so, ich wüsste schon nicht, in welcher Partei ich mich noch engagieren soll, abgesehen davon, dass ich persönlich die “Ochsentour” in einem Parteiapparat als Zumutung empfände), und diese Verdrossenheit scheint mir mehr als berechtigt. Ohne hier dem Populismus in irgendeiner Form das Wort reden zu wollen, aber wenn – gerade die politische Linke – nicht bald wieder lernt, den Leuten (gut lutherisch) “aufs Maul zu schauen”, wird sie im Ghetto von insgesamt unter 50% verharren. Daneben, für die etwas intellektuelleren unter uns, vermisse ich in den letzten Jahren auch nur ansatzweise brauchbare politische Konzepte (so ist die Schaffung von vier Millionen Arbeitsplätzen, wie von der SPD angeboten, ein Witz ohne umfassende Beteiligung der Wirtschaft, und dieselbe orientiert sich sinniger Weise weniger an SPD-Wahlversprechen sondern an Lohn(stück)kosten). Wie auch immer, ich verstehe weder das Heulen und Zähneklappern der SPD nach der Wahl noch den Jubel der GRÜNEN. Ersteres ist unverständlich, weil dieses miserable Ergebnis – vielleicht nicht so schockierend, aber in einem ähnlichem Umfang ja sehr wohl – absehbar war. Letzteres verblüfft deshalb, weil die GRÜNEN zum zwieten Mal hintereinander die kleinste Fraktion im Deutschen Bundestag stellen, mit einem Ergebnis, das nur unwesentlich besser ist als vor vier Jahren. Na ja, wenn ich ausschließlich Klientelpartei bleiben will, ist das vermutlich ein schöner Erfolg (der Wahl”erfolg” der GRÜNEN basiert zudem ausschließlich auf Stimmenpotenzial der SPD, man schneiet sich also gegenseitig “ins Fleisch”). Wenn die GRÜNEN allerdings ihre strategische Ausrichtung nicht umfassen ausbauen, werden sie als dauerhaftes Anhängsel der SPD in der gleichen Sackgasse landen, in der die SPD jetzt bei dieser Bundestagswahl stecken geblieben ist.

  19. Wolfgang Michal |  29.09.2009 | 10:52 | permalink  

    @Alexander Drewes: Ich stimme ihnen zu. Nichtwählen kann – neben Desinteressiertheit – eine politische Aussage sein. Ich schätze, etwa zwei Drittel der Nichtwähler sehen das so. Es ist ja kein Zufall, dass in den abgeschmolzenen SPD-Hochburgen des Ruhrgebiets die Wahlbeteiligung besonders niedrig lag (Duisburg II, Essen II), während sie in den “Reichen-Wahlkreisen” (Starnberg, Hochtaunus) besonders hoch war. Ein Unterschied von 20 Prozent. Das Wählerverhalten im Wahlkreis Starnberg erklärt auch ganz gut den FDP-Erfolg: Dort erzielten SPD und Linke ihr schlechtestes Ergebnis (12,8 bzw. 4,1 Prozent), während die FDP bei hoher Wahlbeteiligung auf 19,1 Prozent kam.

  20. eParanoid |  29.09.2009 | 14:47 | permalink  

    Auch ich hatte mir früher schon einmal überlegt, ob ich bei einer Auswahl an Parteien, die alle nicht meinen Vorstellungen entsprachen, überhaupt wählen gehen sollte. Schließlich wollte ich keine der angetretenen Parteien haben.

    Würden für die Nichtwähler prozentual Plätze im Parlament nicht besetzt und diese leeren Plätze bei Abstimmungen immer mit “Nein” gezählt, wäre Nichtwählen plötzlich eine inhaltliche Aussage, die den im Parlament vertretenen Parteien wehtäte (und vielleicht zu Politikänderungen führen könnte). Da dies (leider) nicht so ist, bedeutet “nicht wählen” allerdings immer, die Entscheidungen der Wähler zu akzeptieren bzw. hinzunehmen.

    Die Sichtweise, das jeweils kleinere Übel zu wählen, wenn man mit keiner Partei übereinstimmt, ist für mich als Wahlmotivation allerdings nicht ausreichend, insbesondere, wenn auch das kleinere Übel mir noch zu groß ist. Bei fehlender, inhaltlicher Übereinstimmung wähle ich taktisch, was bei 5-6 Parteien deutlich besser geht, als bei 2-3 Parteien.

    Wenn beispielsweise das Hauptziel ist, eine soziale(re) Politik zu erreichen, wäre dieses Mal die Wahl der Linken die richtige Taktik gewesen, obwohl die Linke aufgrund der “Nicht-Koalitionsversprechen” kaum Chancen zur Umsetzung hatte. Auch das Argument der populistischen Aussagen wäre für die taktische Überlegung nicht wichtig, gerade da eine Regierungsbeteiligung kaum zu erwarten war. Denn je stärker die Linke (innerhalb gewisser Grenzen) wird, desto mehr Druck übt sie auf die Politik der anderen Parteien aus, die sie nicht noch stärker werden lassen wollen. (Wäre bei den Linken eine Überschreitung der 35% zu erwarten gewesen, würde dies meine taktischen Überlegungen allerdings wieder ändern.)

    Wie meine eigene Zielsetzung aussah und welche Wahlentscheidung (taktisch oder aus Überzeugung) daraus wurde, lasse ich weiterhin unter das Wahlgeheimnis fallen.

    Mein Fazit: Nichtwählen muß nicht sein, auch wenn einem alle Parteien nicht gefallen sollten.

  21. Hannes |  29.09.2009 | 16:13 | permalink  

    Man kann alles so oder so argumentieren, an den Fakten, geschweige denn an der Regierung ändert das gaaaaaanz einfach mal nix!!!

  22. Uli |  29.09.2009 | 17:54 | permalink  

    Wenn Nichtwählen keinen Sinn zu machen scheint und “das kleinere Übel” Wählen Magenschmerzen bereitet, dann gibt es im Rahmen unserer Verfassung noch die Möglichkeit, durchaus vorhandene Alternativen für unsere Gesellschaft zusammenzufassen und selber eine Partei zu gründen.
    Aber auch dort steht am (erfolgreichen) Ende die große Wahrscheinlichkeit der Korruption durch die Macht. (Weshalb die Piraten für mich auch keine Alternative darstellen).
    Die aufrechten Menschen, die wir dazu bräuchten, haben kein Interesse an der Macht, ähnlich wie die vielen Nichtwähler kein Interesse daran haben, sie zu verteilen. Und jetzt drängt sich mir eine weitere Lösung förmlich auf: Die Möglichkeit einer neuen, selbstbewußten außerparlamentarischen Opposition.

  23. Zitronella |  29.09.2009 | 17:56 | permalink  

    Hi !,
    kann mich meinem Vorredner nur anschließen.

    Egal wie man es dreht : Schwarz-gelb hat nunmal eine Mehrheit im Bundestag und Ende. Nach der letzten großen Koalition war plötzlich der rechtsextreme Rand mächtig gestärkt bei den folgenden Wahlen.

    2009 war es eben der linksextreme Rand. Who cares ?. Die Entzauberung dieser Phantasten wird nicht ewig dauern hoffe ich.

    Ich selbst bin heilfroh, dass es keine rot-rot-grüne Mehrheit gab weil ich immer noch der Ansicht bin, dass der, der nichts arbeiten WILL und es sich in der sozialen Hängematte bequem gemacht hat einen Weckruf braucht und keine Erhöhung der Sätze.

  24. Wolfgang Michal |  29.09.2009 | 18:10 | permalink  

    @Zitronella:
    Hier geht’s um Wahlanalyse, um die Wahrnehmung der Fakten, nicht um Stammtischparolen. Niemand bestreitet, das schwarz-gelb eine Mehrheit im Bundestag hat. Aber genau so richtig ist, dass schwarz-gelb keine Mehrheit in der Bevölkerung hat. Man kann Nichtwähler weder automatisch zu schwarz-gelb noch automatisch zu rot-rot-grün zählen. Es gibt unter ihnen welche, die an Demokratie desinteressiert sind und andere, die an Demokratie sehr interessiert sind.

    P.S. Noch nie seit es allgemeine demokratische Wahlen in Deutschland gibt (also seit 1919) war die Wahlbeteiligung bei landesweiten Wahlen so gering.

  25. Uli |  29.09.2009 | 18:15 | permalink  

    Sehr geehrte Zitronella,
    auch wenn es hier nicht hingehört:
    Was glauben Sie, wie viele der Millionen Arbeitslosen nicht arbeiten WOLLEN? Ist Ihnen wirklich noch nie in den Sinn gekommen, dass die täglich wachsende Anzahl der Straßenzeitungsverkäufer und Flaschensammler sich darauf zurückführen ließe, dass es immer weniger Arbeit gibt?
    Haben Sie sich schon mal überlegt, was die Techniker und Mechaniker der Berliner S-Bahn, die aus Privatisierungswünschen der neoliberalen Mathematiker jetzt auf der Straße sitzen, sich wohl am liebsten wünschen?

    Das Lügengebäude des “aktivierenden Staates” bricht wie ein Kartenhaus zusammen, wenn man einfach nur – ganz marktwirtschaftlich – Angebot und Nachfrage von Arbeitskraft untersucht.

  26. eParanoid |  29.09.2009 | 20:52 | permalink  

    @Zitronella:

    Mit Sicherheit gibt es auch den einen oder anderen Arbeitslosen, der gar nicht arbeiten will. Solange wir allerdings weit mehr Arbeitslose als offene Stellen haben (mal abgesehen davon, daß nicht jeder jede Arbeit übernehmen könnte), bleibt es Arbeitgeber-Propaganda, die Arbeitslosigkeit auf Arbeitsunwilligkeit zurückzuführen.

    Aus Sicht der Unternehmen und Arbeitgeberverbände wäre eine Arbeitslosenquote von 95% und gar keine Sozialleistung ideal, da dann viele hungernde Arbeitslose um wenige, gering bezahlte Jobs konkurrieren würden. Nur wer würde die Produkte und Dienstleistungen dann kaufen? Alles für den Export in Hochlohnländer (falls es die dann noch gibt)?

    Das wäre betriebswirtschaftlich (also aus Sicht eines einzelnen Unternehmens) zwar sinnvoll, volkswirtschaftlich allerdings eine Katastrophe.

    Wenn einer im Kino aufsteht, sieht er besser (betriebswirtschaftliche Optimierung).
    Was passiert, wenn alle im Kino aufstehen? (volkswirtschaftliche Betrachtung)

    Leider sind die meisten Politiker mit dieser Unterscheidung wahrscheinlich intellektuell überfordert. (Intelligenz und politische Karriere passen auch nicht besonders gut zusammen.) Außerdem sind da noch die jeweiligen Lobbygruppen, denen (warum nur?) etwas Gutes getan werden muß. Folglich wird unter Wirtschaftspolitik das verstanden, was sich ein Unternehmer halt so wünscht.

    Aber das ist doch kein Grund, das Geschwätz von Arbeitgebern und ihren Wirtschaftspolitikern gedankenlos nachzuplappern, oder?

  27. mitleser |  29.09.2009 | 21:06 | permalink  

    Dazu gewonnen haben also sehr stark die Parteien, die klare und pointierte Positionen beziehen. DAS sollte wohl am ehesten denen, die das nicht getan haben, zu denken geben :)

  28. Zitronella |  30.09.2009 | 10:53 | permalink  

    Die “Partei” von Titanic (dieses mal nicht wählbar) und die Pogo-Partei (dieses mal nicht wählbar) haben noch klarere und noch pointiertere Positionen bezogen. Die NPD hat auch diesmal pointierte Positionen bezogen.

    Das scheint also nicht unbedingt das Argument zu sein, dass zur sicheren Mehrheit beim Wahlvolk führt.

    Vielleicht hatten die Wähler einfach keine Lust der SED-Nachfolgerin mehr Macht in die Hände zu geben. Bei Positionen a la Sahra Wagenknecht für mich kein grosses Wunder.

    Wer nicht wählen geht, der soll es halt bleiben lassen. Es ist ein “Recht” und so soll es auch bleiben. Wie soll das sonst aussehen – will man Sonntags Abends die Leute, die noch nicht auf den Listen ausgestrichen sind suchen gehen ?. Oder Ihnen
    mit Haft oder Ordnungsgeld drohen, oder Sie am Arbeitsplatz von Beförderungen ausschliessen a la DDR ?!?.

  29. amx |  30.09.2009 | 14:03 | permalink  

    Entschuldigung für die krasse Wortwahl, aber nur, wer mathematisch völlig unterbelichtet ist oder sprachlich schludert, wagt es zu behaupten, die SPD habe am Sonntag elf Prozent verloren.

    Nein, sie hat elf Prozentpunkte verloren. Der Begriff Prozentpunkte wird leider von vielen Journalistenkollegen als maniriert interpretiert. Welche Unterschiede sich aber ergeben, hat der Autor oben dargelegt.

    Wenn ich die Zahlen richtig im Kopf habe, hat die SPD im Vergleich zur Wahl 1998 ihre Wählerschaft glatt halbiert – an die anderen Parteien abgegeben oder nicht zur Wahl motivieren können und (zeitweise?) an die größer werdende Schar der Nichtwähler verloren.

    Um diese 50 Prozent verlorener Wähler wieder zurückzugewinnen, muss die SPD übrigens ihre Stimmenanzahl um 100 Prozent steigern – letzter Ausflug in die Mathematik :-)

    Statt über eine Wahlpflicht nachzudenken (die auch in Belgien bei angedrohten Strafen vom Bußgeld bis zum möglichen Verbot, im öffentlichen Dienst arbeiten zu dürfen) nur eine Wahlbeteiligung von rund 90 Prozent bringt, sollte man sich intensiver Gedanken machen, die Wähler politisch zu mobilisieren. Mit Themen, nicht mit Schmutzwahlkampf. Und erst recht nicht mit einem Seditativ-Wahlkampf der Marke Merkel-Steinmeier

  30. dorabella |  30.09.2009 | 14:33 | permalink  

    @amx: Das heißt nicht Seditativ, das heißt Rezitativ! Oder doch eher Digestif?
    Verflixter Dativ.
    Ansonsten bin ich mit Ihnen völlig d’ accord: Man soll Sprachschludereien und Matheschlampereien auf gar keinen Fall durchgehen lassen.

  31. Die Macht der einen Stimme » Regioblog |  30.09.2009 | 15:01 | permalink  

    [...] Weitere interessante Rechenbeispiele mit absoluten Zahlen hat übrigens Wolfgang Michal auf carta.info angestellt: http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/ [...]

  32. Alexander Drewes |  01.10.2009 | 04:21 | permalink  

    Die Intention, man möge doch eine eigene Partei gründen, wenn man mit der Programmatik der vorhandenen Schwierigkeiten habe, ist sicherlich interessant, allerdings im Regelfall illusorisch. Daneben halte ich – konsequent zu Ende gedacht – eine solche Aussage mit der hier getroffenen Endgülitigkeit auch für ins Wolkenkuckucksheim gehörend, denn sie würde bedeuten, dass es mehrere Dutzend Millionen Parteien in der Bundesrepublik geben müsste, auf dass jeder seine individuellen Interessen befriedigt sähe.
    Ansonsten bin ich immer wieder über dieses Schlagetotargument verblüfft, wer arbeiten wolle, könne dies auch. Das ist zumindest für den mich mit am meisten interessierenden Personenkreis, nämlich (schwer)behinderte Menschen schlicht und einfach falsch. Nicht umsonst versucht der Gesetzgeber seit fünfundzwanzig Jahren (mit erschütternd schlechten Ergebnissen), die Quote schwerbehinderter Menschen, die arbeitslos sind, durch arbetigeberseitige Anreize in Arbeit zu bringen. Gebracht hat nicht einmal die Schaffung eines Allgemeinen Gleichstellungsgesetzes etwas, aus dem zwar auf Schadensersatz bei Nichteinstellung bei Diskriminierung geklagt werden kann (allerdings auch nur auf drei Monatsbruttogehälter), allerdings nicht auf Einstellung (was seitens des Gesetzgebers dann mit dem Betriebsfrieden begründet wird).
    Jedoch: Auf für die absolte Mehrheit der nicht-behinderten arbeitslosen Klientel stellt eine solche Aussage eine absolute Zumutung dar. Der Gesetzgeber hat z.B. bei Schaffung des SGB II (darin ist die sog. Grundsicherung für Arbeitsuchende geregelt, die für die meisten arbeitslosen Menschen nach einem Jahr Arbeitslosigkeit greift) ein sog. Fallmanagement vorgesehen (das sollte den Aspekt des Förderns ggü. dem im Gesetz vorrangig genannten Fordern ausdrücken). Abgesehen davon, dass es ein solches Case-Management bis heute in vielen Job-Centern nicht einmal gibt, sind die vorhandenen Fallbearbeiter aufgrund viel zu hoher Fallzahlen dermaßen überlastet, dass eine Betreuung des Einzelfalles dem Grunde nach kaum möglich ist. Zudem – wer hätte jetzt wirklich anderes erwartet – finden sich unter den Langzeitarbeitslosen eine überwiegenden Anzahl sog. schwer Vermittelbarer, die also z.B. besondere Probleme hinsichtlich einer normalen Arbeitszeitgestaltung haben (allein Erziehende u.ä.m.). Gerade beim hoch sensiblen Arbeitsmarkt mit Zitronensaft herum zu spritzen (oder, wohl besser: mit Stammtischparolen durch die Gegend zu krakeelen) ist in ungefähr so sinnvoll wie heute eine Wetterprognose für den 01.10.2010 zu stellen. Wenn die Sachlage so einfach wäre, wie manche Zitronen meinen, das hier vorstellen zu können, stellt sich doch zunächst einmal die Frage, weshalb z.B. die schwarz-gelbe Koalition auf Bundesebene in der Zeit zwischen 1982 und 1990 (1990 bis 1998 lasse ich aufgrund der Wiedervereinigung als Sonderproblem gelten) das Problem nie auch nur ansatzweise in den Griff bekommen hat (einer sozialdemokratisch regierten Koalition könnte man ja – fälschlich, da in der Sozialdemokratie das Leistungsprinzip beinahe noch ein wenig höher gehalten wird als bei den Christdemokraten – unterstellen, sie wollten Faulheit auch noch subventionieren.
    Viele Leute – ich gehöre auch dazu – sehen Arbeit als einen Teil ihrer Lebenserfüllung an (bei mir: nicht als Selbstzweck, sondern weil ich kontinuierlich helfend etwas Sinnvolles tun will). Dass wir jedoch über die Hintertür von Sanktionsmöglichkeiten faktisch einen Arbeitszwang schaffen, dürfte mindestens nahe an der Grundgesetzwidrigkeit von Zwangsarbeit als solcher liegen. Mir ist durchaus klar, dass und wie ketzerisch das klingt, aber: Arbeit alleine macht durchaus noch kein erfülltes Leben aus.

  33. Zitronella |  01.10.2009 | 06:18 | permalink  

    (Schwer-)behinderte Menschen genießen auch von meiner Seite uneingeschränkte Unterstützung ins Arbeitsleben integriert zu werden. In dieser Richtung müssen noch
    mehr Maßnahmen getroffen werden um die, die vom Schicksal ohnehin schon gebeutelt sind nicht auch noch auf dem Arbeitsmarkt „abzuhängen“.

    Da gibt es von Arbeitgeberseite häufig große Berührungsängste obwohl ich in meiner täglichen Erfahrung erlebt habe, daß gerade Behinderte Ihre Arbeit 500 % abliefern und dabei einen Ehrgeiz entwickeln, der mich immer wieder aufs Neue erstaunt.

    Auch bin ich einverstanden, dass die absolute Mehrheit der nicht-behinderten Arbeitslosen zu Unrecht mit den Leuten in einen Topf geworfen wird, die nicht arbeiten wollen. Aber es gibt sie und es sind nicht wenige. Die Sachlage auf dem Arbeitsmarkt ist sicherlich sehr kompliziert und sensibel, aber nur ein Beispiel von vielen :

    Als die ArGe hier im Landkreis dazu überging Neuantragstellern auf Hartz 4 erst mal vier Wochen einen „Euro-Job“ aufzubrummen war plötzlich nur noch jeder zweite hilfsbedürftig und hielt die vier Wochen durch. Von den anderen 50 % hat man nichts mehr gehört. Seltsam

    Zwangsarbeit hin, Zwangsarbeit her. An anderer Stelle meine ich das ein oder andere höchst negative über die gelesen zu haben, die von „leistungsloser Arbeit“ leben (Mieten, Zinsen, Spekulationsgeschäfte etc).

    Ein ALG 2 für das man nichts leistet, ja sich sogar mit Hilfe von Anwälten dagegen wehrt etwas leisten zu müssen, obwohl man körperlich dazu in der Lage wäre, ist das besser ?.

  34. Martin |  02.10.2009 | 11:11 | permalink  

    Es sollte auf den Wahlzetteln eine Möglichkeit der Enthaltung geben. Damit kann der Bürger signalisieren, daß er durchaus an der Demokratie “interessiert” ist, ihm aber keine vernünftigen Alternativen geboten werden.

  35. Nichtwähler haben Union unterstützt « Mnementh |  02.10.2009 | 13:23 | permalink  

    [...] meiner Wahlanalyse ist es mir gar nicht aufgefallen, aber dieser Blogbeitrag hat mich darauf gebracht: Nichtwähler haben die Union [...]

  36. Stephan Beyer (stephanbeyer) 's status on Friday, 02-Oct-09 11:31:26 UTC - Identi.ca |  02.10.2009 | 13:31 | permalink  

    [...] @mnementh: Wahlergebnis in absoluten Zahlen http://carta.info/15549/sieben-unbequeme-wahrheiten/ [...]

  37. Thomas Maier |  02.10.2009 | 13:35 | permalink  

    knallharte aber ehrliche Aufstellung.

  38. Norbert |  02.10.2009 | 16:25 | permalink  

    Schon der erste Satz zeigt die Ignoranz des Autors:
    “Schwarz-Gelb hat die Wahl nicht gewonnen, die Große Koalition hat die Wahl verloren.”
    Schließlich ist die Anzahl der gewählten Parlamentarier entscheident und keine Zahlenspielereien des Autors! Dieser Artikel ist schlichte Desinformation, weil nicht jeder Leser alle feinen Nuancen mitbekommt und dann von den kernigen Aussagen des Autors in die Irre geführt wird. Sachlich geschrieben wäre dieser Artikel interessant. So dient er nur der Selbstprofilierung des Autors.
    Demokratie ist zu wichtig, um damit Spielchen zu betreiben!

  39. Senatssekretär |  02.10.2009 | 17:59 | permalink  

    @zitronella, klar das ist die eine Sache, aber jetzt auch noch Gesetze locker machen für die ausgegrenzten über 50jährigen ist schon der Hohn.
    Und für die Leser:
    Die Regierung schaffte es nicht allein die Welt durch ein neuen Staat zu lenken und jetzt greifen sie auf die enttäuschten Wähler der 50jährigen zurück. Die bringen selber noch Geld mit, über das Arbeitsamt, um eine feste Stelle zu bekommen, werden aber enttäuscht sein, da die Maßnahme und ihre Arbeit mit dem Ende nach einem Jahr aufhört! Dann fängt der Ärger in der Arge wieder an! Sie können mir glauben, daß Spiel der Maßnahmen und der Leistungen aus dem Arbeitsamt ist, die Leute zu schröpfen und mit Zuckerbroten zu locken!
    Mein Arbeitgeber denkt nicht daran, meine Arbeit zu würdigen mit einer Einstellung, er muß rechnen, daß sich meine Arbeit Gewinnbringend rechnet! Der ist auch auf der Seite der Gewerkschaften zu finden, aber hat nicht die Traute für seinen Breich der Regierung zu sagen, daß seine Mitarbeiter nur auch Maßnahmen und Politikern mit Vorstandsgehältern, und deren Programmen arbeitet, die der Steuerzahler finanziert! Also betrügen die Politiker hier und heute auch noch die staatstreuen Menschen, denn eine Regierung, die vom Klau des Reiches und des Staates Deutsches Reich lebt, aber am Verkauf der Volkseigentümer sich bereichert hat hier nichts zu suchen. Es wird Zeit, daß die Wähler, die diese Parteien gewählt haben auch einmal mit Roß und Reiter benannt werden! Es seind zugewanderte Deutsche mit Staatsangehörigkeiten nach 1945 und nicht die Deutschen schlechthin! Und die Deutschen schlechthin gehen schon nicht mehr wählen, weil sie die Abzocker kennen und wissen, es ändert sich Nichts in diesem Land außer der Sozialabbau und die Enteignung geht weiter!
    Wollen Sie liebe Leser mir auch einmal erklären, wie das geht, daß die deutsche Bevölkerung mit leeren Händen da steht, wenn die Post, die Bahn und der Verkehr, was ein mal Volkseigentum war, nun nicht mehr Gewinne aussüttet und den Deutschen schon nicht mehr gehört? Der große Knall kommt aus Brüssel und von der UNO, wenn die Regierenden ihre Akkreditierungen in den einzelnen Bereichen nicht anerkannt bekommen und die Besatzer eine neuer Regierung durch das Volk mit Nachweis Deutscher durch Geburt fordern! Und das Erwachen ist dann groß, wie schnell die Vorstände, die Politiker (auch Ex-Politiker) Millionäre werden können!

  40. ads' corner |  02.10.2009 | 21:29 | permalink  

    Gedanken nach der Bundestagswahl…

    Zur Bundestagswahl letzten Sonntag waren wir im Urlaub und haben vom Ausgang nur nebenbei etwas mitbekommen. Die deutschen Urlauber vor Ort haben sich wohl sämtlich nicht dafür interessiert, jedenfalls nicht in unserem Urlaubsort. Allerdings hatten w…

  41. Was so überall über die SPD geschrieben steht » Blog von Marcus Reif |  03.10.2009 | 09:44 | permalink  

    [...] Bundestagswahl mit einem Wunder gerechnet – und keines ist eingetreten. Schwarz-Gelb hat die Wahl weniger gewonnen, als sie die SPD verloren hat. Was aber immer wieder verwundert ist die beeindruckende und für ihre Gefolgschaft [...]

  42. » Argumente für eine Wahlpflicht Politik-Denken.de |  03.10.2009 | 15:47 | permalink  

    [...] Die Bundestagswahl 2009 ist gelaufen. Schwarz-Gelb, eine Koalition aus Union und FDP, wird die nächsten vier Jahre die Regierung der Bundesrepublik stellen. Die Mehrheit der Wahlberechtigten, hat so gewählt. Wobei man von Mehrheit nicht sprechen kann, wenn man sich die genauen Zahlen zu den Stimm- und Mehrheitsverlusten beim Bundeswahlleiter ansieht (Zusammengefasst auf carta.info). [...]

  43. zitronella |  04.10.2009 | 14:35 | permalink  

    Hackt mal nicht so auf den Nichtwählern rum !.

    Eine andere “Statistik”, die ich eben selbst in angefertigt habe ist für mich wesentlich erschreckender. Nicht dramatisch ist, dass lediglich 72,2 Prozent der Wahlberechtigten den Weg zur Wahlkabine gefunden haben.

    VIEL DRAMATISCHER :
    Nur ein paar tausend Menschen stellten sich als Erst- bzw. Zweitkandidaten zur Verfügung. Bei ca. 62,2 Millionen Personen haben also über 61,19 Millionen (mehr als 99 %) auf Ihr passives Wahlrecht verzichtet (u.a. auch der Autor dieses Artikels).

    Ursache : ?

    Lösung : ?

    Bitte online-Petiton starten. Danke

  44. Alexander Drewes |  05.10.2009 | 07:04 | permalink  

    @Zitronella: Die Zahlen finde ich interessant, das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit geht in seinen Publikationen von max. 10% Arbeitsverweigerern aus. Allerdings ist das mit Statistiken immer so eine Sache: Ich persönlich traue nur Statistiken, die ich seöber gefälscht (gut, zugegeben, der ist, aber gut). Ich hätte also gerne konkrete Nachweise (das können meinethalben auch halbwegs handfeste Presseartikel sein), die die Behauptung, nach einem Ein-Euro-Angebot unmittelbar nach Eintritt der Grundischerungsbedürftigkeit hätten fünfzig Prozent der Antragsteller – wenn ich das richtig verstanden habe – auf ihre Ansprüche verzichtet. Daneben halte ich es für abenteuerlich, dass eine Kommune für jeden neuen Antragsteller für die Grundsicherung angeblich einen Ein-Euro-Arbeitsplatz zur Verfügung stellen kann. Einmal abgesehen davon, dass solche Tätigkeiten lediglich auf Gebieten ausgeübt werden dürfen, die zusätzlich anfallen, dem Gemeinwohl zu dienen haben und ansonsten nicht erledigt würden. So ist z.B. die Heranziehung zu Gartenarbeiten meistenteils schon deswegen, weil das originäre Aufgabe der Gartenbauverwaltung ist. Man schafft also faktisch ein Niedrigstentgeltarbeitsverhältnis, um sozialpflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu verdrängen. Wenn _das_ – und zumindest das hält das BSG in seiner Rechtsprechung nach wie vor für rechtswidrig – die Zukunft des Sozialstaates sein soll, können wird diese Staatsfundamentalnorm (nämlich die, neben einer förderlane Demokratie auch ein Sozialstaat sein zu wollen) eigentlich gleich vergessen.
    Daneben, und da spreche ich aus eigener Erfahrung: Weshalb meinen Sie wohl, engagieren sich behinderte Menschen im Arbeitsleben regelmäßig mehr als nciht behinderte? Weil sie sich in aller Regel unter einen viel stärkeren Leistungsdruck gesetzt sehen (und demselben auch unbedingt gerecht werden wollen).
    Ich werde – wohl Anfang nächsten Jahres – eine eigene Rechtsanwaltskanzlei eröffnen. Dabei werde ich ausgesprochenen Wert darauf legen, nur schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Immerhin hat man so selber wenigstens einmal “die Hand drauf”, dass auch nur normale Arbeitsleistungen abverlangt werden (und auch nur erbracht zu werden brauchen). Das empfinde ich als wesentlich gelebtere Sozialpolitik als das vielfältige Sonntagsgeschwätz des politischen Establishments, man müsse dringend etwas für behinderte Menschen tun.

Sie können Ihren Kommentar mit HTML-Befehlen formatieren.