Robin Meyer-Lucht

Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment

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Ein Video entlarvt, wie Ursula von der Leyen vor CDU-Anhängern noch immer bereit ist, mit dem Thema Kinderporno-Sperren polemisch und in Rage Wahlkampf zu betreiben. Es zeigt zugleich, wie sich die Mechanik der öffentlichen Debatte verändert hat. Die Ministerin ist in die Mayhill-Fowler-Falle getappt.

19.08.2009 | 

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass das Internet die Mechanik der politischen Öffentlichkeit für immer verändert hat, dann wäre es dieses Video von Ursula von der Leyens Auftritt vor CDU-Anhängern am 17. August in Sulzbach an der Saar:

Die Familienministerin genehmigt sich vor eingeschworenem Publikum wahlkämpfend in Sachen Internetsperren & Kindesmißbrauch einen Rageanfall: “Himmel noch mal! Macht dem ein Ende!”, “Das schlägt dem Fass den Boden aus”, “Wir sollten nicht den Eindruck vermitteln, unsere Verfassung würde die Verbreitung der Vergewaltigung von Kindern Schutz geben.”  Die Gegner von Internetsperren verwerden pauschal als “die Linken” tituliert.

Das Video demaskiert, wie von der Leyen trotz monatelanger politischer Auseinandersetzung bereit ist, das Thema irreführend und polemisch im Wahlkampf einzusetzen. Es zeigt eine ganz andere von der Leyen als jene, die von der Berliner Bühne und aus den Massenmedien bekannt ist. Es zeigt eine atemberaubende Doppelbödigkeit im Auftreten der Ministerin.

Von der Leyen hat auch hier das Internet und seine Öffentlichkeit nicht verstanden: In Zeiten dezentraler Online-Distribution und günstiger Aufnahmegeräte gibt es keine Wahlkampfveranstaltungen mehr, deren Inhalt nicht potenziell in die Öffentlichkeit gelangen könne. Es gibt nicht mehr mehrere Bühnen, sondern streng genommen nur noch eine. Jede Rede kann potenziell zum Gegestand einer öffentlichen Diskussion werden. Der Politiker steht auf Wahlkampftouren nicht mehr allein unter der Beobachtung eines passiven Publikums vor Ort und klassischer Pressevertreter, die in einen relativ enges Korsett eingebunden sind, was berichtenswert ist und was sich zu berichten gehört.

Ursula von der Leyen ist damit in die Mayhill-Fowler-Falle getappt. Mayhill Fowler hatte im letzten US-Wahlkampf als Bürgerreporterin der Huffington Post über Obamas Aussagen auf einer Spendengala berichtet, wonach die amerikanische Arbeiterschaft an “Gewehren oder Religion” hänge. Auch Obama musste schmerzlich lernen, dass inzwischen jede öffentliche oder halböffentliche Aussage bei entsprechender Relevanz in den massenmedialen Raum entweichen kann – und dass darüber nicht mehr allein die Presse wacht.

Ursula von der Leyen ist nicht die Kanzlerkandidatin der Union und anhang der Kinderporno-Debatte werden keine Wahlen entschieden. Die Auswirkungen werden sich im Rahmen halten. Aber: Das Video zeigt, dass eine Doppelbödigkeit à la von der Leyen im Netzzeitalter schnell entlarvt wird. Der/die deutsche Mayhill Fowler heisst “urpils”.

P.S.: Das Familienministerium hat uns  bestätigt, dass es einen entsprechenden Auftritt der Ministerien am 17. August in Sulzbach gegeben hat, was letzte Zweifel an der Richtigkeit des Videos ausräumen sollte.

[via Netzpolitik]

Artikelhinweis: “Babyboom” & “Neue Väter”: Die statistischen Tricks der Ursula von der Leyen

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56 Kommentare

  1. Jeeves |  19.08.2009 | 18:25 | permalink  

    “die Mayhill-Fowler-Falle” ?????

  2. Robin Meyer-Lucht |  19.08.2009 | 18:44 | permalink  

    @ jeeves: Ja, Mayhill Fowler-Falle: Im Sinne von: Es stand jemand da, hat es aufgenommen, ins Netz gestelt – ohne dass die/der Politiker/in damit gerechnet hätte, dass die Äußerungen in die weitere Öffentlichkeit entweichen könnte. Und der klassische Journalismus hat dabei auch keine Rolle mehr.

    Schade, ich hoffte, der Vergleich sei hilfreich.

  3. seb |  19.08.2009 | 20:20 | permalink  

    Ich fand den Vergleich schlüssig.

    Im Fall v.d.L. fürchte ich, dass es ihr schlichtweg egal ist. Ihre Wählerschaft ist sowieso auf ihrer Seite, der Aufschrei erfolgt nur bei denjenigen, die sowieso schon wissen, woher der Wind weht. Man sieht auch im Video deutlich, vor welchem Publikum sie spricht – der Hauptwählerschaft der CDU. Und die findet das garantiert prima, was sie da so für Märchen zu erzählen hat. Was sie von ihren Kritikern hält, hat sie ja nun auch klar geäußert…
    Trotzdem bin ich froh, dass druch das Internet solche Dinge generell leichter in die Öffentlichkeit gelangen können.

  4. Rupert |  19.08.2009 | 20:50 | permalink  

    Entlarvt?? Eine ganz andere Leyen? Überraschung: Wahlkampf. Was ist das alles nur für ein Quatsch. Und vor allen Dingen “entlarvt”. Was für ein Pseudo-Journalismus, was für ein unsäglicher Unsinn. Entlarven tut sich hier nur einer, Robin Meyer-Lucht auf der Suche nach einem Geschäftsberatermodell, über den die Blogbar gerade in diesem Moment das Richtige sagt.

  5. Rupert |  19.08.2009 | 20:52 | permalink  

    Wahnsinn, und das Familienministerium hat ihm bestätigt, daß das wirklich Ursula von der Leyen ist!! Soll heißen: das Familienministerium redet mit mir. Das ist wirklich einfach nur noch Henrynannenjournalistensimulationsdreck.

  6. Chkdsk |  19.08.2009 | 21:00 | permalink  

    Sinn würde dieser unsinnige Vergleich machen, wenn Ursula von der Leyen öffentlich gegen Internetsperren in Berlin geredet hätte. Hat sie aber nicht. Das ist nicht armselig, das ist einfach nur richtig schlecht. 2 Sätze zu dem was Zensurusla gesagt hat und der Rest banalste Medientheorie. Eine Debatte, die sich lohnt, wird durch ein groteskes “Ich-habe-ein-Enttarungsvideo” (“in Zeiten dezentraler Distribution”oho) einfach ins Tote gelabert. Hier wären ganz andere Fragen zu stellen: zum Beispiel die nach dem Publikum. Stimmt schon, in Zeiten des Internet geht wirklich nicht mehr alles.

  7. Thomas Maier |  19.08.2009 | 21:20 | permalink  

    drittletzter Absatz: “ameri_kani_sche Arbeiterschaft” müsste es heißen ;) egal.

    @topic: Bleibt nur noch eine Frage die seit Wochen und Monaten im Raum steht: Wann wird das Netz endlich fähig sein, die konservative Allmacht zu bändigen?

  8. hubert |  19.08.2009 | 22:00 | permalink  

    @rml entlarvend, ja. aber sie bleibt konsistent. Die technische Affinität des Saalpublikums könnte beim ersten deutschen Fernsehen enden, mit periodischem Aufflackern eines dringenden Interesses am neuesten Stand der Herzschrittmacherbatterientechnik. Und auch weil die spitze Zickigkeit des Zeit-Gesprächs mit Franziska Hein nicht in Frau im Spiegel passen würde, echauffiert sie sich wie Franz Josef Strauss im Bierzelt, nur eben im Kostüm im Kaffeekränzchenformat. Schön ist das nicht anzusehen. Aber auch konsequent den Allerseitigen Erwartungshaltungen entsprechend.

    @trolls mir war auch zu heiss heute.

  9. Rubert |  19.08.2009 | 22:37 | permalink  

    Klar witziger Hubert, jeder der anderer Meinung ist, ist ein Troll. Wie das so eben ist, wenn einem zum Wahlkampf gleich FJS im Bierzelt, zum Aufflackern das periodische und zum allseitigen das allerseitige einfällt, das dann ja wohl vom Allerwertesten kommt.

  10. piercyha |  20.08.2009 | 00:13 | permalink  

    Der Qualitätsjournalismus hätte das auch entlarven können, hat er aber nicht.

    Saarbrücker Zeitung: Sympathische Frau begeistert Sulzbacher

    http://www.saarbruecker-zeitung.de/sz-berichte/sulzbachtal/aktuell/Sulzbach-Aula-Ursula-von-der-Leyen;art26718,3002111

  11. JeanXD |  20.08.2009 | 08:50 | permalink  

    “Urpils” Ich lach mich schlapp!!! Bin Exil-Saarländer in Dresden und musste gerad laut lachen ;) Ur-Pils ist das Bier aus der saarländischen “Karlsberg-Brauerei” (ja, mit “K”), sozusagen das Radeberger des Saarlands. Urpils-trinker sind doch die Besten!

  12. mediaclinique | ralf schwartz |  20.08.2009 | 08:56 | permalink  

    Bitte verlassen Sie den rechtsfreien Raum!…

    Es gibt einen Raum, in dem alles erlaubt scheint, alles möglich ist. Einen Raum, in dem die Menschen belogen und betrogen, eingeschüchtert und abgezockt werden. Einen Raum, in dem ihre angeborene Gutgläubigkeit und ihr Gottvertrauen in Autoritäten …

  13. Albatross! » Blog Archive » Wahlkampfpolemik |  20.08.2009 | 09:01 | permalink  

    [...] auch Carta und [...]

  14. Linkwertig: YouTube, Onlinewerbung, Pidgin » netzwertig.com |  20.08.2009 | 09:01 | permalink  

    [...] » Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment — CARTA [...]

  15. Polemisch und in Rage | Oliver Hallmann |  20.08.2009 | 09:37 | permalink  

    [...] Robin Meyer-Lucht via Carta (dort kann man das Video auch sehen) schreibt dazu: “Das Video demaskiert, wie von der Leyen trotz monatelanger politischer Auseinandersetzung bereit ist, das Thema irreführend und polemisch im Wahlkampf einzusetzen.” [...]

  16. Proll |  20.08.2009 | 10:00 | permalink  

    Ich bin gegen Zensur. Allerdings auch von der anderen Seite. Was Meyer-Lucht in Wahrheit fordert, ist das Politiker nicht mehr sagen, was sie denken oder tun wollen. Denn sie sagt ja nur das, was sie sonst auch sagt.

  17. Wow |  20.08.2009 | 10:05 | permalink  

    Die Unicef Daten kannte ich gar nicht. 200 Filme pro tag? Ich finde es schon hart, dass Meyer-Lucht das hier total ausblendet und nicht einmal diskutiert.

  18. Hanno |  20.08.2009 | 10:50 | permalink  

    Papperlapapp.

    Frau von der Leyen hat bei dieser Veranstaltung genau das gesagt, was sie sonst auch immer zu diesem Thema sagt. Dass sie seit Monaten komplett beratungsresistent jede Diskussion zu diesem Thema an sich abprallen lässt und längst widerlegte Tatsachenbehauptungen immer wieder wiederholt, ist auch keine Neuigkeit.

    Und deshalb war dies auch kein Mayhill-Fowler-Moment, wo Obama “erwischt” wurde, im kleinen Kreis etwas unpopuläres zu sagen, was er sonst öffentlich nie gesagt hätte. Der Vergleich hinkt also massiv.

    Trotzdem frage ich mich wieder einmal, warum diese nachweisbaren Lügen von Frau vdL kein Thema für die etablierten Medien sind. Nochmal: Frau vdL lügt zu diesem Thema. Wissentlich. Vor Publikum. Seit Monaten. Immer wieder. Und thematisiert wird dies praktisch ausschließlich im Netz, aber nicht in Print und TV.

  19. ben |  20.08.2009 | 11:18 | permalink  

    Bezahlt die CDU ihre Trolle inzwischen oder machen das Leute in ihrer Freizeit?

  20. BTW09blog |  20.08.2009 | 11:38 | permalink  

  21. Dolf |  20.08.2009 | 11:54 | permalink  

    Hanno (20.8.) ist zuzustimmen: Zensursula sagt in demagogischer Form das, was sie immer sagt. Beratungsresistent? Ja, weil sie – analog einer sektiererischen Glaubensgewissheit – einen ideologisch bedingten Erkenntniswiderstand hat.

    Entscheidender aber ist, dass die etablierten Medien Zensursulas (u.a.) Lügen, ihre objektive Unterstützung des Kindesmissbrauchs und die nur notdürftig hinter dem Thema Kinderpornographie versteckten antidemokratischen Absichten so gut wie nicht thematisiert.

    Immerhin geht es um nicht weniger als um die Verteidigung der Demokratie gegen eine moderne Form der Erziehungsdiktatur. Rauchverbot, Alkoholdiskussion, Copyrightdiskussion, Geburtendiskussion und eben auch Kinderpornographiediskussion laufen allesamt nach dem gleichen Muster und mit der gleichen Absicht. Kein Zusammenhang? Nachdenken! Und hinsehen, wer welche Positionen hat, warum und wozu.

  22. Carta: "Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment" | Amyklai |  20.08.2009 | 12:01 | permalink  

    [...] daß es heute keine geschlossenen Veranstaltungen mehr gebe. Von Robin Meyer-Lucht – Link Kategorie(n): Randbemerkungen, nicht kategorisiert, Über Delicious Schlagwörter: Via [...]

  23. Dave |  20.08.2009 | 13:06 | permalink  

    http://bit.ly/2HqYV9 ihr gibts noch eine version des auftritts, was das grauen noch verdeutlicht.

  24. Klaus Jarchow |  20.08.2009 | 13:58 | permalink  

    Da geht eine ‘sympathische Ministerin’ ((c) Saarbrücker Zeitung 2009) ganz arglos in ein lokales Altersheim, um mit der Familie Alzheimer dort ein paar anregende Stunden bei Kaffee und guten Gesprächen zu verbringen, worüber dann allenfalls die Lokaljournalisten ganz auftragsgemäß am nächsten Tag wohlwollend berichten werden. Heutzutage kommt prompt so ein Spanner aus dem anonymen Netz daher, eine publizistische Kanalratte, und schafft Öffentlichkeit für Familiengeheimnisse, die bestenfalls als Leichen in den Keller gehören und gar nicht an die Öffentlichkeit. Schlimm ist das! Diese Blogger sollten sich was schämen!

  25. Beobachter |  20.08.2009 | 14:34 | permalink  

    Die Lügen und die Beratungsresistenz der Frau von der Leyen sind schon länger bekannt, wenn auch nicht deren Wählerschaft. Das zu ändern, wäre u.a. auch Aufgabe der Medien, die sich jedoch offenbar in großer Mehrzahl auf einen Nichtangriffspakt mit der Union verständigt haben.

    Die Art und Weise des Vortrags, die Üüüüberbetonung der Unwahrheiten und das Tempo des Vortrags lassen einen aber an längst vergangene, dunkle Zeiten denken.
    So habe ich die Frau von der Leyen im Fernsehen noch nicht erlebt. Live ist sie mir bis jetzt zum Glück erspart geblieben.

  26. BananenTutziFrutzi |  20.08.2009 | 15:05 | permalink  

    Die Rede ist gut einstudiert – Hier erzählt sie auch so ziemlich das selbe:

  27. »Wenn dadurch auch nur ein Kind …« « UBoot geht zu den Piraten |  20.08.2009 | 15:28 | permalink  

    [...] Und vielleicht, vielleicht wird sie es noch bereuen … Kommentar schreiben Noch keine Kommentare bis jetzt Einen Kommentar schreiben [...]

  28. Robin Meyer-Lucht |  20.08.2009 | 15:57 | permalink  

    @ 10. piercyha: Danke, sehr schöner Hinweis. Habe herzlich gelacht

    @ 24. Klaus Jarchow: Stimmt, digitales Spannertum

    @ 16. Proll und 18. Hanno: Was ich bislang von Ursula von der Leyen miterlebt oder medial vermittelt bekommen habe, war deutlich konzilianter. Wenn die Ministerin beim Thema Internetsperren immer so auftritt, so war dies bislang zumindest nicht massenmedial verbreitet (siehe 26. Beobachter). Man denke an den Zapp-Beitrag zu den Inszenierungskünsten von von der Leyen.

    @ 5. Rupert: Das P.S. werden wir uns das das nächste Mal sparen…

    gruss, rml

  29. Björn |  20.08.2009 | 15:58 | permalink  

    @Ben: Kriegt man so ein einfaches Weltbild geschenkt oder gibts das gegen Geld?

  30. Robin Meyer-Lucht |  20.08.2009 | 16:04 | permalink  

    @27.: jip, klingt ähnlich – allerdings ist doch die Intensität eine andere. Die Ministerin wusste schon, dass sie sich vor dem Publikum anders zu verhalten hat.

    @11: Okay, das mit dem Urpils hat mich auch schon gewundert – jetzt auch darüber herzhaft gelacht.

  31. Das Internet, Zensursula und der Wahlkampf « Wir sind das Volk |  20.08.2009 | 16:13 | permalink  

    [...] Hinterlasse einen Kommentar » Ein sehr interessanter Artikel ist auf Carta erschienen: Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment [...]

  32. Die wunderbare Welt von Isotopp |  20.08.2009 | 17:11 | permalink  

    links for 2009-08-20…

    Grüne und Piratenpartei in Thüringen kooperieren | News Adhoc
    »Grüne und Piratenpartei in Thüringen kooperierenGrüne und Piratenpartei in Thüringen arbeiten künftig bei den Themen Freiheit und Bürgerrechten zus…

  33. Martin J. Landis |  20.08.2009 | 18:29 | permalink  

    Wow! Hohes Niveau bei Intonation, Satzmelodie, dynamischer Betonung und emotionaler Ansprache. Dazu ein subtiles Übermaß an entrüstetem Beben in der Stimme und die zielsichere, manipulative Zusteuerung auf den applausheischenden Klimax am Ende argumentativer Etappen.

    Da sage noch einer, unsere (weiblichen) Volksvertreter könnten vor den Augen der politischen deutschen Rhetorikgeschichte nicht bestehen und würden bei der zielgerichteten Aufwallung einer ausgesuchten Volksseele kläglich versagen. Angesichts des Altersdurchschnitts muss man sich aber fragen, ob die müde Reaktion der zumeist überalterten Anwesenden, die seinerzeit wohl noch den Urknall rhetorischer Performance zumindest per Volksempfänger miterleben durften, insgeheimen Vergleichen geschuldet war.

    Alles in allem aber ein durchaus beachtliches Niveau für eine Leyendarstellerin. Mit einem klassisches Dichterzitat am Ende, etwa Körners „Nun, Volk, steh’ auf, und Sturm, brich’ los!“, hätte es die Bestnote gegeben. So wird es trotz Youtube dann doch nur eine provinzielle Rede in einem provinziellem Rahmen bleiben. Man darf weiter auf die Wiederantrittsrede nach der Wahl hoffen …

  34. inewt |  20.08.2009 | 21:41 | permalink  

    Schaut euch doch das Publikum an,

    “DIESES INTERNET, DAS IST JA WIRKLICH EINE GANZ BÖSE SACHE”

    Typische CDU Wähler.

    Mein Gotte, bitte Piraten, 5%

  35. richter169 |  20.08.2009 | 22:25 | permalink  

    Nur eine Ergänzung, Zensursella ist die Nummer 1 in Niedersachsen und tritt in Hannover II an

    Bis dann
    LG von Richter169

  36. Lesetipps für den 21. August | Blogpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 |  21.08.2009 | 08:33 | permalink  

    [...] Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment: Robin Meyer-Lucht über Zensursulas-Wahlkampf-Auftritt in Sulzbach. Er zieht eine Parallele zu Obamas Wahlkampf unf bestätigt die Authentizität des Videos. [...]

  37. Thomas Brück |  21.08.2009 | 09:10 | permalink  

    Hallo,
    ein zweites Video, welches nun von einer weiteren Wahl(Propaganda)- Veranstaltung(Kakenstorf) aufgetaucht ist, beweist, dass es kampagnenorientiert aufgezogen ist, also quasi wie eine Rockband, die verschiedene Konzerte an verschieden Orten gibt, aber das gleiche Programm präsentiert. Hier zu finden: http://www.guedesweiler.blogspot.com
    Außerdem ein Gastbericht von “Urpils”, dem Urheber des Sulzbach- Videos mit seinen persönlichen Eindrücken während dieser Veranstaltung…

  38. Robin Meyer-Lucht |  21.08.2009 | 10:52 | permalink  

    Danke für die Hinweise und Kommentare.

    Hier noch der Link zum Video “U-schi did it again – Zensursula in Kakenstorf (20.08.2009)”

  39. jens |  21.08.2009 | 11:11 | permalink  

    Warum denkt eigentlich keiner der selbsternannten Demokratieretter darüber nach wie man tatsächlich Kinderpornos Sperren kann statt immer nur eine alte blonde Frau anzugreifen? Wo sind konkrete gegenvorschläge zu Ursula ?

  40. Klaus Jarchow |  21.08.2009 | 12:17 | permalink  

  41. deam.org » Blog Archive » … mitten in Deutschland: polemischer Wahlkampf mit von der Leyen |  21.08.2009 | 12:56 | permalink  

    [...] http://carta.info/13421/ursula-von-der-leyens-mayhill-fowler-moment/ – wird aktuell ziemlich oft via Twitter [...]

  42. Cheops |  21.08.2009 | 13:04 | permalink  

    Hat die Frau denn gar nichts gelernt? Mit der Zensur und der Überwachung des Internets wird sie an den Tatsachen des Missbrauchs rein gar nichts ändern. Genau so gut kann sie versuchen, ein Hochwasser nach dem Regen durch ein Stoppschild auf der Straße aufzuhalten. Herr der Christen, lass es etwas Hirn auf deine Schäfchen regnen!

  43. Ausweitung der Internetsperren - Page 2 - Remote Exploit Forums |  21.08.2009 | 13:23 | permalink  

    [...] f

  44. Irreversibel |  21.08.2009 | 13:37 | permalink  

    Oh mein Gott. Zensursula formuliert ihre Positionen bei einem Wahlkampfauftritt in der Provinz schärfer, vereinfachter, polarisierender als während des Gesetzgebungsverfahrens in Berlin? Politiker passen den Ton ihrer Reden dem jeweiligen Publikum an? Skandal, Skandal! Das ist ja wirklich ein Novum in der Politik! Wie naiv sind eigentlich manche Leute?
    Sowas als Enthüllung zu verkaufen ist wirklich schwach.
    (Und wer mich jetzt für einen CDU-nahen Troll hält ist echt nicht mehr zu helfen)

  45. pentam |  21.08.2009 | 15:58 | permalink  

    “Die Gegner von Internetsperren verwerden pauschal als “die Linken” tituliert.”
    Wann sagt sie das? Etwa das hier? :
    “Und dann habe ich – weil die Linken auf Tauchkurs gegangen sind – zunächst einmal alleine mit den Anbieter von Internetzugängen [...] Verträge gemacht”

    Ich habe die entsprechende Passage in der Rede so verstanden, dass sie sich über mangelnde Unterstützung bei der Entwicklung des (völlig hirnrissigen) Gesetzes durch den Koalitionspartner SPD (die sie als die Linken tituliert) beschwert.

    Diese inkompetente Trulla baut ja schon genügend Mist. Da muss man ja nicht noch was dazu erfinden, oder?

  46. Robin Meyer-Lucht |  21.08.2009 | 19:02 | permalink  

    @ irreversibel: Natürlich werden die Sachen vor Ort schärfer formuliert. Der Unterschied besteht darin, dass man sich nun nicht mehr sicher sein kann, wer das alles aufnimmt und weitergibt.

    @ pentam: Ich habe im Ohr, dass sie “die Linken” mehrfach als Sammelbegriff für Zensurgegner benutzt und sich dabei sicher nicht nur auf die SPD bezieht. Kann aber auch sein, dass ich mich getäuscht habe. Dann nehme ich das gerne zurück.

  47. mensch |  22.08.2009 | 12:09 | permalink  

    Interessanter Artikel. Und könnten die Kritiker des Autoren ihre persönlichen Fehden bitte wie echte Männer in einem Fight-Club austragen? Das vermeintlich anonyme Anpinkeln und besserwisserische Gebalze nervt, wenn man die ansonsten sehr guten Kommentare lesen möchte. Zeig uns dein Blog, werter Rupert, dann können wir selber gucken, ob Du den dieksten (Guess what) hast.

    Weitermachen!

  48. luto's status on Sunday, 23-Aug-09 00:33:46 UTC - Identi.ca |  23.08.2009 | 02:34 | permalink  

  49. Andreas |  24.08.2009 | 08:49 | permalink  

    “Anhand der Kinderpornodebatte werden keine Wahlen entschieden” – schade.
    Wobei ich mir das Gegenteil durchaus vorstellen könnte. Die 5% “Hürde” für die Piraten halte ich für nicht ganz unrealistisch – und ein überraschend guter Ausgang ist nicht mehr vollkommen phantastisch.

    Wobei diese Stimmen natürlich nicht der CDU verloren gehen.

  50. Ron |  24.08.2009 | 11:44 | permalink  

    Oh je, wenn ich solch eine Rede höre, komme ich mich 80 Jahre in die Vergangenheit versetzt. Wie heisst die Frau? Frau Göbels?

  51. Die Mayhill-Fowler-Falle der Zensursula |  24.08.2009 | 12:17 | permalink  

    [...] unter dem Titel “Zensursula in der Falle” berichtet bezugnehmend auf einen Artikel von carta.info über den daraus entstandenen “Mayhill-Fowler [...]

  52. Internetzensur in D? - Seite 27 - Musiker-Board |  25.08.2009 | 15:45 | permalink  

    [...] auch schon in den medien angekommen http://carta.info/13421/ursula-von-d…fowler-moment/ http://www.sueddeutsche.de/kultur/754/485183/text/ mittlerweile sind auch die original-aufnahmen [...]

  53. m94.5-Netzticker #006: Angriff auf die Freiheit « m94.5 Netzticker |  27.08.2009 | 15:36 | permalink  

    [...] Carta: Ursula von der Leyens Mayhill-Fowler-Moment [...]

  54. J (busybeaver) 's status on Friday, 04-Sep-09 10:37:56 UTC - Identi.ca |  04.09.2009 | 12:38 | permalink  

  55. Das totale Scheitern der Ursula von der Leyen - Ursula, Leyen, Elterngeld, Eltern, Gesetz, Familie, Ursulas, Eine - Informelles |  09.10.2009 | 13:33 | permalink  

    [...] seitdem nur noch Zensursula genannt, machen es möglich und damit auch noch populistischen Wahlkampf, wenn es sein muß auch mit Unwahrheiten. Blöd nur, daß auch hier wieder nur [...]

  56. Mayhill-Fowler, Kubicki und die Netzsperren » Engeln.de |  27.05.2010 | 19:45 | permalink  

    [...] dass die prominenteste Befürworterin von Netzsperren, Ursula von der Leyen, ihrerseits ein kleines Mayhill-Fowler-Erlebnis hatte. CARTA kommentierte seinerzeit ein Video über eine Wahlkampfveranstaltung der Ministerin mit [...]

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